Leben
Film

«Romeo & Julia»-Schauspieler verklagen Paramount – wegen Nacktszenen

Zwei Schauspieler verklagen Paramount, weil sie bei einer Nacktszene minderjährig waren

Die Produktionsgesellschaft Paramount wird verklagt von den Schauspielern Olivia Hussey und Leonard Whiting – 55 Jahre nachdem «Romeo und Julia» gedreht wurde.
05.01.2023, 10:1905.01.2023, 14:42
Mehr «Leben»

Der 1968 erschienene Film «Romeo und Julia» des italienischen Regisseurs Franco Zeffirelli hatte beiden Schauspielern einen Golden Globe eingebracht. Über 50 Jahre später verklagen Olivia Hussey und Leonard Whiting Paramount nun um eine Millionensumme im dreistelligen Bereich. Der Vorwurf: sexuelle Ausbeutung.

Im Film sind die beiden für einen kurzen Moment nackt zu sehen. Pikant: Beim Dreh waren sie erst 15 beziehungsweise 16 Jahre alt. Aus der in Kalifornien eingereichten Klage geht hervor, dass der inzwischen verstorbene Regisseur sie zur Nacktszene gedrängt und ihnen versichert haben soll, dass sie nicht nackt, sondern in hautfarbener Unterwäsche vor der Kamera stehen würden. Zeffirelli habe Druck gemacht, indem er sagte, der Film würde ohne diese Szene scheitern.

Olivia Hussey (R) and Leonard Whiting arrive for the TCM Classic Film Festival opening night gala screening of The Producers at the TCL Chinese Theatre in Los Angeles, California on April 26, 2018. PU ...
Olivia Hussey und Leonard Whiting heute.Bild: imago stock&people

Schadensersatz für seelische Qualen

Die beiden Kläger, so heisst es in der Anklage weiter, seien heimlich gefilmt worden, während sie nackt oder teilweise nackt waren. Sie fordern deshalb Schadenersatz von mehreren hundert Millionen Dollar – schliesslich hätten sie seit der Publikation des Filmes seelische Qualen und emotionalen Schmerz erlitten. Ausserdem sind sie der Meinung, dass die Aufnahmen ein Grund sind für ihren späteren nur bescheidenen beruflichen Erfolg.

ROMEO AND JULIET BR / IT 1968 ROMEO AND JULIET BR / IT 1968 LEONARD WHITING as Romeo, OLIVIA HUSSEY as Juliet Date: 1968. Strictly editorial use only in conjunction with the promotion of the film. Cre ...
Bild: www.imago-images.de

In einem Interview 2018 mit dem Magazin «Variety» verteidigte Hussey die Nacktszene noch und beteuerte, sie sei sehr geschmackvoll umgesetzt worden. Ausserdem sprach auch sie sich für die Begründung aus, dass die Szene «für den Film notwendig war». Im gleichen Jahr sagte sie gegenüber Fox News zudem: «Es war keine grosse Sache. Ich habe komplett vergessen, dass ich nackt war.»

(anb)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Stars and Cars – als Promis und Autos noch Stil hatten
1 / 17
Stars and Cars – als Promis und Autos noch Stil hatten
Vom Filmdreh in England über Luzern nach Cannes: Hollywood-Legende Clark Gable mit dem französischen Fotomodell Suzanne Dadolle 1953 vor dem Hotel Carlton in Cannes. Dieses Auto, ein Jaguar XK 120, hat inzwischen den Weg in die Schweiz gefunden (hier geht's zur Story...)
(Foto Edward Quinn, © edwardquinn.com)
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Barbie, Indiana Jones und John Wick: Auf diese 6 Blockbuster dürfen wir uns 2023 freuen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
52 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
fandustic
05.01.2023 10:30registriert Juni 2021
Da braucht wohl jemand Geld…
3514
Melden
Zum Kommentar
avatar
BG1984
05.01.2023 10:41registriert August 2021
Die würden doch besser ihre Eltern verklagen, die sie an paramount vermietet haben und ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind.
3203
Melden
Zum Kommentar
avatar
RichiZueri
05.01.2023 10:43registriert September 2019
In einem Punkt haben sie zwar Recht; man sollte keine entblössten Hintern oder Brüste von 15- bzw. 16- Jährigen filmen.
Der Rest ist meiner Meinung nach jedoch der plumpe Versuch, nochmals an die grosse Kohle zu kommen.
2579
Melden
Zum Kommentar
52
David Precht entlastet: Juden-Aussage bei Lanz keine Volksverhetzung
Unwissenheit kann doch vor Strafe schützen – auch TV-Philosoph Richard David Precht: Nach Äusserungen im Podcast mit Markus Lanz über Juden wird nicht ermittelt.

Die Staatsanwaltschaft Mainz hat entschieden, dass gegen Richard David Precht und Markus Lanz nicht wegen Volksverhetzung ermittelt wird. Precht hatte mit Äusserungen über orthodoxe Juden wenig Tage nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober Empörung ausgelöst. Bei verschiedenen Staatsanwaltschaften gingen Anzeigen ein. Die zuständige Behörde in Mainz ist nun zu dem Schluss gekommen, dass Precht nicht wusste, wovon er sprach, und keine feindselige Absicht hatte. Er habe «unbedacht und in Unkenntnis über den jüdischen Glauben» gesprochen.

Zur Story