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Mary Quant – die Mutter des Minirocks wird 85



Bild vom 25. Oktober 1968 zeigt die britische Designerin Mary Quant, rechts, mit den Models Amanda Tear, Rory Davis und Penny Yates, von links, bei einer Praesentation ihrer Mod-Kreationen in Little Rock, US-Bundesstaat Arkansas. Die Karriere der Mary Quant begann 1955 in einer kleinen Boutique in Chelsea. Weil sie keine Ware fand, die ihr gefiel, entwarf sie selbst Modelle, die im

Bild: AP

Der Minirock ist aus Modeschauen nicht mehr wegzudenken. Mary Quant startete mit dem rebellischen und verführerischen Stück Stoff in den 60er Jahren einen Trend gegen die spiessige Nachkriegsgesellschaft. Nun wird die Designerin 85.

Wer die Swinging Sixties erwähnt, hat meist einen Beatles-Song im Ohr und Mädchen in Miniröcken vor Augen. Das ist der Verdienst einer Frau: Mary Quant. Sie machte die neue Rocklänge populär. Am Montag (11.2.) feiert sie ihren 85. Geburtstag.

Als Kind träumte Quant davon, Tänzerin oder Designerin zu werden und besuchte eine Stepptanz-Klasse: «Ein etwas älteres Mädchen war die Vision von allem, was ich sein wollte», erinnerte sie sich im Magazin «The Week». «Sie trug einen kurzen Faltenrock von etwa 25 Zentimeter Länge, einen hautengen schwarzen Pullover, eine schwarze Strumpfhose und einen Bob-Haarschnitt.» Zwei Jahrzehnte später verkörperte das Model Twiggy (eigentlich: Lesley Lawson) mit Rehaugen und getuschten Wimpern diesen Look als Markenzeichen einer ganzen Generation.

Mit 21 eröffnete die Lehrerstochter Quant ihren ersten Laden in der King’s Road im angesagten Stadtteil Chelsea, um der Schickeria Klamotten und Accessoires zu verkaufen. Sie entdeckte bald, dass sie ihrer Zeit weit voraus war: Niemand stellte die Kleidungsstücke her, die ihr vorschwebten. Daher begann sie selbst zu nähen, wandelte Schnittmuster für Hausfrauen ab und besorgte sich ungewöhnliche Stoffe im Edelkaufhaus Harrods.

Quant entwickelte einen unverwechselbaren Look, der auf simplen Formen und mutigen Statements basierte. Sie kaperte den Beatnik-Stil der späten 50er Jahre - dunkle Strümpfe, flache Schuhe und Rollkragen, kombinierte ihn mit kräftigen Farben und vor allem: kurzen Rocklängen. «Ich stellte leichte, jugendliche, einfache Kleidung her», erzählt sie im Buch «The Great Fashion Designers» von Brenda Polen und Roger Tredre. «Ich trug sie sehr kurz und die Kunden forderten »Kürzer, kürzer«.»

Two models wearing the new autumn range of Mary Quant shoes and boots at Mary Quant's Ginger Group, South Molton Street, London. Anne Goddet (left) wears 'Pin Up' grey and cream shoe with wedge heel and 'Plantagenet' air force blue suede boot with suede ribbons. Ika wears 'Sprinter' suede tie-front shoe with wedge heel and 'Jacob's Ladder' lace-up-the-back boot with side zip in knee-high suede.   (Photo by Frank Barratt/Getty Images)

Bild: Hulton Archive

Ihre Ideen setzten sich schnell auf den Strassen der Modemetropolen London und New York durch, so dass sie ab 1963 zusätzlich Massenmode unter dem Label Ginger Group verkaufte. Denn sie war überzeugt, dass «der Sinn von Mode ist, modische Kleidung für jedermann erschwinglich zu machen». Deshalb veröffentlichte sie sogar die Schnittmuster ihrer Designs; das beliebteste verkaufte sich 70 000 Mal.

Neu war der Minirock zwar nicht: In den wilden 20ern entwickelte der amerikanische Ökonom George Taylor die sogenannte Rocksaumtheorie, wonach die Röcke kürzer werden, je besser es der Wirtschaft geht. Auf der Bühne und im Sport trugen Frauen schon lange kurze Röcke, in den 50er-Jahren-Science-Fiction-Serien «Space Patrol» und «Flash Gordon» rutschte der Saum noch höher. Der Pariser Designer André Courrèges (1923-2016) behauptete, dass er ihn als erster erfand; doch Quant gilt weithin als Mutter des Minirocks.

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Video: srf

Sie benannte das rebellische und sexy Stückchen Stoff nach ihrem Lieblingsauto. Ihr Logo einer stilisierten Blüte stand für die Befreiung der Frau, die Pille, wirtschaftlichen Aufschwung und Spass. «Sie feierten die Jugend, das Leben und die enormen Möglichkeiten», sagte Mary Quant der «Vogue» über ihre ikonischen Kleidungsstücke. «Sie hatten eine Art »Schau mich an!«-Qualität. Sie sagten: »Das Leben ist grossartig«.» Sogar die amerikanische Feministin Gloria Steinem trug Minirock auf Demos und bei Reden; die «Washington Post» taufte sie das «Pin-up-Girl der Intellektuellen». Seither ist der Mini aus der Mode nicht mehr wegzudenken.

Selbst der Schlabber-Look der 70er mit ausgestellten Hosen und langen fliessenden Maxi-Röcken konnte ihm nichts anhaben. Punk-Gören und vor allem Blondie-Sängerin Debbie Harry hauchten ihm mit schwarzem Leder, PVC, Nieten und zerrissenen Netzstrumpfhosen neues Leben ein. Die Designerin Vivienne Westwood verkaufte Mini-Krinolinen (Reifröcke) in ihrem Laden SEX, während Madonna und Cyndi Lauper den Evergreen den 80ern anpassten: Zum klassischen Schwarz kamen metallische Farben, Volants und der Lagen-Look mit Unterwäsche und Spitze.

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Waren die 60er Jahre noch androgyn, bekam der Minirock in den 80ern und Anfang der 90er mehr Kurven für die anspruchsvolle Karrierefrau; zusammen mit Schulterpolstern und farbenfrohen Wollstoffen modernisierte er das traditionelle Nadelstreifenkostüm. Ende der 90er Jahre entstaubte ihn die amerikanische Serie «Sex and the City» unter anderem mit dem Mikro-Mini endgültig als Fashion-Statement. Seither feiert ihn die Modewelt fast in jeder Saison wieder, weil der Minirock immer noch die Fantasie anregt.

Zwei Londoner Museen, das Victoria and Albert Museum (ab 6.4.) und das Fashion and Textile Museum (ab 8.2.), feiern dieses Jahr sowohl Minirock als auch die Designerin Quant in Ausstellungen. (aeg/sda/dpa)

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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 08.02.2019 13:36
    Highlight Highlight Eine Frau mit (Leder-)Minirock wirkt super-erotisch und selbstbewusst!
    Eine Frau unter einer Burka wirkt super-unerotisch und "verschupft".
    Mit Miniröcken werden in Sachen Erotik tropische Höchsttemperaturen erreicht.
    Mit Burkas sinkt die erotische Temperatur weit unter den Gefrierpunkt.
    Mit Kleidern kann man/frau eben viel erreichen!
    Kleider machen Leute und Stimmungen!
    Ein Hoch auf den Minirock!
  • SYV 08.02.2019 08:51
    Highlight Highlight Meitschi-Bei - so verschiede u so schön :-)

    Danke Mary Quant für dieses Kleidungsstück. Manchmal ist eben weniger doch mehr
  • rburri68 07.02.2019 09:50
    Highlight Highlight Da kann man wohl auch einfach mal Danke sagen :D

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