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mRNA Imfpung: Fälle von Myokarditis bei Männern nach Covid Impfung

Myokarditis nach Covid-Impfung: US-Forscher entdeckten Mechanismus

Eine US-Studie zeigt, dass zwei Proteine nach mRNA-Impfungen in seltenen Fällen zu Myokarditis bei jungen Männern führten.
29.12.2025, 14:2429.12.2025, 14:24
Bruno Knellwolf / ch media

mRNA-Impfstoffe gegen Sars-CoV-2 haben massgeblich zur Eindämmung der Corona-Pandemie beigetragen. Zu reden gaben damals verschiedentlich Fälle von Myokarditis, also Herz-Muskelentzündung, nach der Covid-Impfung. Betroffen waren insbesondere junge Männer, typischerweise nach der zweiten Dosis.

Gesdunheit Medizin Mensch Körper
Herzmuskelentzündung löst grippeähnliche Symptome wie Fieber, Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen aus.Bild: chmedia

Aufsichtsbehörden wie die europäische EMA und Swissmedic haben einen sehr seltenen Zusammenhang zwischen mRNA-Impfung und Myokarditis bestätigt, mit einer Wahrscheinlichkeit bis 1 von 10'000 Geimpften. Die Myokarditis bei jungen Männern nach einer Impfung verlief meist mild mit guter Erholung. Auch Covid-19 kann den Herzmuskel angreifen und so eine Myokarditis auslösen. Eine Herzmuskel-Entzündung ist nach einer Infektion häufiger als nach der Impfung.

Forscher sprechen von einzigartigem Mechanismus

Forscher der Stanford University um Studienleiter Xu Cao haben in einer Studie den Mechanismus untersucht, der nach einer Covid-mRNA-Impfung zu Myokarditis führen kann. Das Fehlen einer Infektion, das schnelle Auftreten der Erkrankung und die rasche Genesung deuten gemäss den Forschern auf einen einzigartigen Mechanismus hin, der sich von der typischen Myokarditis nach einer viralen Infektion unterscheidet.

Experimentiert wurde mit menschlichen Plasmaproben und Immun- und Herzmuskelzellen sowie mit Mausmodellen. Gesucht wurde nach Zytokinen, das sind Proteine, die als Botenstoffe zwischen Zellen kommunizieren. Im Immunsystem steuern sie Prozesse wie das Zellwachstum, aber auch Entzündungen. Dabei stellten die US-Forscher unter 27 gefundenen Zytokinen bei zweien einen Anstieg von Entzündungsbotenstoffen mit den komplizierten Namen CXCL10 und IFN-γ fest.

epa09826323 A vial of Novavax's COVID-19 vaccine Nuvaxovid at GGD Utrecht in Nieuwegein, The Netherlands, 15 March 2022. The vaccine is intended for adults who have not yet been vaccinated agains ...
Unerwünschte Ereignisse durch übermässig zirkulierende Zytokine müssten bei der Impfstoff-Weiterentwicklung sorgfältig abgewogen werden. (Symbolbild)Bild: keystone

Diese Zytokine waren ein bis zwei Tage nach der Impfung – sowohl nach der ersten als auch nach der zweiten Dosis – am stärksten erhöht. Dabei fiel der Anstieg am ersten Tag nach der zweiten Dosis höher aus. Somit wurden diese beiden Zytokine als Auslöser von Entzündungen und der Herzschädigung identifiziert.

Wurden die beiden Zytokine neutralisiert, reduzierte das die durch den Impfstoff verursachte Herzschädigung bei Mäusen und senkte Marker für kardialen Stress und Entzündung. Der pflanzliche Wirkstoff Genistein  - eine Verbindung, die eine Rolle bei der Reduzierung von kardiovaskulären Entzündungen spielt – konnte negative Effekte deutlich abschwächen. «Insgesamt deuten die Ergebnisse darauf hin, dass diese Entzündungssignale zur Schädigung beitragen und therapeutisch moduliert werden könnten», schreiben die Studienautoren.

Unerwünschte Ereignisse durch übermässig zirkulierende Zytokine müssten bei der Impfstoff-Weiterentwicklung sorgfältig abgewogen werden. Eine Vorbehandlung mit entzündungshemmenden Wirkstoffen wie Genistein könnte eine Präventionsstrategie für Personen mit erhöhtem Risiko sein. (aargauerzeitung.ch)

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93 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Quacksalber
29.12.2025 14:46registriert November 2016
Immer noch erstaunlich wie in so kurzer Zeit erfolgreiche Impfstoffe entwickelt werden konnten. Respekt.
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Ius_Aeterna_93
29.12.2025 15:27registriert April 2024
Das Myokarditis Risiko nach der Impfung ist schon länger bekannt. Das Virus verursacht selbst aber auch jede Art von kardialem Stress aber nicht nur direkt am Herzmuskel sondern auch über eine Störung des Vagusnervs, dadurch gibt es keinen Gegenmechanismus zum Adrenalin. Es wird viel über das Komplementsystem geredet (C-Proteine), über Zytokine aber auch über das Spike-Protein und wie es als Acetylcholoninrezeptor-Antagonist wirkt. Kurz gesagt, dieses Virus verursacht soviel Chaos direkt und indirekt und die Impfung wirkt auf dieser Spike-Protein-Basis nur wesentlich kontrollierter und milder.
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ELMatador
29.12.2025 18:11registriert Februar 2020
Solche Artikel müssen noch wesentlich eindeutiger formuliert werden. Sobald auch nur angedeutet wird, dass bei einer Impfung ein potenzielles Risiko bestehen könnte, springen Impfgegner aus ihren Löchern und eröffnen sofort das Feuer mit Breitseiten.

Deshalb muss jeder einzelne Satz, der ein Risiko der Impfung beleuchtet, im selben Satz oder unmittelbar danach klar und unmissverständlich die Vorteile gegenüber den Risiken ohne Impfung aufzeigen.

Andernfalls werden Inhalte aus dem Zusammenhang gerissen, instrumentalisiert und gezielt missbraucht, um unbegründete Ängste zu schüren.
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