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streit eltern

Dass meine Mutter sich nicht getraut hat, meinen Vater zu verlassen, konnte ich lange Zeit nicht nachvollziehen. Bild: shutterstock

Ich wünschte, meine Eltern hätten sich getrennt

Emilia Schneider (Name von der Redaktion geändert) hat das Leid von Scheidungskindern nie richtig nachvollziehen können. Denn die heute 32-Jährige hat sich immer gewünscht, dass ihre Eltern sich trennen. Die Geschichte eines Wunsch-Scheidungskinds.

*emilia schneider / watson.de



Meine Kindheit war sehr laut oder sehr leise. Dazwischen gab es nicht viel.

Sehr laut war es, wenn meine Eltern sich wieder einmal gegenseitig anschrien. Manchmal weil meine Mutter wieder einmal etwas falsch gemacht hatte und mein Vater vor Wut tobte. Manchmal weil das Geld zu Hause knapp war. Manchmal war mir der Grund auch nicht ganz klar.

Und sehr leise wurde es dann, wenn mein Vater schmollte und weder meine Mutter noch ich uns trauten, ein weiteres Wort zu sagen.

Die Beziehung meiner Eltern war ein Problem. Es war erst nur deren Problem, und dann wurde es mein Problem, weil sie ihre Probleme offen austrugen. Es ist denkbar unangenehm, wenn die meisten gemeinsamen Abendessen oder Ausflüge in Schreien oder Schmollen ausarten – und vor allem unfair, wenn man das als Kind dann irgendwie ausbaden muss. Fand ich damals zumindest.

Deswegen wäre es mir lieber gewesen, meine Eltern hätten ihr grosses Problem – sprich ihre Beziehung – aus der Welt geschafft. Ich wünschte, sie hätten sich scheiden lassen. Den richtigen Zeitpunkt zum Absprung zu finden, hätte uns allen wohl eine Menge Schwierigkeiten, Nerven und Tränen erspart.

Ich habe Scheidungskinder immer ein wenig beneidet

Bis heute, als erwachsene Frau Anfang 30, habe ich Schwierigkeiten, die Trauer von Scheidungskindern nachzuvollziehen. Natürlich kann ich verstehen, dass es schlimm sein muss, die eigene Familie auseinander brechen zu sehen.

Aber es fehlt immer etwas, um so richtig Mitleid empfinden zu können – denn ein bisschen habe ich Scheidungskinder immer beneidet. Lieber getrennte Eltern, die einen jeder für sich lieb haben, als Eltern, die gar nicht mehr in der Lage sind, Liebe zu transportieren. Weil sie so sehr damit beschäftigt sind, sich gegenseitig zu hassen.

«Lieber getrennte Eltern, die einen jeder für sich lieb haben, als Eltern, die gar nicht mehr in der Lage sind, Liebe zu transportieren. Weil sie so sehr damit beschäftigt sind, sich gegenseitig zu hassen.»

Keine Frage, auch Scheidungen hinterlassen ihre Spuren bei den Kindern. Ein Freund von mir musste zum Beispiel mit 13 eine Schulklasse wiederholen, weil seine Eltern sich damals getrennt haben. Bis heute hat er Schwierigkeiten, über das Thema zu sprechen.

Ein anderer Freund, der 12 war, als sein Vater die Familie verliess, sagte neulich erbost: «Mein Vater war eben egoistisch – er hat sein eigenes Glück über meines gestellt.»

Ich musste mir auf die Zunge beissen, um nicht zu fragen: Ist das nicht irgendwie sein gutes Recht? Hättest du lieber dauerhaft unglückliche Eltern zu Hause gehabt? Denn nur wegen ihrer Trennung können deine Eltern heute andere, glücklichere Beziehungen führen. Weisst du eigentlich, wie beschissen das ist, wenn du mit deinen wenigen Lebensjahren deine Erziehungsberechtigten anschaust und denkst: Leute, so nicht – das müsstet ihr doch besser wissen?

Meine Mutter hat sich nicht getraut, meinen Vater zu verlassen

Ich erinnere mich an einen Familienurlaub, da war ich 12. Wir waren gemeinsam mit einem Freund meines Vater in Frankreich campen. Als mein Vater abends schon geschlafen hat, hat meine Mutter dem Kumpel ihr Herz ausgeschüttet: über die cholerischen Anfälle meines Vaters. Seine Engstirnigkeit. Seine Unfähigkeit, über ihre Beziehungsprobleme zu sprechen.

Der Kumpel hat das blöderweise bei nächster Gelegenheit meinem Vater erzählt. Und der ist natürlich ausgerastet.

Die Situation endete damit, dass mein Vater meine Mutter und mich, irgendwo zwischen Zelten und WC-Häuschen in Südfrankreich, fragte, ob er uns verlassen sollte.

Meine Mutter und ich trauten uns nicht, etwas zu sagen. Später, als meine Mutter und ich gemeinsam im Zelt lagen und uns flüsternd unterhielten, fragte ich, warum sie meinen Vater nicht verlassen will. Sie sagte: «Ich wüsste dann doch nicht, wohin mit uns.»

Die Situation zu Hause machte mich depressiv

Trennungen sind immer schwierig – davon können nicht nur direkt Betroffene, sondern auch indirekt Betroffene wie Scheidungskinder sicherlich ein Lied singen. Trennungen sind allerdings vor allem dann ein Problem, wenn sie schon wie ein unüberwindbares Hindernis im Raum stehen – und dann trotzdem nicht vollzogen werden.

«Meine Mutter hat sich nicht getraut, meinen Vater zu verlassen – bis er schliesslich starb.»

Es gibt viele Gründe, sich nicht zu trennen. Manchmal möchte man die Norm wahren, weil man glaubt, Vater-Mutter-Kind müssen eine Einheit bilden. Oder man ist finanziell abhängig von seinem Partner. Bei meiner Mutter war es schlichtweg die Angst vor dem Danach.

Dass meine Mutter sich nicht getraut hat, meinen Vater zu verlassen, konnte ich lange Zeit nicht nachvollziehen. Auch nicht, dass mein Vater nicht anerkannt hat, wie kaputt deren Beziehung ist. Deswegen habe ich mich als Teenager immer weiter von meinen Eltern distanziert. Wurde depressiv. Habe angefangen, die Schule zu schwänzen, bin manchmal tagelang nicht Heim gekommen – nur, um dem dauerhaften Beziehungsstress zu entfliehen.

Zu Lebzeiten haben sich meine Eltern nicht mehr getrennt. Sie waren noch zusammen, als ich schon erwachsen war und mein Vater aufgrund einer kurzen, aber heftigen Krankheit schliesslich starb. Bis dass der Tod euch scheidet, im wahrsten Sinne der Worte.

Scheidungen sind nicht einfach – aber sie bieten auch Chancen

Was Scheidungskinder und ich gemeinsam haben: Wir mussten beide mitansehen, wie zwischenmenschliche Beziehungen zu Bruch gehen. Wir wissen schon von klein auf, dass das romantische Liebesideal nicht existiert. Dass die ganzen Liebesfilme, Disney und Sitcoms uns etwas vormachen. Am Ende kriegen sie sich eben nicht, sondern bekriegen sich.

Was ich als Wunsch-Scheidungskind allerdings sehen musste, war eine Ohnmacht gegenüber dem gescheiterten Liebesglück. Es geht nicht vor und auch nicht zurück. Die Beziehung der Eltern ist nicht zu retten, und jetzt muss man eben damit leben. Das zerstört das Familienleben, denn Mama und Papa schaffen es erfahrungsgemäss nicht, es lediglich untereinander auszumachen.

«Scheidungskinder und ich wissen: Das romantische Liebesideal existiert nicht. Am Ende kriegen sie sich nicht, sondern bekriegen sich.»

Das kann natürlich durchaus auch bei Trennungen passieren. Ich kenne Familien, die ihre Kinder bei sämtlichen Rechtsstreitigkeiten mitgezerrt haben, die angefangen haben, Söhne und Töchter gegen Väter und Mütter auszuspielen, die ihre Konflikte über den Nachwuchs ausgetragen haben. Bloss: Bei einer Trennung scheint das Ende so in Sicht zu sein.

Wer sich trennt, ist irgendwann getrennt und hat zumindest die Chance, dass es irgendwann wieder besser werden kann. Dass das nicht immer klappt – geschenkt. Aber ich hätte mir als Kind so sehr gewünscht, zumindest eine Möglichkeit für meine Eltern zu sehen, unabhängig voneinander glücklich zu werden.

Ich habe Liebe kennengelernt als gegenseitigen Hass

Ich habe lange Zeit gebraucht, um zu verstehen, auf welche Art und Weise mein Verhältnis zu Liebesbeziehungen gestört ist. Dass wir alle irgendeinen Knacks haben, ist wohl normal, schätze ich. Verlustängste haben bestimmt viele Menschen, vielleicht Scheidungskinder noch mehr. Die Angst, anderen Menschen zu trauen oder keine Beziehung eingehen können möglicherweise auch.

Ich kenne Liebe allerdings oftmals nur als Zustand von gegenseitigem Hass. Und dieser Hass ist alternativlos. Da bin ich von meinen Eltern geprägt. Dass mein Partner mir prinzipiell keinen Schaden zufügen will, musste ich und muss ich auch immer noch lernen. Dass ich toxische Beziehungen eigenmächtig verlassen kann auch.

Ich will nicht dafür plädieren, dass man Beziehungen aufgibt, sobald es kompliziert wird. Aber ich finde, wenn man merkt, dass etwas dauerhaft schief läuft mit dem Partner, sollte man den Notausgang wählen. Auch – oder gerade dann – wenn Kinder im Spiel sind. Die Situation wird dadurch nicht einfacher – auf lange Sicht allerdings vielleicht gesünder. Am Ende ist es am wichtigsten, dass ihr euch offen mit euren Emotionen auseinandersetzt und so einen gesunden Umgang mit Liebe und Beziehungen mitgebt.

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73Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Chey123 16.07.2019 14:44
    Highlight Highlight Danke für diesen berührenden Bericht und die vielen Kommentare... Merci, euren Schmerz zu lesen tut so weh, kann es zu gut nachempfinden... aber auch „schön“ zu lesen das ich nicht alleine bin...
    eine liebe Umarmung an alle die eine gebrauchen können.
  • OrbiterDicta! 16.07.2019 11:59
    Highlight Highlight Meine Eltern haben damals "gewagt" sich zu trennen und ich war richtig froh darüber! Heute sehen sie sich regelmässig, verbringen Wochenende gemeinsam, aber ohne eine feste Beziehung. Besser hätte es nicht kommen können. Und ich habe meine teen Jahre damit verbracht so lange beim einen zu wohnen bis ich nicht mehr konnte, um dann zum anderen zu ziehen. 😀 War aber immer meine Entscheidung.
    Loslassen ist immer schwierig, aber wenn man es richtig macht, erspart man allen Beteiligten eine Menge Schmerzen, Trauer und Leid.
    An alle die nicht so ein Glück hatten, fühlt euch von mir gedrückt!
  • lucasm 15.07.2019 12:27
    Highlight Highlight Eine Trennung der Eltern hat das Ende des gegenseitigen Hasses leider nicht automatisch zur Folge. Der gegenseitige Hass der beiden Seiten (inkl. jeweilige Familie und Umfeld) geht in meinem Fall selbst nach dem Tod eines Elternteils noch weiter.
  • Nkoch 15.07.2019 11:51
    Highlight Highlight Ich war mit 11 auch schon kurz davor, meinen Eltern eine Scheidung zu empfehlen. Heute frage ich mich oft und was für einen Unterschied es genacht hätte WENN ich etwas gesagt hätte... hab ich aber nicht. Mittlerweile ist sie seit bald 20Jahren tot und ihm ist eine peinliche Trennung erspart geblieben.
  • JaneDoe 15.07.2019 11:04
    Highlight Highlight Ich habe auch genau das gleiche erlebt und bin nun ausgezogen. Leider habe ich seit jeher extreme Ängste vor Nähe und Bindungen und denke, dass ich für immer alleine sein werde. Hat jemand dieses Problem in den Griff bekommen?
    • atorator 15.07.2019 11:34
      Highlight Highlight Ich hatte das gleiche Problem, liebe Jane. Ich hatte den Glauben in die Menschheit verloren. Komplett. Bin zwar nicht der Typ, der anderen Ratschläge geben kann. Aber mir hat geholfen, erstmal den Druck rauszunehmen und mit mir selbst klar zu kommen. Du wirst staunen, wie viele Leute die gleichen Struggles haben wie wir. In Beziehungen zu flüchten macht es nicht besser.

      Ich behaute auch, mit erst 43, niemals wieder eine enge Bindung eingehen zu können. Aber ich konzentriere mich auf meine beiden besten Freunde, die ich schon seit 30 Jahren habe. Fühle dich von mir umarmt.
  • Capri-Sonne Wild Berries 15.07.2019 08:20
    Highlight Highlight Ich habe meine Mutter am Schluss regelrecht gehasst, weil sie es nicht geschafft hat, von unserem Tyrannen-Vater wegzukommen. Wie kann man sich nur so behandeln lassen? Es war mir unverständlich. Bin mit dem ersten Lehrlingslohn ausgezogen. Geflüchtet.

    Heute 30 Jahre später weiss ich, dass mein Vater eine krankhafte Persönlichkeitsstörung hat. Mutter ist noch immer bei ihm, leidet still und es wird sich nichts mehr ändern. An dieser Kindheit hatte ich viele Jahrzehnte zu kämpfen und sie beeinflusst mein Leben bis heute.
    • atorator 15.07.2019 11:07
      Highlight Highlight Du bist nicht alleine, bei mir genau das gleiche. Ich hätte sogar Verständnis dafür, wenn meine Ma ihm mit einem Stück Holz eins übergebraten hätte.
  • ciaociao 15.07.2019 08:16
    Highlight Highlight Liebe *Emilia

    du redest mir aus der Seele. ich sehe so viele Parallelen.
    Einzig bei mir wurde dann nach einem besonders harten Vorwurf & Streit ein Schlussstrich gezogen.. Zwar erst nach meinem Auszug, aber naja. Die Scheidung zieht sich auch jetzt 6 Jahre später dahin.. Aber immerhin; ich kann beide Elternteile besuchen & beide zeigen mir auf Ihre Art ihre Zuneigung.
  • atorator 15.07.2019 08:03
    Highlight Highlight Danke Leute, habe gestern geheult wie noch selten. Hat gut getan. War mir gar nicht bewusst, dass das noch so ein Thema ist bei mir.

    Evtl. sollte ich mir mal professionell helfen lassen.

    • Sagittarius 15.07.2019 20:49
      Highlight Highlight Hab jetzt einige Deiner Kommentare gelesen und meine Augen wurden feucht.

      Die erste Beziehung die wir haben, ist die zu unseren Eltern, das prägt mehr als uns lieb ist.

      Ich habe mich vor Jahren für eine Psychoanalyse entschieden und keine klassische Therapie. Da kamen Sachen, Strategien und Muster ans Licht, ich persönlich hätte das alleine nicht so gründlich geschafft.

      Es lohnt sich immer, sich mit gewissen Themen auseinander zu setzen. Man kann sich aus ziemlich jedem Imperium befreien und mit den Erkenntnissen bewusster leben.

      Alles Gute Dir ❤️
  • Janis Joplin 15.07.2019 07:12
    Highlight Highlight Ich sehe das alles auch so. Bei unserem Fall würd ich behaupten dass beide Elternteile noch leben würden, hätten sie sich nicht bekriegt.
  • Bronko 15.07.2019 01:11
    Highlight Highlight Es ist nie gut für Kinder, wenn Eltern streiten. Es beeinträchtigt aber nicht zwingend das Kind.

    Klar ist aber, dass ein Kind von ca. 2 – 10 J. im Normalfall von sich aus nie einen Abbruch o. eine Reduzierung zu einer Beziehung eines Elternteiles aus seiner familiären Lebenswelt wünscht oder dies rational verstehen kann.

    Darum geht eine Trennung für Kinder bis zu gewissem Alter meistens mit einem emotionalen und familiären Verlust einher.

    So pragmatisch vernünftig kann man dies dann jeweils erst als Jugendlicher bzw. Erwachsener ansehen ("wäre froh gewesen, sie hätten sich getrennt").
    • DieFeuerlilie 15.07.2019 08:42
      Highlight Highlight Also ich wünschte mir von klein auf, dass meine Mutter meinen Vater verlässt.
      Weil er nicht gut war zu ihr. Und zu mir auch nicht. Im Gegenteil, sehr viel psychische und physische Gewalt.

      Und ich bin sicher, dass das nicht nur in meinem Fall so war.

      Und drum halte ich deinen “Klar ist, ...“-Absatz für überhaupt nicht so klar.

      Menschen -also auch Eltern- sollten sich trennen, wenn es nicht mehr geht. Es aus Rücksicht auf die Kinder nicht zu tun, halte ich für falsch, weil dabei alle leiden, nicht nur das Paar.
    • Bronko 15.07.2019 11:46
      Highlight Highlight Liebe Feuerlilie
      Ja. Das sehe ich schon auch so. Es gibt natürlich auch eine Beziehung jenseits von Gut, darum habe ich geschrieben „normalerweise“. Wollte darauf noch mehr eingehen, aber der Platz reichte nicht aus. Die Voraussetzungen für „normal“ ist, dass beide Eltern eine liebevolle Beziehung zum Kind haben von Beginn an. Physische und psychische Gewalt ist kindsgefährdend und definitiv schädigend.
  • Luzifer Morgenstern 15.07.2019 00:43
    Highlight Highlight Danke für den Bericht. Es ist schön, hinter die Fassade der anderen zu sehen. Diese Offenheit braucht Mut.

    Der Leidensdruck ist individuell. Und wenn eine Beziehung so richtig vergiftet ist, dann kann man sie meistens auch dann nicht mehr retten, wenn man sie auflöst.

    Wenn Kinder im Spiel sind, dann ist man in gewisser Form für 20 bis 30 Jahre gebunden, bevor man wieder voneinander loskommt. Und die Kinder sind in dieser Zeit an die toxischen Eltern gebunden. Darum ist eine Scheidung oder eine Nicht-Scheidung keine Lösung, wenn die Eltern nicht erwachsen werden.

    Hilft das beim Verzeihen?
  • broccolino 15.07.2019 00:35
    Highlight Highlight Meine Eltern sind noch immer zusammen. Dennoch habe ich schon früher oft gedacht, ob eine Trennung für beide nicht einfacher wäre - sie sind nicht einmal verheiratet. Und zwar nicht, weil sie sich ständig streiten (habe glaube nie einen Streit mitgekriegt), sondern weil sie sich einfach gleichgültig sind und koexistieren. So was ist auch nicht schön anzusehen, insbesondere, nachdem ich bei den schwer verliebten Schwiegereltern gesehen habe, wie es eben auch noch ginge...
  • weissauchnicht 14.07.2019 23:41
    Highlight Highlight Ich war mit 11 Jahren schlicht froh, als sich meine Eltern trennten, weil es ehrlich war. Es war zu offensichtlich, dass es nicht mehr funktionierte. Ich lebe seither damit, dass ich einen Vater und eine Mutter, aber keine Eltern habe.

    Wir 3 Kinder haben alle guten Kontakt zu beiden. Trotzdem gehen sie sich auch 30 Jahre später immer noch aus dem Weg. Das schmerzt am meisten...
  • sowhat 14.07.2019 23:05
    Highlight Highlight Hier ein positives Beispiel: meine Mutter hatte den Mut zu gehen. Sie hat bei null neu angefangen. Und sie hat es geschafft, trotzdem immer in fairem Ton von meinem Vater zu sprechen. Ebenso mein Vater. Er hat grundsätzlich mit Wertschätzung von meiner Mutter gesprochen. Wenn, dann waren es Betreuer/innen, die Misstrauen bei mir gesät haben.
    Als Teenie war mir klar, dass das mit meinen Eltern nie hätte gutgehen können. Diese Charaktere haben einfach nicht gepasst. Ich war den beiden immer dankbar, dass sie die Scheidung durchgezogen haben. Beide haben eine neue Partnerschaft.
    Es geht also.
  • ræman 14.07.2019 22:57
    Highlight Highlight Meine Eltern haben sich getrennt, als ich etwa 10 Jahre alt war. Ich glaube, sie haben damals den richtigen Zeitpunkt erwischt. Es gab zum Glück keinen Rosenkrieg und sie trennten sich im Guten. Meine Schwester und ich sind beim Vater aufgewachsen, konnten die Mutter aber jederzeit besuchen, sie wohnte unweit und hatte auch ein Zimmer für uns.
    Für mich war es anfangs zwar schwierig, konnte mich aber schnell daran gewöhnen. Meine Eltern haben heute noch einen guten Kontakt zueinander. So sollte es sein: wenn sich die Eltern erwachsen verhalten, haben Scheidungskinder keinen Nachteil.
  • SunshineCoast 14.07.2019 22:57
    Highlight Highlight Ich wünschte damals meine Eltern hätten mich weggegeben. Bei uns wurde auch immer gestritten und obwohl ich nichts dafür konnte wurde ich immer als Sündenbock benutzt. Meine Mutter hat oft monatelang nicht mit mit gesprochen wegen den banalsten Dinge (einmal habe ich mein Sandwich zuhaude vergessen). Heute noch sind meine Eltern immernoch gleich. Ich bin mit 18 ausgezogen sonst hätte ich es nicht mehr ausgehalten.
    • Baccaralette 15.07.2019 09:22
      Highlight Highlight Hast du noch Kontakt mit deinen Eltern?
      Ich meine solche Situationen sind ja echt zum kotzen. Und trotzdem ist man in dieser Beziehung vielfach masochistisch - und jede rum einen herum impft einem noch immer ein, man hat nur einmal Eltern.
      Was aber, wenn die Eltern so unfähig sind, Eltern zu sein?
      Ich bin ebenfalls mit 18 zu Hause ausgezogen - mein Vater ist ein Diktator und meine Mutter absolut loyal. Für mich als freie Seele der absolute Horror!
      Heute beschränkt sich unser Kontakt wieder auf ein Minimum, da sie meinen Mann (dunkelhäutig) nicht akzeptieren (wollen / können).
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 15.07.2019 13:10
      Highlight Highlight "Und trotzdem ist man in dieser Beziehung vielfach masochistisch - und jede rum einen herum impft einem noch immer ein, man hat nur einmal Eltern."
      Wie wahr. Ich habe zehn Jahre immer wieder schmerz und Erniedrigung ertragen.
      Aber mein Umfeld hat aufgehört mir zu sagen, dass man nur einmal Eltern hat.
      Meine engsten Freunde kennen meine Erzeuger. Und alle sagen das selbe. Gegen außen machen sie auf nett, verständnisvoll und offen. Jedoch durchschaut man diese Fassade sehr schnell. Besonders meine Expartnerinnen bemerkten immer extrem schnell, dass meine Mutter niemanden an meiner Seite duldet
  • MorukNo1 14.07.2019 21:52
    Highlight Highlight Ich finde, der Artikel geht ein bisschen an der Kernproblematik vorbei. Die genannten negativen Beispiele beruhen doch eher auf respektlosem Umgang miteinander als darauf, ob geschieden oder zusammen geblieben.

    Dass aus dem respektvollen Umgang zwangsläufig eine Scheidung resultiert, wenn die Liebe weg ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber diese ist für alle Beteiligten wahrscheinlich halb so wild, wenn nich intrigiert wird und die Kinder instrumentalisiert werden - sprich wenn der respektvolle Umgang gegeben ist.

    Es grüsst ein Scheidungskind.
  • JaneSodaBorderless 14.07.2019 21:30
    Highlight Highlight 2/2 Die Scheidung hat mir nicht den Glauben an die Liebe genommen und ich hatte trotz allem eine tolle Kindheit und eine sehr liebevolle Mama.
    Geprägt hat es mich insofern als das es mir sehr wichtig ist und ich darauf bedacht bin in Beziehungen finanziell unabhängig zu sein.
  • JaneSodaBorderless 14.07.2019 21:27
    Highlight Highlight 1/2 Für mich war die Trennung meiner Eltern eine sehr grosse Erleichterung. Und nach der ersten schlimmen Trennungs- und Scheidungszeit ging es dann bergauf.
    Meine Mutter hat sich jahrelang nicht getraut zu trennen.
    Einerseits hatte sie Schuldgefühle uns Kindern gegenüber (weil sie uns die Familie nimmt) zudem war sie finanziell abhängig von meinem Vater da Hausfrau. Einen Job zu finden nach so vielen Jahren Zuhause ist nicht einfach. Sie hatte auch Angst was ihre Bekannten und die Leute im Dorf dazu sagen würden und sozial geächtet zu werden.

  • naja55 14.07.2019 21:18
    Highlight Highlight hab vergessen dazu zu schreiben, dass meine mutter sich manchmal vorwürfe macht ob es ohne scheidung nicht besser gewesen wäre.
    ich kan nur sagen danke mama! meine kindheit so schön wie sie war hätt ich ohne die scheidung nie gehabt
  • naja55 14.07.2019 21:14
    Highlight Highlight nicht so einfach ist es wenn der eine part (bei mir meine mutter) dies einsieht und der vater nicht und hasserfüllt ist, so wie nicht im stande zu lieben, oder es war einfach seine komische art zu lieben die sich für mich nie wie wahre liebe angefühlt hat
  • Nausicaä 14.07.2019 21:04
    Highlight Highlight "Bis heute, als erwachsene Frau Anfang 30, habe ich Schwierigkeiten, die Trauer von Scheidungskindern nachzuvollziehen."

    Tut mir leid, aber das klingt unreif und ausgeprägt narzisstisch.

    Schon mal was von langwierigen und zehrenden Scheidungskriegen gehört oder davon, dass das alleinerziehende Elternteil in Depressionen gerät und die Erziehung und das Kind massiv leidet? Dass x Kinder mit quasi nur einem (überlasteten) Elternteil aufwachsen?

    Leiden kennt Tausend Variationen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es für dich sehr hart war. Warum fällt es dir umgekehrt so schwer?




    • wintergrün 14.07.2019 21:37
      Highlight Highlight Ich kann die Autorin gut verstehen. Finde sie nicht unreif oder narzisstisch.
    • sowhat 14.07.2019 23:09
      Highlight Highlight Sie hat ja geschrieben, dass sie die Scheidungskinder beneidet hatte.
      Erwartest du von einem leidenden Kind etwa eine sachliche Abschätzung der möglichen Varianten?
    • Nausicaä 14.07.2019 23:16
      Highlight Highlight @sowhat: Ähm. Nochmals: "Bis heute, als erwachsene Frau Anfang 30"...!
    Weitere Antworten anzeigen
  • sikki_nix 14.07.2019 20:41
    Highlight Highlight Vielen Dank für deine Offenheit! Ich habe als kind 2 scheidungen durchgemacht und war deswegen lange am hadern. Wenn ich aber sehe, wie lieblos manche Kinder die Beziehungen ihrer Eltern miterleben müssen, denke ich auch, dass eine Scheidung die bessere Alternative ist. Schliesslich ist es ja auch eine sehr schlechte Lektion für die Kinder, wenn man ihnen vorlebt, dass eine Beziehung nur mangels alternativen oder aus Abhängigkeit besteht. Ich bin mittlerweile selbst Vater und in einer glücklichen Beziehung von welcher ich hoffe es auch in 10 Jahren und mehr noch sagen zu können.
  • JaneD 14.07.2019 19:43
    Highlight Highlight Toller Artikel, manchmal sind Scheidungen leider einfach besser, als ein zerrüttetes Familienleben, das gar keines mehr ist. Auch ich bin froh, waren meine Eltern geschieden.

    Eine etwas andere Frage: Bei diesen Artikeln fallen mir öfters die pinken „Zitate“ auf, sieht zwar gut aus, aber worin liegt der Sinn dieser Einschübe, wenn die selben zwei Sätze gleich im Anschluss oder kurz vorher im normalen Text erneut stehen? Ich nerve mich jedesmal, wenn ich doppelt lesen muss...
    • DieFeuerlilie 15.07.2019 08:48
      Highlight Highlight Danke!
      Ich lese diese “Zitate“ garnicht mehr, genau deswegen.
  • Newski 14.07.2019 17:56
    Highlight Highlight Das Problem ist, dass Du nicht weisst, wie es rausgekommen wäre, wenn sich Deine Eltern hätten Scheiden lassen. Du denkst, alles wäre besser gewesen, als das, was Du erlebt hast. Ich vermute, dass Du dir als Kind in Deiner Not (Du hast darunter gelitten) einen idealisierten Weg vorgestellt hast (als den besseren Weg). Ob es aber wirklich besser für Dich gekommen wäre, bleibt die grosse Unbekannte.
    Zum Streiten braucht es immer 2. Deine Eltern hätten sich professionelle Hilfe von aussen holen müssen, um den Alltag besser (ruhiger) gestalten zu können. Vielen fällt es aber schwer, dies zu tun.
  • Grohenloh 14.07.2019 17:46
    Highlight Highlight Ich habe die Trennung meiner Eltern als Verbesserung der Situation wahrgenommen.
    Es war kein Krieg und keine Brutalitäten. Aber es war andauernd angespannte Stimmung.
    Danach musste ich mir zwar auch von beiden Seiten anhören, wie schlecht der andere Elternteil war. Aber auch dies nicht im Exzess.
    Die Beziehung zu meinem Vater wurde besser, als er weg war und ich ihn alle zwei Wochen am Wochenende besuchte.
    Ich war auch schon 13. Mein 3.5 Jahre jüngerer Bruder, der die Bessere Beziehung zum Vater hatte, litt eher.

    Ich finde: Scheidung ist besser als Krieg. Einfach mögl. die Kinder verschonen!
    • koalabear 14.07.2019 21:16
      Highlight Highlight Leider wird der Krieg trotz Scheidung oft weitergelebt. Der ehemalige Partner wird gegenüber den Kindern oder auch dem sozialen Umfeld gegenüber schlecht gemacht. Auch nach über 10 Jahren Trennung können sie sich nicht für einen Abend zusammenreissen. Ich habe viele Teennungen in meinem Umfeld mitbekommen. Es gibt einige, die es wirklich geschafft haben einen sauberen Strich zu ziehen. Leider ist die Mehrheit der getrennten immer noch in den alten Rollen verhaftet.
  • LupaLouu 14.07.2019 17:31
    Highlight Highlight Vielen Dank für deine ehrlichen Worte. Wie sehr du mir doch aus der Seele sprichst... Mir wäre es so viel lieber gewesen, wenn meine Eltern sich früher getrennt hätten. Jetzt haben alle den noch grösseren Salat, als sie wahrscheinlich zu einer früheren Zeit gehabt hätten.
  • Antigone 14.07.2019 17:24
    Highlight Highlight Seit ich denken kann, wünsche ich mir, dass sich meine Eltern trennen.
    Ich bin mittlerweile 26 und denke das immer noch. Aber meine Mutter hat(te) auch zu sehr Angst vor dem „Danach“.
    Es gab Tage, da flehte ich sie an, zusammen von zu Hause zu flüchten. Aber sie konnte einfach nie. Stattdessen blieben wir mit diesem Tyrannen (Vater) zu Hause - in ständiger Angst.

    Und auch erst seit kurzem kapiere ich langsam, dass die Beziehung meiner Eltern einen sehr grossen Einfluss auf mich hat. Leider zwar eher einen negativen (Bindungsangst, kann niemandem vertrauen, etc., etc...).
    • atorator 14.07.2019 17:40
      Highlight Highlight Wir müssen das - uns zuliebe - überwinden. Ich vertraue auch niemandem mehr, was ziemlich traurig ist.

      Ich weiss noch, wie ich meinen beiden Eltern drohte sie zusammen zu schlagen, wenn sie nicht aufhören, sich zu streiten. Sowas sollte kein Kind erleben müssen.
    • PlusUltra 14.07.2019 22:03
      Highlight Highlight Dieser Mangel an Vertrauen:

      Inwiefern äussert sich der? Angst vor dem Verletztwerden? Und kommt dieses Misstrauen alleine aufgrund der elterlichen Situation? Oder kommen da gescheiterte Beziehungen hinzu?
    • Pitefli 15.07.2019 00:29
      Highlight Highlight Ich wünsch mir dies manchmal immer noch, obwohl ich gleich nach der Lehre ausgezogen bin und mittlerweile eine eigene Familie habe. Bei mir war es umgekehrt. Meine Mutter hat uns alle immer mit ihren Launen tyrannisiert. Wir wurden nie geschlagen aber der ständige Liebesentzug hat mich oft wünschen lassen, dass sie uns als Strafe lieber schlagen würde. Mit meinem Auszug hat sich das Verhältnis zu meiner Mutter gebessert und ich habe vieles verarbeitet aber ich kann jetzt als Mutter ihr Verhalten noch weniger nachvollziehen. Ich kann euch und die Autorin deshalb sehr gut verstehen.
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  • Hoscheho 2049 14.07.2019 17:07
    Highlight Highlight Du sprichst mir aus dem Herzen.
  • Madison Pierce 14.07.2019 17:05
    Highlight Highlight Es macht mich traurig, dass es Eltern gibt, denen nicht klar ist, wie sehr ihre Fehden die Kinder belasten.

    Ob mit oder ohne Scheidung: ist das Kind dabei, hat man sich zusammen zu reissen. Den jeweils anderen Elternteil vor dem Kind schlecht zu machen ist unterste Schublade. Das Kind kann nichts dafür, dass man sich den falschen Partner ausgesucht hat.
  • Theor 14.07.2019 17:04
    Highlight Highlight "Lieber getrennte Eltern, die einen jeder für sich lieb haben, als Eltern, die gar nicht mehr in der Lage sind, Liebe zu transportieren. Weil sie so sehr damit beschäftigt sind, sich gegenseitig zu hassen."

    Die Scheidung räumt den Hass nicht aus dem Weg. Der Scheidungsprozess meiner Eltern ging 12 Jahre, in denen ich mir bei jedem Besuchsrecht anhören musste, wie abscheulich doch der jeweils andere Elternteil sei. Auch heute noch ist dieser Hass nicht verflogen und ich habe mit einem Elternteil kaum noch Kontakt deswegen.
    • atorator 14.07.2019 17:11
      Highlight Highlight Ich habe irgendwann beiden Elternteilen den Schuh gegeben. War eine harte Entscheidung, aber seither geht es mir mit jedem Tag besser.
    • El Vals del Obrero 14.07.2019 17:20
      Highlight Highlight Da war es bei mir doch noch vergleichsweise besser. Die Scheidung verlief einvernähmlich und dauerte nur 1 Jahr. Danach wechselten ich und meine Schwester alle 5 Tage zwischen Vater und Mutter, die im selben Quartier wohnten und sich über gemeinsame Erziehungsfragen einigermassen verständigen konnten. Somit waren juristische Entscheidungen auch belanglos.

      Dafür konnte ich auf beiden Seiten jeweils eine weitere Scheidung erleben. Und kein wirkliches festes Zuhause und Umfeld zu haben behindert die kindliche Persönlichkeitsentwicklung auch stark.

      Aber besser so, als mit Streitigkeiten.
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 14.07.2019 18:18
      Highlight Highlight @Atorator
      Das musste ich auch tun, leider.
      Auch mir geht es je länger je besser. Ich bekomme endlich wieder Zugang zu Gefühlen, die ich lange zeit unterdrückt habe, weil sich beispielsweise ein wütendes Kind nicht gut macht, wenn man so sehr auf den eigenen Ruf bedacht ist.
      Streit wurde sofort abgewürgt, die Nachbarn hätten ja etwas davon mitbekommen können, dass wir auch nur ganz normale Menschen sind.
      Ich trage auch seit dieser Entscheidung auch eine metaphorische Klinge in meinem Herzen.
      Das liegt jedoch daran, dass ich dir letzten zehn Jahre das Verhältnis verbessern wollte. Vergebens.
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  • El Vals del Obrero 14.07.2019 16:53
    Highlight Highlight Als Scheidungskind, dass praktisch hin- und hergerissen zwischen zwei auch später eher "zerrütteten" Familien aufgewachsen ist (durch informell getrenntes Sorgerecht), kenne ich persönlich nur die andere Perspektive.

    Sicher ist ein stabiles "Zuhause" besser als das.

    Wenn die Alternative aber ist, dass beim verkrampften Versuch das zu erreichen nur noch Hass übrig bleibt, dann ist eine einvernehmliche Scheidung, die auch noch eine (juristische informelle oder fromelle) gemeinsame halbwegs einvernehmliche Verantwortung über die Kinder erlaubt wohl immer noch weniger schlecht.
  • Ylene 14.07.2019 16:49
    Highlight Highlight Das oben war meine Kindheit, einfach mit vertauschten Rollen (die Mutter hat jeweils über Wochen kein Wort mehr mit uns gesprochen, wenn sie richtig wütend war.) Meine Schwester und ich haben uns auch gewünscht, dass sich unsere Eltern endlich trennen würden und das Ganze ein Ende hat.
    • atorator 14.07.2019 16:58
      Highlight Highlight Bei mir auch. Mein Bruder und ich wünschten uns nichts mehr, als dass sich unsere Eltern endlich trennen. Das Gericht fragte mich, ob ich lieber zu Mama oder Papa wolle. Meine Antwort: am liebsten ins Heim. Darum ist es auch richtig, dass Kinder nicht den Eltern gehören, sondern wir Kinder Schutzbefohlene sind. Ich fang gleich an zu heulen.
    • Gwaggli 14.07.2019 17:55
      Highlight Highlight An beide fühlt euch gedrückt.
      Bei mir war es aus Kindersicht der Vater, der regelmässig gärte bis er explodierte. Meine Mutter nahm die Opferrolle ein und ich verstand nicht warum wir bei ihm bleiben mussten.
      Heute weiss ich, dass meine Mutter die andere Seite an den aggressionen meines Vaters war, einfach subtiler verletzend.
      Hat lange gebraucht um das zu erkennen und die Beziehung zum Vater zu stabilisieren.
      Sie lästern immer noch hinter dem Rücken des andern, ich liebe beide Eltern aber als Paar sind sie nicht immer toll.

Ein Besuch beim Zürcher Underground Sex-Zirkel

Alles darf, nichts muss. Alles easy, alles locker, alles geil. Viel mehr weiss ich nicht, als ich mich an einem gewöhnlichen Donnerstag in einen Keller schleppen lasse.

Bevor es losgeht, liebe Freunde, eine kleine Nachricht @meine Mutter: Mum, falls du jetzt schon Schnappatmung bekommen und deine ganze Erziehung in Frage gestellt hat, chill. Ich war natürlich NICHT alleine bei irgendwelchen Perversen in irgendeinem Keller ohne Empfang und so.

Die Story ist safe. Der Sex war's auch. Emma-Ehrenwort.

Du kannst dich jetzt also wieder beruhigen und an dieser Stelle mit dem Lesen aufhören.

Also.

Bis letzte Woche hatte ich keine Ahnung, dass sich jeweils an einem …

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