DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Rekordbusse für China-Influencerin – das steckt hinter der 194-Millionen-Strafe

21.12.2021, 05:2721.12.2021, 07:43

Die chinesische «Livestream-Königin» Huang Wei muss wegen Steuervergehen umgerechnet 194 Millionen Franken zahlen. Die drastische Strafe für die Influencerin, die unter dem Namen Viya im Internet auftritt, sorgte am Dienstag für grossen Wirbel. Das Parteiorgan «Volkszeitung» sprach von einer «Warnung» für andere berühmte Persönlichkeiten des boomenden E-Commerce-Geschäfts, «dass ihre Webauftritte nicht ausserhalb des Rechts stattfinden».

Huang Wei an einem Livestream-Event vergangenen September in Hangzhou.
Huang Wei an einem Livestream-Event vergangenen September in Hangzhou.Bild: imago images

Was ist passiert?

Die 35-jährige Huang habe 643 Millionen Yuan an Steuern hinterzogen, indem sie Einkommen verschwiegen oder falsch deklariert habe, teilte das Steueramt der ostchinesischen Stadt Hangzhou mit. Die Steuerstrafe in Höhe von 1.34 Milliarden Yuan für Huang Wei ist die bisher höchste für einen Livestream-Star. Sie übersteigt auch die 884 Millionen Yuan, welche die berühmte Schauspielerin Fan Bingbing 2018 an die Steuerbehörden zahlen musste.

Was steckt dahinter?

Das Vorgehen ist Teil einer laufenden Kampagne der Behörden gegen Prominente und das Showgeschäft in China. Mit ihren zahllosen Followern ist Huang Wei der Star der Influencer-Gemeinde, da sie bis zu zehn Millionen Zuschauer für eine ihrer Online-Shows zur Werbung für Produkte mobilisieren kann. Nach Schätzungen von Branchenkennern soll sie 2020 mehr als 31 Milliarden Yuan (4.5 Milliarden Franken) an Umsätzen generiert haben – mehr als jede andere Internetgrösse.

Was passiert jetzt?

Die Strafe werde «Schockwellen» durch die Livestream-Industrie schicken, schrieb am Dienstag die Hongkonger «South China Morning Post». Huang Wei und ihr Ehemann Dong Haifeng akzeptierten die Strafe und entschuldigten sich in einer Mitteilung im Kurznachrichtendienst Weibo: «Wir haben einen grossen Fehler gemacht.»

Wie gross ist das Livestream-Business in China?

Die blühende Livestream-Industrie in China hat mit der Pandemie noch zusätzlich an Schwung gewonnen. In diesem Jahr sollen die Umsätze nach Schätzungen von Marktforschern 1.2 Billionen Yuan (173 Milliarden Franken) erreichen – vor vier Jahren waren es erst 19 Milliarden Yuan. (saw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Die schamlosesten Fälschungen aus er ganzen Welt (also ja, hauptsächlich China ...)

1 / 41
Die schamlosesten Fälschungen aus er ganzen Welt (also ja, hauptsächlich China ...)
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Netflix-Hit «Kitz»: Ist das für 6-Jährige?
Die österreichische Ski- und Party-Destination Kitzbühel hat jetzt ihre eigene Serie. Und unser Leben ist jetzt um das Schimpfwort «Mistbritschn» bereichert.

Diesem Artikel liegen mehrere Einschätzungen zugrunde. Sie stammen von repräsentativen Serien-Seherinnen aus dem innersten Kreis von watson und stehen für die Kernkompetenz unseres redaktionellen Serien-Verständnisses. Spoiler: Die Einschätzungen sind vernichtend. Wäre «Kitz» ein Rehkitz, es würde sich aus Scham gerade selbst in einen Rehpfeffer verwandeln. Der würde wenigstens schmecken.

Zur Story