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Wie ein Dorfteich zum «Instagram-Pool» wurde – und nebenbei ein indonesisches Dorf rettete

12.08.2019, 02:3412.08.2019, 06:33

Vor 15 Jahren war im indonesischen Dorf Ponggok tote Hose. Hohe Arbeitslosigkeit, kaum Chancen für die Jugend – das Dorf mitten in der Provinz Zentral-Java schien abgehängt, verloren. Doch dann wurde gewählt, und der neue Dorfvorsteher wurde ein Mann namens Junaedi Mulyono.

Und Mulyono hatte - wie die «South China Morning Post» berichtet - eine Idee: Mulyono hatte nämlich bemerkt, dass der moosbedeckte Teich in der Nähe des Dorfes einen Schatz barg. Bislang wuschen die Dorfbewohner dort lediglich ihre Kleidung – doch Mulyono wusste mehr. Denn in dem Teich floss das Wasser aus 40 verschiedenen natürlichen Quellen, ein Teich reich an Nahrung für Fisch und Flora.

Mulyono überzeugte, so berichtet die Zeitung aus Hongkong, mehr als die Hälfte der 700 Familien des Dorfes, in ein Unternehmen zu investieren, das aus dem Teich Gewinne schlagen sollte. Das Gewässer wurde gesäubert, um dort Koi-Fische sesshaft werden zu lassen.

Später wurde der Teich um eine Touristen-Attraktion erweitert: Fernseher, Motorräder wurden in das klare Wasser des Teichs hinabgelassen – Touristen konnten mit den Spielereien für Fotos posieren. Die kuriosen Bilder sollten weitere Touristen anlocken. Die Hoffnung der Dorfbewohner bestätigte sich.

Der Teich – heute heisst er «Umbul Ponggok» – hat sich in Fernost zu einem Social-Media-Hit entwickelt. Woche für Woche kommen Touristenscharen, um in dem «Instagram-Pool» für ein Foto abzutauchen – und das zum Eintrittspreis von umgerechnet einem US-Dollar. Unterwasserkameras, Requisiten und Schnorchelausrüstung lassen sich ebenfalls mieten.

Für die Fotos bekommen die Touristen tausende Likes – und auch der Pool selbst feiert Instagram-Erfolge. Mittlerweile folgen dem offiziellen Account des Teichs, @Umbul_Pongokk, mehr als 40'000 Menschen.

Um den Teich wurden Kioskgeschäfte, Hotels und Restaurants eröffnet – aufgrund der hohen Instandhaltungskosten gehört der Teich den Dorfbewohnern heute nur noch zu etwa 40 Prozent. Der Rest gehört der Regierung.

Dennoch gäbe es dank der Beschäftigung rund um die Touristenattraktion in Ponggok heute beinahe Vollbeschäftigung, erklärt Dorfvorsteher Mulyono in dem Zeitungsbericht. Und jede Menge Likes. (pb/watson.de)

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13 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Pingupongo
12.08.2019 07:18registriert Dezember 2015
Witzige Idee, aber eine Frage noch: wo waschen sie jetzt ihre Kleider?
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RicoH
12.08.2019 08:04registriert Mai 2019
Es erstaunt mich immer wieder, dass es Leute gibt, die irgendwohin reisen, nur um ein "spektakuläres" Foto schiessen zu können.

Diese Selbstbeweihräucherung als Lebensinhalt ist schon sehr merkwürdig. Ist denn die Aufmerksamkeit das Einzige, was ihr Leben lebenswert macht? Werd ich nie verstehen.
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