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So wurde Nicki Minaj zum «grössten Fan» von US-Präsident Donald Trump

Nicki Minaj and President Donald Trump stand on stage during the launch of a program known as Trump Accounts at the Andrew W. Mellon Auditorium, Wednesday, Jan. 28, 2026, in Washington. (AP Photo/Jose ...
Nicki Minaj am 28. Januar 2026 strahlend neben dem US-Präsidenten.Bild: keystone

Sie kam illegal in die USA – dann wurde Nicki Minaj zum «grössten Fan» von Trump

Die Musikerin kritisierte einst den US-Präsidenten. Jetzt zeigt sie sich händchenhaltend mit ihm auf der Bühne. Eine Timeline ihres politischen Wandels.
29.01.2026, 14:5129.01.2026, 15:02

Im Jahr 2020 verkündete Nicki Minaj noch öffentlich, sie würde «nicht auf den Trump-Zug aufspringen». Das, nachdem sie jahrelang seine einwanderungsfeindliche Politik kritisiert hatte. Nun – sechs Jahre später – jubelt sie mit Erika Kirk um die Wette und bezeichnet sich selbst als den «grössten Fan» des US-Präsidenten. Doch wie kam es zu diesem radikalen Umschwung? Eine Timeline.

Nicki Minajs Herkunft

Onika Tanya Maraj – Nicki Minajs bürgerlicher Name – wurde 1982 im karibischen Inselstaat Trinidad und Tobago geboren. Laut CNN lebte sie dort bis zu ihrem fünften Lebensjahr mit ihrer Grossmutter, bevor sie 1987 ohne Dokumente illegal zu ihren Eltern nach New York auswanderte. Dort besuchte sie eine öffentliche High School für Musik und Schauspiel.

Bereits 2004 begann Minaj, sich als Rapperin in der Szene zu etablieren. 2009 schaffte sie dann mit ihrem Mixtape «Beam Me Up Scotty» und ihrer Zusammenarbeit mit Lil Waynes Label Young Money den internationalen Durchbruch. Bis heute ist ihr Hit «Super Bass» einer der erfolgreichsten Songs weltweit.

Singer Nicki Minaj with her award for Best Hip Hop during the 2014 MTV European Music Awards in Glasgow, Sunday, Nov. 9, 2014. (Photo by Joel Ryan/Invision/AP)
Nicki Minaj schaffte 2009 ihren internationalen Durchbruch.Bild: Joel Ryan/Invision/AP/Invision

2010: Nicki Minaj schiesst gegen Donald Trump

Seither setze sich die Musikerin mit ihrer Stimme nicht nur für Migrantinnen und Migranten ein, sondern auch für die LGBTQIA+-Community und Frauenrechte. So schoss sie bereits 2010 in ihrer MTV-Dokuserie «My Time Now» gegen Donald Trump, der damals noch Unternehmer und Reality-Star war.

In der Sendung sprach Minaj über ihren Ruf und erklärte, dass Frauen an anderen Massstäben gemessen würden als Männer: «Wenn ich bestimmt bin, werde ich als Schlampe bezeichnet, wenn ein Mann bestimmt ist, ist er ein Boss», so die Rapperin. Dazu fügte sie an:

«Donald Trump kann einfach sagen: ‹Du bist gefeuert.› Wenn das Martha Stewart sagen sollte, würde man sie als böse B*tch bezeichnen.»

Weiter erklärte sie, dass Donald Trump «50 verschiedene Ehefrauen» haben dürfe und trotzdem noch als total cool angesehen würde. Aber als Frau würde dies nie toleriert werden: «Du musst deinen Job perfekt machen, aber dabei immer süss und nett bleiben.»

2012: Nicki Minaj unterstützt Obama

Im Jahr 2012 stand Barack Obama im Wahlkampf um seine Wiederwahl gegen den republikanischen Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney. Damals waren Fans entrüstet, als Nicki Minaj im Song «Mercy» von Lil Wayne rappte: «Ich bin Republikanerin und wähle Mitt Romney, ihr faulen Schlampen ruiniert die Wirtschaft.»

Darauf reagierte Obama und meinte, dass er nicht glaube, dass Minaj tatsächlich Romney unterstütze. Er sei der Meinung, dass sie in ihrem Rapstil verschiedene Charaktere spiele, die nicht ihre eigene Meinung widerspiegelten. Darauf antwortete Minaj auf Twitter und schrieb: «Danke, Herr Präsident, dass Sie meinen kreativen Humor und Sarkasmus verstehen, die Klugen tun das immer. Liebe Grüsse und Unterstützung.»

Nicki Minaj Tweet Obama
Bild: screenshot/X

2015: Nicki Minaj bezeichnet Trump als kindisch

Wenn man zurückschaut, gab es vor über zehn Jahren erste Anzeichen, dass Minaj mit Trump sympathisierte – ihn aber noch längst nicht unterstützte. So sagte sie im November 2015 in einem Interview mit Billboard: «Manche seiner Aussagen wären vielleicht gar nicht so schlimm gewesen, wenn sein Auftreten nicht so kindisch wäre.» Dazu fügte sie an, dass sie ihn als Unterhaltung zum Totlachen finde, und meinte: «Ich wünschte, man könnte ihn einfach bei seiner Präsidentschaftskandidatur filmen. Das wäre die ultimative Reality-Show.»

2016-2020: Nicki Minaj kritisiert Trumps Einwanderungspolitik

Im Song von Rae Sremmurds mit dem Titel «Black Barbies» betonte Minaj 2016 ihre trinidadische Herkunft und schoss gleichzeitig gegen Trumps Einwanderungspolitik: «Inselmädchen, Donald Trump will, dass ich nach Hause gehe», rappte sie.

FILE - Nicki Minaj accepts the video vanguard award at the MTV Video Music Awards on Aug. 28, 2022, in Newark, N.J. Drake is the leading nominee for next month?s BET Awards, followed closely by Nicki  ...
Nicki Minaj äusserte sich in der Vergangenheit immer wieder kritisch gegenüber Donald Trump.Bild: keystone

Ähnlich direkt war sie 2018 in einem Tweet, als die Trump-Regierung Kinder von ihren Familien trennte: «Ich kam mit fünf Jahren als illegale Einwanderin in dieses Land. Ich kann mir den Horror nicht vorstellen, in einem fremden Land zu sein und mit fünf Jahren von meinen Eltern getrennt zu werden. Das macht mir solche Angst. Bitte hört damit auf.» Dazu postete die Rapperin ein Bild von Kindern in einem Käfig.

Nicki Minaj zu Trumps EInwanderungspolitik.
Bild: screenshot/x

Zwei Jahre später, während der Pollstar-Live-2020-Konferenz, wurde Minaj nach ihren Gefühlen gegenüber Trump gefragt. Darauf unterstrich sie erneut, dass sie kein Fan des Politikers sei:

«Ich werde nicht auf den Donald-Trump-Zug aufspringen. Ich verstehe, dass viele ihn aus offensichtlichen Gründen nicht mögen. Aber was mich besonders beschäftigt hat, waren die Kinder, die ihren Eltern weggenommen wurden. Ich kann mir nicht vorstellen, wie es einem kleinen Kind ergeht, das all das durchmachen muss, das versuchen muss, in ein anderes Land zu gelangen, weil es in seinem Heimatland kein Geld hat oder vor Krieg flieht.»

2021-2023: Nicki Minaj spricht sich gegen COVID-Impfung aus

Im Frühling 2021 äusserte sich Nicki Minaj erstmals kritisch gegenüber der demokratischen Politik. So verzichtete die Rapperin auf die Teilnahme an der MET Gala, da eine Impflicht gegen das Coronavirus galt. Auf Twitter erklärte sie damals ihre Skepsis gegenüber der Covid-Impfung. So seien die Hoden eines Bekannten aus ihrer Heimat nach der Impfung angeschwollen, weshalb er nun impotent sei, behauptete sie. Daraufhin habe ihn seine Verlobte kurz vor der Hochzeit verlassen. Dazu schrieb sie:

«Denkt also gut über die Impfung nach und achtet darauf, dass ihr mit der Entscheidung im Reinen seid und euch nicht unter Druck setzen lässt.»
Nicki Minaj Tweet
Bild: screenshot/X

Auf ihren Post hin meldete sich der Gesundheitsminister von Trinidad und Tobago zu Wort und meinte, dass die Behauptungen von Minajs Bekanntem falsch seien und es nie zu einem Vorfall gekommen sei. Das Weisse Haus bot der Rapperin zudem ein Telefonat an, um ihre Befürchtungen gegenüber der Impfung zu thematisieren.

Minaj blieb jedoch bei ihrer Meinung und sagte 2023 gegenüber der Vogue: «Ich bilde mir meine eigene Meinung zu allem, ohne mich von anderen beeinflussen zu lassen. Es gibt vieles, was wir nicht wissen, was in der Regierung vor sich geht, und ich glaube nicht, dass sich das ändert, egal ob man politisch links oder rechts steht.»

2025: Nicki Minaj repostet transfeindlichen Post

Eine wirklich grosse Veränderung in Minajs politischen Ansichten machte sich laut dem LGBTQIA+-Magazin «them» erst im letzten Jahr wirklich bemerkbar. So teilte die Rapperin erstmals ein Video des Weissen Hauses, das die angeblichen Erfolge von Donald Trump seit seinem Amtsantritt im Januar anpries. Zu den Erfolgen zählten unter anderem «Keine Männer im Frauensport». Dabei spielte das Weisse Haus auf den anhaltenden Kampf der Regierung gegen Transfrauen im Sport an. Weiter wurde im Video davon gesprochen, dass «Unsere Städte sicherer denn je» sind, was eine beschönigende Umschreibung für Trumps Einsatz der Nationalgarde in amerikanischen Grossstädten ist. Der Post wurde mit Minajs Hit «Va Va Voom» unterlegt.

Daraufhin folgten mehrere Posts von Minaj, bei denen sie sich gegen Transmenschen aussprach und immer wieder ihre Unterstützung für Trump und dessen Vize JD Vance betonte. Vance kommentierte einen der Beiträge mit den Worten «Minaj > Cardi». Dabei spielte er darauf an, dass Minaj besser sei als ihre Rap-Konkurrentin Cardi B.

Am 22. Dezember 2025 hatte Nicki Minaj einen Überraschungsauftritt beim «AmericaFest 2025» von Turning Point USA (TPUSA). TPUSA ist eine 2012 von Charlie Kirk und Bill Montgomery gegründete, konservative, rechtspopulistische Non-Profit-Organisation. Dort brachte sie im Gespräch mit Erika Kirk, der Witwe des erschossenen Republikaners Charlie Kirk, ihre konservativen und transfeindlichen Ansichten weiter zum Ausdruck und meinte: «Jungs, seid Jungs. Seid Jungs. Es ist okay. Seid Jungs. Es ist nichts Schlimmes daran, ein Junge zu sein. Wie wär’s damit?».

Erika Kirk, left, and Nicki Minaj speak during Turning Point USA's AmericaFest 2025, Sunday, Dec. 21, 2025, in Phoenix. (AP Photo/Jon Cherry)
Turning Point
Nicki Minaj im Gespräch mit Erika Kirk.Bild: keystone

Im gleichen Interview bezeichnete sie Trump als «unseren gutaussehenden, schneidigen Präsidenten» und meinte, dass sie den grössten Respekt und Bewunderung für ihn habe.

Video: extern

Januar 2026: Nicki Minaj bezeichnet sich als Trumps grössten Fan

Bei einer Veranstaltung in Washington fand Nicki Minaj am Mittwoch, 28. Januar, erneut lobende Worte für den US-Präsidenten. Nachdem Trump sie gemeinsam mit dem Unternehmer Kevin O’Leary anlässlich des Events «Trump Accounts Summit» auf die Bühne gebeten hatte, erklärte Minaj:

«Nun, ich weiss nicht genau, was ich sagen soll, aber ich werde sagen, dass ich wahrscheinlich der grösste Fan des Präsidenten bin, und das wird sich nicht ändern. Und der Hass – oder das, was die Leute sagen – berührt mich überhaupt nicht. Im Gegenteil: Er motiviert mich sogar, ihn noch stärker zu unterstützen, und er wird uns alle dazu motivieren, ihn noch mehr zu unterstützen. Wir werden nicht zulassen, dass sie mit dem Mobbing gegen ihn durchkommen, und auch die Schmierkampagnen – das wird nicht funktionieren, okay? Er hat viel Rückhalt, und Gott beschützt ihn. Amen.»
@bbcnews US President Donald Trump said Nicki Minaj is investing hundred of thousands of dollars into Trump Accounts, a policy related to savings accounts for children. #US #USNews #DonaldTrump #NickiMinaj #BBCNews ♬ original sound - BBC News

Die möglichen Gründe für Nicki Minajs Seitenwechsel

Eine der ersten, die sich zum plötzlichen Seitenwechsel von Nicki Minaj äusserte, war die Musikerin Lizzo. So ist die 37-Jährige davon alles andere als überrascht und meinte in einem nun gelöschten TikTok: «Wir werden bald einen Strom von Promis sehen, die erkennen, dass es profitabler und vorteilhafter ist, sich dieser Seite anzuschliessen. Es hat bereits begonnen und wird weitergehen.»

Genau dieser Meinung sind auch viele TikTok-Userinnen und -User. Sie gehen davon aus, dass Minaj früher Queerbaiting betrieben hat und nun einfach dem nächsten Trend hinterherrennt: «Früher hat sie sich selbst als Bi bezeichnet und mit ihrem Auftritt die queere Community auf ihre Seite gezogen. Jetzt verrät sie sie auf die schlimmste Weise. Sie folgt einfach dem, was ihr gerade Geld bringt», schreibt dazu ein User.

@justicewtf biggest betrayal of the year tbh 😢 yes I’m actually upset about it #nickiminaj #cancelled ♬ Laura Palmer's Theme (Love Theme from Twin Peaks) - Angelo Badalamenti

Laut einer Journalistin beim Guardian spekulieren einige Kommentierenden auf Social Media zudem, dass der Grund für den plötzlichen Sinneswandel von Minaj ihr Ehemann sein könnte. Kenneth Petty wurde 1995 wegen versuchter Vergewaltigung verurteilt und musste vier Jahre ins Gefängnis. Seither gilt er als Sexualstraftäter und muss sich bei jedem Umzug bei den Behörden melden. Als er nach Kalifornien zog, tat er dies jedoch nicht, weshalb er 2022 zu drei Jahren Bewährung und Hausarrest verurteilt wurde.

Fans glauben nun, dass Nicki Minaj mit der Annäherung an Trump versucht, dass ihr Ehemann nicht mehr als Sexualstraftäter bezeichnet werden muss. Die Guardian-Journalistin sieht dies jedoch als unwahrscheinlich, da eine Löschung eines solchen «Status» nicht möglich sei. Zu diesen Gerüchten hat sich die Rapperin bisher nicht geäussert.

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bcZcity
29.01.2026 14:57registriert November 2016
Die hat wie Kanye West eben nicht alle Latten am Zaun, ganz einfach.
29110
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Der Micha
29.01.2026 15:04registriert Februar 2021
"Fans glauben nun, dass Nicki Minaj mit der Annäherung an Trump versucht, dass ihr Ehemann nicht mehr als Sexualstraftäter bezeichnet werden muss."

Das würde mich bei Trump nicht wundern. Ich meine, er war der größte Kumpel von Epstein. Trump schützt ja gerne Sexualstraftäter.
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Belial
29.01.2026 15:01registriert April 2022
Was man nicht alles für eine Trump Goldcard macht.
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