12.08.2024, 09:4812.08.2024, 15:30
Briten und Britinnen lieben Tiere. Das weiss auch der oft recht subversiv agierende Street-Art-Künstler Banksy.
Seit acht Tagen überrascht er Londonerinnen und Londoner täglich mit einem neuen Tierbild. Es sind zumeist Silhouetten, die im Banksy-Stil mithilfe einer Schablone auf Hauswände und andere Oberflächen aufgesprüht werden.
Der mysteriöse Graffiti-Star – seine Identität ist ein gut gehütetes Geheimnis – bestätigt die an unterschiedlichen Orten in London über Nacht auftauchenden Werke stets mit einem Foto auf seinem Instagram-Account.
Die Werke:
Ein Nashorn im typischen Banksy-Stil an eine Wand im Osten der britischen Hauptstadt scheint ein liegen gebliebenes Auto besteigen zu wollen. Auf der Motorhaube des Wagens steht ein Verkehrskegel.

Auf die Scheiben eines Glashäuschens der Polizei in der Londoner City brachte der Künstler vor blauem Hintergrund Fischschwärme auf. bild: keystone

Das Häuschen, das einer Telefonzelle ähnelt und die Aufschrift «City of London Police» trägt, wirkt dadurch wie ein Aquarium.Bild: keystone

Noch ein zweites Werk verschwand gleich nach seinem Erscheinen wieder: ein Wolf auf einer Satellitenschüssel im Südost-Londoner Stadtteil Peckham. Mehrere maskierte Männer hatten den auf einer Satellitenschüssel aufgesprühten heulenden Wolf schon innerhalb einer Stunde nach der Bestätigung Banksys abmontiert. Die Londoner Polizei bestätigte, dass eine Anzeige wegen Diebstahls eingegangen war.Bild: keystone

Eine sich streckende Katze, die auf eine verfallene Werbetafel an einer Strasse im Nordwesten Londons gesprüht wurde, wird innerhalb kürzester Zeit entfernt.Bild: keystone

Eine Fischbar wurde von Banksy mit Pelikanen besprüht, Walthamstow, London. Bild: keystone

Ein weiteres Kunstwerk von Banksy zeigt kletternde Affen auf einer U-Bahn-Brücke in Shoreditch, London.Bild: keystone

Zwei Elefanten strecken sich gegenseitig den Rüssel entgegen, Chelsea, London.Bild: keystone

Das erste Bild der Tierreihe zeigt einen Steinbock vor dem Abgrund, London.Bild: keystone
Was will Banksy mit den Tier-Bildern ausdrücken?
Banksy-Fans spekulieren seit Tagen darüber, was der Künstler mit den Tier-Bildern aussagen will. Spielte er mit dem Steinbock etwa auf die rechtsextremen Ausschreitungen im Land an, mit einem Symbol für einen Sündenbock, wie ein Instagram-Nutzer vermutet? Oder auf die Zerstörung der Natur?
Das vermuten die watson-Community:
Sollen die drei Äffchen für den japanischen Spruch «nichts sehen, nichts hören, nichts sagen» stehen? Die Weisheit, die oft mit drei Affen dargestellt wird, von denen sich je einer die Augen, Ohren oder den Mund zuhält, wurde im Westen oft als Kritik an der Neigung von Menschen über Unrecht hinwegzusehen interpretiert.
Banksy lieferte keine Interpretation.
Doch britische Zeitungen, die offenbar mit Bekannten des Künstlers sprachen, berichten: Die Bilder hätten keine tiefere Bedeutung. Der Künstler wolle den Menschen Freude bereiten in einer Zeit, in der negative Schlagzeilen dominierten.
Banksy hoffe, «dass die Werke die Menschen mit einem Moment unerwarteter Freude aufmuntern». Gleichzeitig gehe es darum, die Fähigkeit der Menschen zu kreativem Spiel anstatt zu Zerstörung und Negativität hervorzuheben.
Doch so ganz ohne kritische Untertöne ist sein Werk womöglich doch nicht: Die Fische auf dem Polizeihäuschen sehen mit ihren spitzen Zähnen verdächtig nach Piranhas aus. Für die britische Polizei, die in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Skandalen zu kämpfen hatte, wäre das keine schmeichelhafte Interpretation. (cst/sda/dpa)
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