Leben
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FILE - In this Monday, Nov. 2, 1987 file photo, Britain's Diana, the Princess of Wales, is pictured during an evening reception given by the West German President Richard von Weizsacker in honour of the British Royal guests in the Godesberg Redoute in Bonn, Germany. It has been 20 years since the death of Princess Diana in a car crash in Paris and the outpouring of grief that followed the death of the “people’s princess.” (AP Photo/Herman Knippertz, File)

Prinzessin Diana, auch Lady Di genannt, 1987 in Bonn, Deutschland. Bild: AP

Lady Diana: Charles sagte ihr in der Nacht vor der Hochzeit, dass er sie nicht liebt

Ein Interview der Prinzessin Diana veränderte die Sicht auf die englischen Royals nachhaltig. Vor 25 Jahren spielte die Königin der Herzen mit offenen Karten – und bleibt bis heute unvergessen. Nun, Jahre später, verrät eine Insiderin intime Details. Charles soll die Prinzessin nicht geliebt haben.



Mit einem einzigen Interview hat Prinzessin Diana vor 25 Jahren die britische Monarchie in ihren Grundfesten erschüttert. Mehr als 200 Millionen Menschen verfolgten weltweit am Fernseher, wie die hübsche und volksnahe Diana frank und frei über die emotionale Kälte am Hofe und die Untreue ihres Gatten Prinz Charles plauderte. Schlimmer noch: Sie sagte, dass Thronfolger Charles wohl nicht für den «Top-Job» – also König zu sein – geeignet sei. Bessere wäre es, wenn Sohn William später direkt Elizabeth II. auf den Thron folge.

Drei Jahre lang lebte Diana damals schon von ihrem Mann getrennt, der eine lange Affäre mit Camilla Parker Bowles hatte. «Ich will keine Scheidung», sagte Diana in dem BBC-Interview am 20. November 1995. Sie wolle aber Klarheit. «Ich warte auf die Entscheidung meines Mannes über den Weg, den wir einschlagen sollen.» War Camilla der Grund für das Scheitern ihrer Ehe? «Nun, wir waren zu dritt in unserer Ehe. Das war ein bisschen viel», sagte die Prinzessin.

Diana (1961–1997) – Leben, Liebe, Tod: Die schönsten Bilder

Ungewöhnlich offen waren Dianas Worte. «Ich möchte Königin im Herzen der Menschen sein. Aber ich sehe mich nicht als Königin dieses Landes.» Doch sie teilte auch heftig aus: «Ich glaube nicht, dass viele Leute mich als Königin wünschen. Ich meine vor allem das Establishment, in das ich hineingeheiratet habe. Für die bin ich ein Versager.» Vorwürfe, sie wolle die Monarchie zerstören, wies sie zurück. «Warum sollte ich etwas zerstören, das die Zukunft meiner Kinder sichert? Ich werde für meine Kinder auf allen Ebenen kämpfen.» Sie selbst wollte eine Art Sonderbotschafterin für ihr Land werden.

Die 34-Jährige gab auch zu, selbst eine Affäre gehabt zu haben: Sie hatte Trost bei Reitlehrer James Hewitt gesucht und wurde letztlich durch seine Indiskretionen enttäuscht. Das Verhältnis habe die Grenzen der Freundschaft überschritten, sagte sie. «Ich habe ihn angebetet. Ja, ich war in ihn verliebt.» Auch von Selbstverletzungen – Schnitte in Arme und Beine – und Bulimie berichtete sie.

ZUM 20. TODESTAG VON PRINZESSIN DIANA AM DONNERSTAG, 31. AUGUST 2017, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - In this June 22, 1982 photo Britain's Prince Charles, Prince of Wales, with his wife Princess Diana taking their newborn son Prince William, as they left St. Mary's Hospital, Paddington, London.  (AP Photo/John Redman)

Lady Di und Prince Charles nach der Geburt ihres ersten Sohnes Prince William. Bild: AP

Interview hatte ein Nachspiel

Das Interview hatte Folgen. Nur einen Monat später wurde bekannt, dass die Queen sich für eine rasche Scheidung des Paares aussprach. Charles war einverstanden und liess über seinen Sprecher erklären: «Der Prinz hat nicht die Absicht, wieder zu heiraten.» Empört war die Monarchin Berichten zufolge vor allem darüber, dass ihre Schwiegertochter die Eignung von Charles für den Thron anzweifelte. Dianas heimlich arrangierter Fernsehauftritt wurde als Vertrauensbruch gegenüber dem Königshaus gewertet.

Die Royals verloren nach dem Interview drastisch an Ansehen, wie Umfragen ergaben. Dass Diana für das Wohl ihrer «Boys» Harry und William, damals 11 und 13 Jahre alt, kämpfte und «nicht leise verschwinden» wollte, liess sie in der Gunst der Briten steigen. Psychologen sahen in ihr eine ideale Identifikationsfigur für frustrierte Frauen: Sie habe stets versucht, alles richtig zu machen, ohne dass man es ihr gedankt habe. Zudem habe sie den «Kampf der Frauen» mit einer charmanten Ausstrahlung verbunden. Der Chefredakteur der Boulevardzeitung «Sun» lobte Diana sogar als Mischung zwischen einem Supermodel und Mutter Teresa.

Kritiker bezeichneten die Prinzessin mit dem scheuen Blick dagegen als eine berechnende Frau. Nicholas Soames, ein Freund von Charles und damals Staatssekretär im Verteidigungsministerium, sprach vom «Schauspiel eines angeblichen Opferlamms, das an Verfolgungswahn grenzt». Ob gut oder böse: Für das Königshaus war das Interview wie eine schallende Ohrfeige. Ein Gewinner des Skandals war hingegen die BBC; der Sender verkaufte das Interview in mehr als 100 Länder.

FILE PHOTO - Britain's Princess Diana holds Prince Harry as her older son Prince William (L) looks out over the balcony of Buckingham Palace after attending the Trooping the Colour ceremony in London, June 11, 1988.  REUTERS/Stringer/File Photo

Die Prinzessin mit ihren zwei Söhnen William und Harry. Bild: REUTERS/Stringer/File Photo

Vertraute packt aus

Ein Vierteljahrhundert später äussert sich jetzt Penny Thornton, eine mit Diana befreundete Astrologin, zur royalen Beziehung der Eltern von Harry und William.

«Eines der schockierendsten Dinge, die Diana mir erzählte, war, dass Charles ihr in der Nacht vor der Hochzeit sagte, dass er sie nicht liebt», erklärt Thornton in der neuen TV-Dokumentation «The Diana Interview: Revenge of a Princess». Warum der älteste Sohn der Queen dieses Geständnis gerade kurz vor dem Jawort machte, auf das die ganze Welt damals blickte, kann Penny Thornton nur vermuten: «Ich glaube, Charles wollte nicht unter einer falschen Prämisse in die Ehe starten. Er wollte mit ihr ins Reine kommen, und es war verheerend für Diana.» Die spätere Prinzessin der Herzen habe zu diesem Zeitpunkt darüber nachgedacht, nicht an ihrer eigenen Hochzeit teilzunehmen, so die Sterndeuterin.

Vorwürfe an BBC

Dianas Bruder, Charles Spencer, wirft dem Journalisten Martin Bashir allerdings vor, sich das Interview mit seiner Schwester damals mit unlauteren Methoden – etwa gefälschten Kontoauszügen – verschafft zu haben. Diese sollten demnach den Eindruck erwecken, Menschen wären dafür bezahlt worden, Informationen über Diana preiszugeben. Man nehme die Vorwürfe «sehr ernst», sagte kürzlich BBC-Chef Tim Davie. Der Sender will eine unabhängige Untersuchung einleiten. Bashir konnte aus gesundheitlichen Gründen zunächst nicht befragt werden, er soll unter den Folgen einer Covid-19-Erkrankung leiden.

Viel ist seit dem Interview vor 25 Jahren geschehen. Trotz Beteuerungen von Prinz Charles, nie wieder zu heiraten, ging er viele Jahre später doch den Bund der Ehe ein: mit Camilla, die früher von der britischen Presse als Rottweiler verspottet worden war. Charles, einst als snobistisch kritisiert, und Camilla geniessen heute bei den meisten Briten ein hohes Ansehen. Sie gelten als bodenständig und setzen sich für wohltätige Zwecke ein. Prinzessin Dianas Leben war hingegen nur kurz. Keine zwei Jahre nach dem spektakulären Interview verunglückte sie – von Paparazzi verfolgt – tödlich bei einem Autounfall mit ihrem Geliebten Dodi Al Fayed in einem Pariser Tunnel. (cki/sda/dpa/t-online)

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