Schon wieder eine «Squid Game»-Serie: Netflix übertreibt endgültig
Kaum eine Serie hat das Streaming-Zeitalter so geprägt wie «Squid Game». Das südkoreanische Drama entwickelte sich nach seinem Start auf Netflix zu einem weltweiten Phänomen.
Die brutalen Spiele, die düstere Gesellschaftskritik und die ikonischen Masken machten die Produktion zur erfolgreichsten Serie in der Geschichte der Plattform. Mit über 265 Millionen Views steht Staffel 1 noch vor «Wednesday», auf Platz 3 rangiert schon wieder «Squid Game» mit Staffel 2. Eine unglaubliche Dominanz.
Mit «Squid Game: The Challenge» wurde aus der Idee 2023 auch ein Reality-Format, das es mittlerweile auf zwei Staffeln bringt. Diesmal geht es natürlich nicht um Leben und Tod, ein üppiges Preisgeld winkt aber auch hier.
Und noch immer gibt Netflix nicht auf, aus dem Original Profit zu schlagen.
«Squid Game: The VIP Challenge» – ja, die Show kommt wirklich
Diesmal schickt der Streaming-Anbieter Prominente in den Ring. Unter dem Titel «Squid Game: The VIP Challenge» treten mehrere bekannte Gesichter aus Fernsehen, Sport und Social Media gegeneinander an.
Der Cast wurde bereits auf YouTube enthüllt. Dazu zählen unter anderem Mel B von den Spice Girls und Fernsehproduzent Dylan Efron, der schon an der US-Version von «Die Verräter» teilnahm. Mit Tristan Thompson ist zudem ein NBA-Star mit von der Partie.
Das Format orientiert sich inhaltlich am bekannten Konzept der Serie. Die Beteiligten müssen strategische Entscheidungen treffen, Bündnisse schliessen und verschiedene Herausforderungen bestehen.
In jeder Runde droht das Ausscheiden, am Ende kann nur eine Person triumphieren und den Hauptpreis abstauben.
Kritik an «Squid Game: The Challenge»
Aus einem abgründigen Drama eine Spielshow mit Millionengewinn zu machen, war, zugegeben, eine Idee mit Potenzial. Schade nur, dass sich dieses schnell abgenutzt hat und von unschönen Nebengeräuschen begleitet wurde.
So kamen schnell Zweifel an der Echtheit der Challenges auf. Vice etwa zitierte Teilnehmende, die behaupteten, dass das Show-Team für bestimmte Personen vorzeitig Tickets für den Rückflug buchte – als wäre von vornherein klar gewesen, dass sie es im Spiel nicht weit schaffen.
Nach dem Start von «Squid Game: The Challenge» Staffel zwei meldete sich mit Mai Whelan sogar die Gewinnerin der vorigen Staffel zu Wort und erhob Fake-Vorwürfe gegen die Produktion.
Hinzu kam, dass die Abrufzahlen erheblich einbrachen. Erreichte die erste Staffel noch 20,1 Millionen Views, waren es bei der Fortsetzung lediglich noch 3,2 Millionen Views in Woche eins und damit 80 Prozent weniger.
Bitte aufhören: Es reicht mit «Squid Game»
Dass Netflix die «Squid Game»-Challenge Ende 2025 dennoch um eine dritte Staffel verlängert hat, wirft umso mehr Fragen auf. Genau wie die jetzige Ankündigung einer Promi-Version.
Der Streaming-Anbieter hat offensichtlich die Vertrashung seiner grössten Marke eingeleitet. Was kommt als Nächstes: ein Dating-Format zu «Squid Game», das ebenso neben «Temptation Island» bei RTL+ laufen könnte? Ausgeschlossen scheint jedenfalls nichts mehr.
Doch das Ausschlachten von «Squid Game» könnte früher oder später endgültig auf Netflix zurückfallen, denn Qualität steht offenbar nicht mehr im Vordergrund. Die goldene Kuh wird gemolken, bis sie tot ist.
Insoweit können sich Fans sogar glücklich schätzen, dass das Original schon nach drei Staffeln vorbei ist – wenigstens hier kann kein Schaden mehr angerichtet werden.
