Leben
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Einziger Schweizer mit Esel, Bild: Lucas Meyer

Lucas Meyer und Lucy. So waren die beiden im Atlasgebirge unterwegs. bild: lucas Meyer

Interview

Vom Banker zum Esel-Wanderer: «Ich wollte nicht in dieses Hamsterrad der Karriere kommen»

Er arbeitete auf einer Bank, studierte BWL und verdiente gutes Geld. Dann schmiss Lucas Meyer alles hin und wanderte mit einem Esel durch Marokko. Warum? Und was macht das mit einem? Ein Gespräch über das Leben im Hamsterrad, das Alleinsein und störrische Esel.



Lucas, du bist mit einem Esel durch Marokkos Atlas-Gebirge gewandert. Warum?
Lucas Meyer: Ich hatte Lust darauf. Ich war zuvor mal in der Region und sah die vielen Leute mit ihren Eseln. Da dachte ich: Sowas müsste ich auch mal machen.

Aber du hattest einen ziemlich guten Job, bist die Karriereleiter hochgeklettert – und plötzlich willst du auf einem Esel durch Marokko wandern?
Stimmt, ich arbeitete bei einem Powerbank-Start-Up in Zürich. Eigentlich war alles super. Das Arbeitsklima war gut, die Mitarbeiter cool, ich hatte das Angebot einer Beförderung und hätte den Job erhalten, auf den ich schon länger hoffte. Dadurch hätte ich mehr Geld verdient. Es ging aufwärts.

War das so geplant?
Mein erster Berufswunsch war Bauer. Aber das Bauernhandwerk damals in der Schweiz mit aus meiner Sicht oft viel Monokulturen und konservativer Landwirtschaft gefiel mir nicht. Zudem hatte ich das Gefühl, dass ich Karriere machen und Geld verdienen muss. Ich absolvierte also ein Praktikum bei einer Bank und studierte dann BWL.

Bank, BWL, Beförderung, mehr Lohn – was ist passiert, dass du plötzlich einfach alles hingeschmissen hast?
Ich dachte einfach irgendwann: Das ist nicht mein Ding. Will ich das ein Leben lang? Ich verkaufe Powerbanks. Junge Leute laden sich damit ihr Handy auf, damit sie auf Snapchat herumhängen können ... (lacht). Nicht falsch verstehen: Ich liebte meinen Job und die Firma, aber schlussendlich habe ich Powerbanks verkauft. Es fühlte sich einfach so an, als ob ich langsam in dieses Hamsterrad der Karriere komme. Und plötzlich gewöhnst du dich an dieses Leben mit gutem Lohn und eigentlich allem, was viele als «du hast es geschafft» ansehen. Das wollte ich verhindern.

Einziger Schweizer mit Esel, Bild: Lucas Meyer

Auf das Hamsterrad hatte Lucas keine Lust. Aber auf Esel. bild: lucas Meyer

Hat es Mut gebraucht, das alles aufzugeben?
Wahrscheinlich schon (lacht). Ich spürte, es ist das Richtige. Auch wenn es im Moment keinen Sinn machte. Und die Umstellung war dann auch schwierig. Bis dahin war immer alles «geplant». Du gehst zur Schule, machst eine Ausbildung, findest einen Job. Nach der Kündigung kam dann aber plötzlich: nichts. Damit musste ich mich erst anfreunden. Ich hatte zwar Ideen, aber nichts Konkretes. Ich entschied dann, nach Marokko zu gehen, da ich Marrakesch von früheren Reisen kannte.

Du hast also gekündigt und bist ohne Plan nach Marrakesch?
Ja, ich wohnte bei einem Kollegen, machte einen Meditationskurs und fand dann via Freiwilligenarbeitsplattform den Bauernhof Sanctuary Slimane. Ich dachte, ich komme mal für eine Woche. Das war im Februar – jetzt bin ich immer noch hier.

Und wie kam das mit dem Esel genau?
Ich arbeitete meist im Garten, machte aber auch kürzere Reisen. Zum Beispiel fuhr ich mal mit einem Töffli über die Berge in die Sahara. Die Berge gefielen mir sehr und ich dachte: Da will ich wieder hin. Ich sah dort viele Menschen, die mit Eseln unterwegs waren und dachte: Wenn die das können, kann ich das auch.

Baby-Esel sind jetzt alles, was du gerade brauchst:

Wo hast du den Esel aufgetrieben?
Hier auf dem Hof leben zwei Esel: Susi und Lucy.
Susi ist das Muttertier, das auch als Arbeitskraft oft gebraucht wird. Die vierjährige Tochter Lucy stand eigentlich immer nur rum. Ich erhielt die Erlaubnis, Lucy zu trainieren und sie dann auf die Reise mitzunehmen.

Einziger Schweizer mit Esel, Bild: Lucas Meyer

Lucy wurde auf dem Bauernhof, auf welchem Lucas arbeitet, kaum gebraucht. bild: lucas Meyer

Hattest du Erfahrung mit Eseln?
Ich ritt früher hin und wieder auf Pferden. Das half, aber eigentlich hatte ich keine Erfahrung. Ich wusste einfach, dass ich mit Tieren umgehen kann.

Wie lange hast du mit Lucy trainiert?
Ich arbeitete vier Wochen mit ihr zusammen vor der Reise. Zu Beginn war nur schon ein Halsband anziehen und sie am Seil führen schwierig. Ich musste ihr aaaaalles beibringen. Sie erschrak beispielsweise wegen eines roten Tuchs, das am Boden lag und bewegte sich nicht mehr weiter.

Lucy will den Hut

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Video: other_external/Lucas Meyer

Wie hast du das ohne Erfahrung hingekriegt?
Sehr viele Marokkaner können mit Eseln umgehen. Sie gaben mir unzählige Tipps und zeigten beispielsweise auch, was und wie sie essen muss. Allerdings gefiel mir ihre grundsätzliche Einstellung gegenüber dem Tier nicht. Sie erzogen mit Macht, ich wollte auf Geduld und Vertrauen setzen.

Hat sich das bewährt?
Ich denke schon. Allerdings musste ich teilweise auch eine gute Mischung finden.

Einziger Schweizer mit Esel, Bild: Lucas Meyer

Herumalbern mit Lucy. Angeblich können Esel bis zu 70 km/h schnell rennen. Lucas sagt lachend: «So schnell war Lucy nie unterwegs.» bild: lucas Meyer

Sind Esel so störrisch wie ihr Ruf, der ihnen vorauseilt?
Es gibt immer einen Grund, warum sie etwas nicht wollen. Esel sind sehr intelligent. Aber wenn sie Angst haben, dann stehen sie still, statt wegzurennen. Du musst immer herausfinden, was sie haben. Lucy zu lesen war ein schwieriger Punkt. Aber mit der Zeit wurde das besser.

Lucas Meyer

Ja, so sah das teilweise auch aus. bild: Lucas Meyer

Hast du ein Beispiel?
Einmal liefen wir eine Strasse entlang. Plötzlich war der Belag etwas feucht, nur so eine dunklere Färbung durch das Wasser. Lucy machte keinen Schritt mehr. Die Autos hupten, alle schrien. Ich wusste, dass ich sie jetzt beruhigen muss. Nach einer gefühlten Ewigkeit war sie soweit und wir konnten aus dem Weg. Es war sehr unangenehm.

Route Lucas Meyer

Die ungefähre Route von Lucas und Lucy mit Start und Ziel in Marrakesch. bild: mymaps/watson

Vom Karriere-Hamsterrad in die Millionen-Metropole in die Einsamkeit – eine bewusste Flucht?
In diesem Moment wollte ich einfach Ruhe und Einsamkeit finden. Irgendwo im Nirgendwo ein Nachtlager aufschlagen, einfach überall draussen schlafen und kochen können, meditieren und die Zeit geniessen.

Und war es so?
Leider nicht. Es war viel anstrengender. Ich stellte es mir anders vor. Komplett anders. (lacht)

Einziger Schweizer mit Esel, Bild: Lucas Meyer

Kinder hatten an Lucas überall immer grosse Freude. Für sie war er die Hauptattraktion des Tages. bild: lucas meyer

Warum?
Es ist nicht so, wie auf Schweizer Wanderwegen in den Bergen, wo du oft alleine unterwegs bist. Hier kommst du in ein Dorf und dann stehen 20 Kinder um dich herum, schauen dich an, schreien dich an. Du bist die Hauptattraktion und alle Erwachsenen wollen dich einladen und mit dir reden. Immer. Überall. Einige sind mir auch mit einem Tablett mit Essen nachgerannt.

Einziger Schweizer mit Esel, Bild: Lucas Meyer

Ein typisches Mahl in den marokkanischen Bergen. bild: lucas meyer

War das immer so?
Höher in den Bergen ist es dünner besiedelt und die Dörfer bestehen teilweise aus vielleicht zehn Familien. Aber da sind diese «Sicherheitschefs der Region». Die wissen jederzeit, was passiert. Sie wussten immer, wo ich bin, wohin ich gehe und was ich mache. Sie haben überall ihre Informanten und sagen dir dann, wo du übernachten musst und so weiter.

War das unangenehm?
Ja, schon auch. Es schränkte halt sehr ein. Andererseits wies man mir jeweils sogleich einen Platz zu, sobald ich in einem Dorf ankam. Das fühlte sich immerhin sicher an.

Ein Schlafplatz für Lucas und Lucy irgendwo im Atlasgebirge. Bild: Lucas meyer

Afrika und seine Esel: Hier leider eine traurige Geschichte

Haben die Leute verstanden, was du da in den Bergen mit dem Esel machen willst?
Es war schon nicht immer einfach. Vor allem auch, weil Lucy ein kleines Weibchen ist. In den Bergen halten sie fast nur grosse männliche Esel oder Maultiere. Sie rieten mir immer, ich solle Lucy verkaufen. Ich versuchte ihnen dann zu erklären, dass ich Lucy zurückbringen will und ich eine Art Verbindung zu ihr habe und sie schätze. Das verstanden sie nicht. Für sie sind Esel Nutztiere.

Gab es etwas, das du mit Lucy nicht machen konntest?
Ich wollte auf den Jbel Toubkal, den mit 4167 Metern höchsten Berg im Atlas. Ich nahm dafür einen Guide, der mit einem Maultier unterwegs war. Man muss dort als Ausländer sowieso einen Guide nehmen, weil es in der Vergangenheit Probleme mit Touristen gab. Das Maultier trug auch unser Gepäck und Lucy konnte «frei» herumlaufen. Das wäre anders nicht gegangen. Bis ganz auf den Gipfel kam sie dann nicht mit. Für mich war es ganz oben ein wunderbares Gefühl.

Einziger Schweizer mit Esel, Bild: Lucas Meyer

Auf dem Toubkal, dem höchsten Berg Nordwestafrikas. bild: lucas meyer

Welches war deine eindrücklichste Begegnung?
Es ist schwierig, eine herauszupicken. Extrem war einfach auch, wie schnell die Stimmung wechseln kann. Du wachst auf, die Sonne scheint, du frühstückst mit netten Menschen, dann ziehst du los und plötzlich kommst du vom Weg ab und weisst nicht mehr, wo du bist.

Einziger Schweizer mit Esel, Bild: Lucas Meyer

Unterwegs zum Toubkal. Links das Maultier des Guides, rechts Lucy. bild: lucas meyer

Was war diesbezüglich deine schlechteste Erfahrung?
Ich war unterwegs zu einem Pass auf 2500 bis 3000 Metern, als es langsam dunkel wurde. Ich suchte eine Unterkunft und fand eine Hirtenhütte aus Stein. Allerdings war sie abgeschlossen. Als ich Lucy dort an einem Stein festmachen wollte, kroch unter diesem ein Skorpion hervor. Ich entschied auf einem Felsen zu schlafen. Doch kaum hingelegt, begann es zu regnen. Da musste ich unter einen Felsvorsprung. Das war sehr unangenehm: Der Regen, zu wissen, dass da Skorpione sind, ich wusste nicht genau, wo wir waren, ich hatte keinen Handyempfang. Aber ich wusste: Morgen muss es weiter gehen.​

Einziger Schweizer mit Esel, Bild: Lucas Meyer

Diesen Skorpion entdeckte Lucas unter dem Stein. Und hier wollte er übernachten. bild: lucas meyer

Wolltest du aufgeben?
Das wäre da oben eigentlich gar nicht möglich gewesen. (lacht). Ich lief am nächsten Tag weiter und kam irgendwann in ein Dorf. Dort wurde ich wieder mit dieser überbordenden Gastfreundschaft begrüsst und alles war vergessen. Wie schon erwähnt: Es war teilweise eine Achterbahnfahrt.

Ich nehme an, die Menschen da in den Bergen haben wenig Kontakt mit Touristen.
Das ist so. Allerdings hatten die Leute, die näher an der «Zivilisation» leben, fast noch mehr Freude. In den Bergen bist du nicht mehr die riesige Attraktion, sondern einfach ein Reisender mit Esel, der Hunger hat und ein Bett sucht. Die Leute dort sind sehr, sehr arm. Sie leben in Lehmhütten und essen vor allem Brot und Gerstensuppe. Aber sie gaben mir und Lucy alles und würden niemals dafür irgendetwas von mir annehmen. Das war eindrücklich.

Von diesen Mini-Dörfern mit vielleicht zehn Familien gibt es in Marokkos Bergen unzählige. bild: lucas meyer

Was hast du auf der Reise gelernt?
Ich habe das einfache Leben kennengelernt. Und lernte es zu schätzen, wenn es einfach überall Strassen und Wege gibt. Sonst braucht alles sehr viel Zeit. Und dann natürlich den Luxus, an den wir uns gewöhnt haben. Auch wenn das beispielsweise nur sauberes Wasser ist oder die Tatsache, dass wir nicht jeden Tag Gerstensuppe essen müssen.

War dieses «Zeit benötigen» nur negativ?
Nein, eigentlich im Gegenteil. Ich finde es eher schlimm, wie wir in der Schweiz meist im Stress leben. Du kannst am Morgen in Zürich sein, am Mittag in Basel und am Abend in Bern. Solche Distanzen sind hier unmöglich zurückzulegen. ​

Esel Marokko, Bild: Lucas Meyer

Der durchschnittliche Schweizer Magen verträgt es kaum, in Marokkos Bergen vollgefüllt zu werden. bild: lucas meyer

Würdest du eigentlich jedem so ein Eseltrekking empfehlen?
(überlegt). Jedem? Ich weiss nicht. (lacht). Es würde sicher jedem gut tun. Aber vielleicht nicht hier in Marokko. Ich würde es wohl nicht mehr so machen. Wobei: Wahrscheinlich doch. (lacht). Einfacher wäre es an einem Ort anzufangen, wo man die Sprache, Kultur und das Essen gut kennst.

Was können wir in der Schweiz von der Lebenseinstellung aus den Atlas-Bergen lernen?
In der Schweiz bist du immer mehr auf einen Job spezialisiert, alles andere wird abgegeben. Du kochst nicht mehr selbst, du gehst gleich zum Arzt ... Hier machen die Leute viel mehr noch selbst. Der Lohn ist dadurch auch kleiner, aber du gibst auch weniger aus.

Du bist jetzt zurück auf dem Permakultur-Bauernhof. Kann man da einen Zusammenhang mit den Leuten in den marokkanischen Bergen sehen?
Permakultur steht im Einklang mit der Natur. Wir bauen nachhaltig an und beuten den Boden nicht aus. Das geschieht in den Bergen noch, auch wenn das nicht aus Überlegungen zum Klimawandel oder Artensterben geschieht. Es ist einfach das einzige, was Sinn macht. Ich glaube, für die heutige Zeit ist es ein riesiges Thema. ich sehe Permakultur als gute Lösung. Aber das bezieht sich nicht nur auf Landwirtschaft. Es ist für mich mehr auch eine Lebensform. Wie man denkt, wie man miteinander umgeht, wie wir auf die Erde und Tiere schaut. Es geht um das Ganze.

Einziger Schweizer mit Esel, Bild: Lucas Meyer

Zähne zeigen. bild: lucas meyer

Wie lange wirst du noch in Marokko bleiben?
Nicht mehr lange. Ich glaube, dass ich auf dem Hof alles gelernt habe, was ich kann. Ich möchte noch weitere Permakultur-Bauernhöfe in anderen Regionen besuchen. Und zu Weihnachten will ich sicher zurück in der Schweiz sein.​

Kannst du dir vorstellen, wieder in der Schweiz zu leben?
Das kann ich. Aber mit Powerbanks oder auf einer Bank arbeiten: nein. Ich habe hier auch gelernt, dass man nicht zu grosse Pläne machen sollte. Eher mit dem Flow gehen und Gelegenheiten packen, wenn sie auftauchen. Ich bin eigentlich wieder an einem ähnlichen Punkt wie vor einem Jahr. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es irgendwo anders weitergeht. Mit einem Unterschied: Ich weiss jetzt, dass ins Blaue kündigen kein Problem ist. Es gibt immer irgendwo eine Türe, die aufgeht.

Atemberaubende Tieraufnahmen:

Wenn Menschen wie Tiere balzen würden

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47
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47Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Avalon 10.12.2019 09:19
    Highlight Highlight Danke! Mehr solcher Geschichten, bitte, und gerne auch vom Inland 😊
    Permakultur ist ein weiteres Thema, das mich interessiert.
  • Irrlycht 10.12.2019 06:56
    Highlight Highlight Ausbruch aus dem Hamsterrad ist mit Kindern leider sau schwierig.
    • lilie 10.12.2019 07:45
      Highlight Highlight @Irrlycht: Glaube ich nicht. In dieser Permakultur-Kommune wären bestimmt auch Kinder willkommen. Und wie wunderbar würden sie da aufwachsen? 🙂
    • Watchdog2 10.12.2019 11:07
      Highlight Highlight Team lilie!
    • lilie 10.12.2019 11:19
      Highlight Highlight @Watchdog: Ich hatte das unfassbare Glück, bei meinem Onkel aufzuwachsen, der sich den ganzem Tag als Geschäftsleiter des Familienunternehmens seine Pflichten mehr als erfüllte und abends nach Hause kam, auf seinen alten, verlotterten Traktor stieg und seine Wiese mähte, die Schaf schur und die Bienen pflegte.

      Ich empfinde es als unglaubliches Glück, dass ich so aufwachsen durfte. ❤
    Weitere Antworten anzeigen
  • Millennium-Falke 10.12.2019 05:43
    Highlight Highlight Ein spannender Bericht! Top Typ!
  • Carbiegirl 09.12.2019 21:39
    Highlight Highlight Krass, wie viele Leute es ihm nicht gönnen und sein Lebensstil schlechtreden wollen. Krass traurig.
  • Chrisbe 09.12.2019 18:16
    Highlight Highlight Erkenne mich wieder..
    Habe mehrere Ausbildungen, 2 Meistertitel und 2 erfolgreiche abgeschlossene Studien. Hatte eine kleine Firma (6 MA), genügend Geld aber weder Freude, Glück noch Zufriedenheit im Leben. Habe vor ca. 15 Jahren die Reissleine gezogen und meine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Das Resultat: Weniger Geld, weniger Besitz aber auch viel weniger Stress und Sorgen.
    Habe den Schritt nicht eine Sekunde bereut und geniesse mein 'neues' Leben.
    • *sharky* 10.12.2019 15:39
      Highlight Highlight Wäre interessant zu wissen, was Deine Leidenschaft ist!

      P.S. Die nächste Story in dieser Rubrik wäre dann Deine... ;)
  • JoeMuc 09.12.2019 16:21
    Highlight Highlight Solche Strorys sind halt überwiegend Menschen vergönnt, die eh schon genug von Allem haben.
    Wäre interessant was er bisher an Geld für sein "Projekt" verbraucht hat.
    Ich glaube nicht dass sich ein armer Mensch solche Späße erlauben kann, er muss im Hamsterrad bleiben, kein entkommen.


    • JoeMuc 09.12.2019 19:51
      Highlight Highlight Nur wollen :-)
      Ich will... Hab aber nicht mal 1000 Euro derzeit als Vermögen.
      Ich denke es kommt auf das Elternhaus und die Kindheit an.
      Ich zb. bin ein Heimkind ohne Eltern, ohne Druck in Schule und Ausbildung, ohne Erbe,ohne Konto dass man zum 18 Geburtstag bekommt, wo die Eltern gespart haben. Keine Versicherungen wurden für mich abgeschlossen. Kein erstes Auto stand da für mich usw.
      Das alles musste ich erstmal erarbeiten und verdienen.

      Ja und heute... da hab ich auf die Hand etwas weniger wie 1500 Euro, 800 Miete gleich mal abzuziehen.
      Also ein Tipp wie ich es schaffe?



    • Superkalifragilistiexpialigetisch 09.12.2019 21:05
      Highlight Highlight Ich kann dir helfen.. reflektier dein Konsumverhalten, indem du morgen all dein noch vorhandenes Geld in 5 und 10 Euroscheinen bei der Bank holst,und ausrechnest, wieviel du dann pro Tag zur Verfügung hast. Danach überlegst du dir bei jeder Ausgabe, ob du eine wirkliche Minderung deiner Lebensqualität hast wen du das billigere nimmst, oder verzichtest. Der Mensch braucht tatsächlich nicht viel zum Leben, aber uns wird eingeflüstert, dass wirs brauchen. Du wirst bei einer guten Selbstreflektion bereits nach zwei Monaten am Ende des Monats Geld gespart haben und gesünder leben gratis dazu 😉
    • Pitefli 09.12.2019 21:09
      Highlight Highlight Ich bin kein Heimkind aber das alles hatte ich auch nicht und ich kenne ganz wenig Leute die vielleicht Geld ODER ein altes Auto bekommen haben. Ich habe aber stueiert und hab einen guten Job. Manchmal ist man in einer Negativspirale gefangen und kann sich nicht mal vorstellen da jemals rauszukomnen. Du kannst dir selber ein bisschen Druck machen und eine Weiterbildung abdolvieren. Und zum Reisen braucht es echt nicht viel.
      Warum ist das Verhältnis Lohn/Miete so extrem bei dir?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Arnoli 09.12.2019 15:53
    Highlight Highlight Bravo. In 5 Jahren laufen dann Tausende von diesen "Möchtegernaussteigern" durch die Gebirge dieser Welt und futtern den armen Leuten ihre Gerstensuppe weg. Das wird nicht lange dauern bis die Einheimischen die Nase voll haben von diesen Aussteigertouristen. Wenn dort jede Woche einer vorbeikommt, können die ja gleich ein Rennen daraus machen. Eine Startnummer für den Esel und eine für den Banker!
    • Saraina 09.12.2019 18:51
      Highlight Highlight Du hast den Teil mit den „Sicherheitschefs der Region“ überlesen. Marokkaner können unliebsame Gäste sehr gut vergraulen, ihnen zur Not die Weiterreise verbieten. Zudem ist dieses Leben echt mühsam, und sehr sehr viele Westler fürchten sich schlicht vor Marokko.
    • Superkalifragilistiexpialigetisch 09.12.2019 21:15
      Highlight Highlight Vielleicht beginnen wir in 5 Jahren tatsächlich zu tausenden zu reisen und dies in gegenseitigem Respekt, Achtung und Wertschätzung deren Leben, mit Tauschmittel oder körperlicher Hilfe als dank für die Suppe.
      ich lebe lieber mit solchen Glaubenssätze, Schwarzmalen kann jeder, Querdenken und positiv selbstwirksam sein ist das Geheimnis...
    • Saraina 10.12.2019 08:05
      Highlight Highlight Ich war vor 40 Jahren in Marokko unterwegs, nicht mit dem Esel, sondern mit dem Motorrad und einer Gruppe Freunde. Schon damals musste jeder Gastgeber seine ausländischen Gäste beim „Kaid“ anmelden, auch noch im kleinsten Kaff. Telefon gab‘s nicht wirklich, aber man wusste offensichtlich wo welche Leute unterwegs waren. Ohne ein gutes und ausgeklügeltes Netz von Informanten wäre Marokko wahrscheinlich nicht sicher genug für solche Reisen. Es müssen gar nicht Islamisten sein, aber irgend etwas hat auch der Eselwanderer, dass sich mancher Dorfbewohner nicht leisten kann.
  • Hofer Ernst 09.12.2019 15:49
    Highlight Highlight Schönes Erlebnis, übrigens Esel finde ich besonders cool
  • neutrino 09.12.2019 15:42
    Highlight Highlight Find ich cool! Aber ehrlicherweise geht es in jungen Jahren (20 bis 30) einfacher. Habe ich auch monatelang gemacht. Wenn du plötzlich Kinder hast, die gefüttert werden müssen, dann braucht es schon Mut...den habe ich nicht mehr. Es geht gar nicht um mich selber - ich komme auch jetzt noch mit sehr wenig durch - sondern um die Verantwortung, die man für andere hat.
    • Einstürzen&neubauen 09.12.2019 19:02
      Highlight Highlight Niemand zwingt dich kinder auf die welt zu stellen!
    • neutrino 10.12.2019 08:14
      Highlight Highlight Geht nicht nur um Kinder - ich schaue bspw. auch täglich zu meinem betagten Vater. Das ist relativ schwierig, wenn ich in Marokko bin.
  • Snowy 09.12.2019 15:17
    Highlight Highlight Wart auf mich Lukas!! 😊

    Gute Sache: Abgeschiedenheit und Entbehrungen tun jedem mal gut.

    War selber zu Fuss in Marokkos Bergen unterwegs. Die Skorpione sind wahrlich etwas beängstigend - zusammen mit den Schlangen.
  • 's all good, man! 09.12.2019 14:48
    Highlight Highlight Ins Blaue kündigen kann oder macht auch nur, wer entweder ein schönes Polster auf der Seite hat und sich das auch wirklich leisten kann oder dann wirklich einfach auf alles scheisst und einfach mal abhaut. Ersteres habe ich nicht, für zweites fehlt mir bisher der Mut.

    Cooler Typ, der Lucas! Ich denke, er hat wirklich gecheckt, dass das, was wir hier alle machen, nicht das Einzige sein kann. Aber eben, er hat dafür auch zuerst einen Geld bringenden Job gebraucht und musste im Hamsterrad mitmachen, oder? 🤷🏻‍♂️
    • neutrino 09.12.2019 16:00
      Highlight Highlight Deiner Meinung. Ich finde halt auch, sobald man Verantwortung für andere (Kinder, etc.) trägt, wird es noch schwieriger, seinen Brotjob zu schmeissen...
    • lilie 10.12.2019 07:55
      Highlight Highlight Ich sehs nicht genau wie ihr. Der Ausstieg war nicht die Reise nach Marokko, die muss man sich tatsächlich leisten können. Andererseits wird er ja jetzt nicht ein Leben lang mit seiner Eselin durch die Welt wandern.

      Sein neues Leben ist in einer Kommune mit Permakultur, wo man sehr wohl für seinen Lebensunterhalt arbeitet. Aber halt gemeinsam, in Einklang mit der Natur, anstatt im Hamsterrad Geld scheffeln.

      Den Ausstieg schafft man nur, wenn man eine neue Lebensgrundlage schafft. Diese ermöglicht auch Kindern ein glücklicheres Aufwachsen als mit gestressten Eltern.
  • dommen 09.12.2019 14:28
    Highlight Highlight Esel stehen bei Gefahr still, da es sich ursprücnglich um Gebirgstiere handelt und fluchtartiges Davonrennen in steilem Gelände idr. den sicheren Tod bedeuten würde...
  • Pearldrop 09.12.2019 14:20
    Highlight Highlight Schöne Geschichte die Mut macht! Schon fas weihnachtlich...!
  • Gummibär 09.12.2019 14:08
    Highlight Highlight Eine unbezahlte Auszeit oder Sabbatical wird bereits von mehreren grösseren Firmen ermöglicht.
    Wer kann, der soll - ob es sich jetzt um Weiterbildung, einen humanitären Einsatz, einen Segeltörn um die Welt, eine Pilgerung auf dem Jakobsweg, Kurs als Wildhüter in einem Reservat oder eben um eine Wanderung mit Esel, Maultier oder Kamel handelt. Es ist in jedem Fall eine Lebensbereicherung.
    Hier warten übrigens Bella und Dolly am südlichen Ende des Kontinents auf den nächsten Einsatz
    Benutzer Bild
    • lilie 10.12.2019 07:58
      Highlight Highlight @Gummibär: Das ist wirklich lobenswert!

      Ich möchte hier auch noch das Programm "Seitenwechsel" erwähnen, das Führungskräften die Möglichkeit gibt, mal in ein Altersheim, einen Kindergarten oder in eine psychiatrische Klinik zu gehen, um mal im eigenen Land, vielleicht sogar in der eigenen Stadt, eine völlig andere Realität kennenzulernen.

      Man muss nicht immer weit weg, um das Leben mit völlih neuen Augen sehen zu können.
  • Cirrum 09.12.2019 13:51
    Highlight Highlight Es gibt noch Leute die wissen um was es geht im Leben:) Der ist bestimmt zufriedener als jeder mit einem dicken Konto auf der Bank.
    • flugsteig 09.12.2019 18:07
      Highlight Highlight Ja, bis er sich ein Bein bricht oder krank wird. Dann ist die Romantik ganz schnell verflogen.
      Man arbeitet nicht wegen des Geldes, sondern wegen der Sicherheit die man sich mit dem Geld kaufen kann.
    • frau_kanone 09.12.2019 20:18
      Highlight Highlight Ich glaube die Reise von Lucas war oft alles andere als romantisch. Aber bestimmt bereichernd für das Herz, nicht für den Geldbeutel. Und genau das ist auch ein Teil der Lebenseinstellung von solchen Menschen; dem Herzen folgen und sich über unromantische Probleme (wie Arm- und Beinbrüche) dann zu kümmern, wenn diese eintreffen. Wer im Vertrauen lebt, und nicht in der Angst (wie du vielleicht @flugsteig?), lebt viiiiel unbeschwerter und freier. Amen.
  • Schnitzel 09.12.2019 13:46
    Highlight Highlight Tolles Erlebnis! Danke! <3
  • Nick Name 09.12.2019 13:46
    Highlight Highlight Danke für die Geschichte. Interessant und wichtig finde ich vor allem den Lebenswandel und was dahintersteht (weniger die Eselwanderung an sich):
    Zu erkennen, was wir hier tatsächlich alles haben und tun und dass das vielleicht nicht wirklich alles notwendig ist – ja sogar beschwerlich sein kann in verschiedener Hinsicht, selbst wenn es gemeinhin unter «Wohlstand» oder Ähnlichem läuft ...
  • Resistance 09.12.2019 13:26
    Highlight Highlight Geile Siech!!!
  • who cares? 09.12.2019 13:23
    Highlight Highlight Der Titel stimmt nicht. Wer mal ein Praktikum auf einer Bank gemacht hat, ist noch lange kein Banker. Auch wenn er nach dem Studium bei einem Power"bank"-Start-up gearbeitet hat.
    • Ranger#10 09.12.2019 14:14
      Highlight Highlight who cares?
    • Sibilvan 09.12.2019 14:22
      Highlight Highlight nimm dir doch deinen Nutzernamen zu herzen.

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