Leute, heute ist Oscar-Nacht! Hier folgen alle Stars, Preise, Momente und Emotionen
Wer gewinnt einen Academy Award
- Film: Unsere Prognose: «One Battle After Another»
- Regie: Unsere Prognose: Paul Thomas Anderson, «One Battle After Another»
- Hauptdarstellerin: Unsere Prognose: Jessie Buckley, «Hamnet»
- Hauptdarsteller: Unsere Prognose: Michael B. Jordan, «Sinners»
- Nebendarstellerin: Amy Madigan, «Weapons»
- Nebendarsteller: Unsere Prognose: Sean Penn, «One Battle After Another»
- Originales Drehbuch: Unsere Prognose: Ryan Coogler, «Sinners»
- Adaptiertes Drehbuch: Unsere Prognose: Chloé Zhao und Maggie O’Farrell, «Hamnet»
- Internationaler Film: Unsere Prognose: Joachim Trier, Norwegen, «Sentimental Value»
- Dokumentarfilm: Unsere Prognose: Helle Faber, Alzbeta Karaskova, Pavel Talankin und David Borenstein, «Mr. Nobody Against Putin»
- Casting: Unsere Prognose: Francine Maisler, «Sinners»
- Kamera: Unsere Prognose: Autumn Durald Arkapaw, «Sinners»
- Schnitt: Unsere Prognose: Ronald Bronstein und Josh Safdie, «Marty Supreme»
- Production Design: Unsere Prognose: Tamara Deverell und Shane Vieau, «Frankenstein»
- Kostüm: Unsere Prognose: Kate Hawley, «Frankenstein»
- Make-up & Hairstyling: Unsere Prognose: Mike Hill, Jordan Samuel und Cliona Furey, «Frankenstein»
- Ton: Unsere Prognose: Chris Welcker, Benjamin A. Burtt, Felipe Pacheco, Brandon Proctor und Steve Boeddeker, «Sinners»
- Filmmusik: Unsere Prognose: Ludwig Göransson, «Sinners»
- Originaler Song: Unsere Prognose: «Golden» aus «KPop Demon Hunters»
- Animationsfilm: «KPop Demon Hunters»
- Kurzfilm: Unsere Prognose: Keine Ahnung
- Kurzer Dokumentarfilm: Unsere Prognose: Überhaupt keine Ahnung
- Kurzer Animationsfilm: «The Girl Who Cried Pearls»
- Visual Effects: Unsere Prognose: Ryan Tudhope, Nicolas Chevallier, Robert Harrington und Keith Dawson, «F1»
P.S. Wir vom Team watson sind heute Abend ganz parteiisch Team «Sinners».
Was ist los auf dem roten Teppich?
Vermutlich viel. Doch leider will SRF2 lieber einen Experten interviewen, der definitiv wacher ist als eure Simone. Die hat nämlich ihre Drogen nicht gefunden. Ehrlich! Da vertraut man einmal im Leben auf Drogen und findet sie nicht mehr! Simone vermutet: ausgeliehen an eine bedürftige Person. Die Drogen sind in jeder Apotheke erhältlich, ein total legales Biodings gegen Brainfog, irrsinnig effizient, aber aktuell abwesend. Halt! SRF2 verspricht: «Nur no ganz wenigi Momänt bis zum rote Teppich!» Jaaaa! Corinas Computer ist jetzt schon überhitzt. Die Aufregung steigt. Wo verstecken sich bloss Simone Drogen!?!
SRF2 flippt aus: Heidi Klum ist auf dem roten Teppich! Wir flippen deshalb noch nicht aus. Aber die «wenigi Momänt» sind jetzt vorbei. Welcome to the nights of nights.
Die anderen Frauen sind ein Traum: Elle Fanning! Emma Stone! Wie schön kann Weissglitzer sein? Schnee, der auf den roten Teppich fällt.
Chloé Zhao dagegen trägt Schwarz. Wie eine trauernde Witwe. Verschleiert. Gut, ihr «Hamnet» ist ja auch ein trauriger Film, geradezu ein Brüelilätsch-Film. Immer stirbt jemand. Shakespeares Sohn und Hamlets Vater.
Jessie Buckley kommt dagegen in frischen Tulpenfarben, feinstes Color Blocking in Rosa-Rot. Nicole Kidman und Demi Moore kommen mit Federbesatz. Millionen von Pailletten und Glitzersteinen dürften auf den Kleidern von Sigourney Weaver, Wunmi Mosaku und Kate Hudson verarbeitet worden sein.
Doch es ist jetzt schon klar: Keine fällt so auf wie Chloé Zhao.
Timothée Chalamet wirkt bedrückt. Kein Hauch eines Lächelns. Weisser Anzug. Tja, er hatte gewiss keine leichte Woche. Über den Shitstorm, den er mit seiner unbedachten Äusserung über Oper und Ballett angerichtet hat, haben wir ja schon hier und hier berichtet. Das Internet arbeitet sich noch immer an ihm ab, im Stil von «In 400 Jahren werden die Leute immer noch Mozart und ‹Schwanensee› kennen, Chalamet aber wird Schnee von vorvorvorgestern sein!»
Lustiger ist eh der Kampf von Jessie Buckley gegen die Büsis. Im November hatte die «Hamnet»-Schaupielerin nämlich in einem Podcast zusammen mit Paul Mescal über Büsis abgehatet. Beziehungsweise geschildert, wie das war, als sie begann, ihren späteren Mann zu daten. Der hatte nämlich zwei Katzen. «Eine der Katzen war eine Vorzeige-Bitch und sie inszenierte so etwas wie einen Putsch gegen mich. Ich kam nach Hause und da lag einfach Kot auf meinem Kopfkissen. Und ich dachte mir: Entweder ich oder die Katzen», sagte Buckley.
Die vereinigten Büsi-Menschen im Internet, also viele, hassten sie dafür. Am 6. März entschuldigte sie sich in der «Tonight Show» von Jimmy Fallon: «Ich bin eine Katzenliebhaberin! Als ich heute Morgen aufwachte, fragte ich mich: Glaubt die Welt wirklich, dass ich Katzen nicht liebe? Das hat mich den ganzen Tag beschäftigt. Ich fühlte mich schlecht.» Katzenliebhaberin, haha ...
Corina macht sich Sorgen um ihren grossen Liebling Pedro Pascal. Er sehe so alt aus, findet sie. Wo ist Michael B. Jordan? Etwa unterwegs mit Simones Drogen?
Läuft! Schlecht ...
Und es beginnt! Mit Conan O'Brien als Tante Gladys aus dem Horrorfilm «Weapons». Wer den nicht gesehen hat: Gladys ist eine Mischung aus dem «It»-Clown, Bette Davis in «Whatever Happened to Baby Jane» und dem Joker. Und dieses Wesen huscht nun durch die zehn nominierten Filme.
«Ich bin Conan O'Brien und ich bin geehrt, der letzte menschliche Moderator der Oscars zu sein», beginnt er in Anspielung auf die KI-Gefahr. «Heute Abend wird es nicht politisch», sagt er, wer sich das wünsche, solle zur Parallelveranstaltung, die von Kid Rock moderiert würde. Ausserdem sei es schade, dass Chalamet bloss die Oper- und Ballett-Welt aufgestachelt habe und nicht auch die Jazz-Szene. Über «Hamnet» sagt er, Shakespeares Frau habe «eine Waldgeburt. Bei uns nennt man dies: Ein Gesundheitssystem, das man sich leisten kann.»
Und dann wird er ernst: «Alle, die dies jetzt rund um die Welt schauen, sind sich einig, dass dies höchst chaotische Zeiten sind. 31 Länder aus 6 Kontinenten sind heute Abend hier versammelt. Wir feiern heute nicht nur Film sondern auch die Ideale von globaler Kunst, Zusammenarbeit, Geduld, Widerspenstigkeit und dieser seltensten aller Eigenschaften: Optimismus.» Dann lobt er die Bescheidenheit der Anwesenden. Nur um selbst einen Oscar entgegenzunehmen. Als Imperator.
Zoë Saldaña verleiht den ersten Oscar des Abends. Für die beste Nebendarstellerin. Er geht an ... Amy Madigan, die Tante Gladys aus «Weapons». Der Abend beginnt ja schon mal voll falsch. Es gibt effiziente, spannende, gut geschriebene, überraschende Horrorfilme – und dann gibt es «Weapons». Oje. Madigan bedankt sich bei ihren Kindern, Hunden und ihrem «beloved Ed» – «nichts davon würde mir was bedeuten, wenn es ihn nicht gäbe».
Und schon gehts weiter: bester Animationsfilm wird wie erwartet der koreanische Netflix-Hit «KPop Demon Hunters». Das Team ist zu Tränen gerührt. «The Girl Who Cried Pearls» wird bester animierter Kurzfilm.
Tooooolll die Musikperformance von «Sinners» – im Finale fliegtschwebt die schwarze Primaballerina Misty Copeland an den Bühnenrand, grandios, übermenschlich! Ballett, Timothée, Ballett! Nicht Pingpong!
