Viel Lärm um Nichts? Drama um Blake Lively und Justin Baldoni endet kurz vor Prozess
Nach über drei Jahren haben wohl die meisten Aussenstehenden leicht den Überblick verloren. Seit den Dreharbeiten zum Film «It Ends With Us» gaben sich Blake Lively und Justin Baldoni übel aufs Dach: Er soll sie sexuell belästigt haben. Sie soll ihn mit Taylor Swifts Hilfe aus dem Film gemobbt haben. Die Rede war von hollywoodreifen Schmutzkampagnen, skrupellosen PR-Tricks – und plötzlich ist alles vorbei.
Ganz viel heisse Luft?
Scheinbar aus dem Nichts einigten sich die beiden zwei Wochen, bevor es endlich mit dem Prozess hätte losgehen sollen, aussergerichtlich. Ohne einen Mucks darüber zu verlieren, wie das passiert ist und worauf sie sich nun geeinigt haben.
Stattdessen veröffentlichten sie eine gemeinsame Erklärung – ein Meisterwerk des PR-Gesäusels, das klingt, wie das typische Statement einer Promi-Trennung à la «Wir werden immer Freunde bleiben». Oder kurz: Ganz viel heisse Luft. «Das Endergebnis – der Film ‹It Ends With Us› – ist für uns alle, die an seiner Entstehung mitgewirkt haben, eine Quelle des Stolzes», heisst es da etwa.
Und weiter: «Das Bewusstsein zu schärfen und einen sinnvollen Einfluss auf das Leben von Überlebenden häuslicher Gewalt zu nehmen, ist ein Ziel, hinter dem wir stehen.» Ob das ChatGPT ausgespuckt hat? Denn die Beteiligten haben offenbar vergessen, dass sie den Film trotz ernstem Inhalt als romantisch und passenden Ausflug für einen lustigen Frauenabend vermarktet haben.
In der Erklärung wird betont: «Es ist unser aufrichtiger Wunsch, dass dies zu einem Abschluss führt und allen Beteiligten ermöglicht, konstruktiv und in Frieden voranzuschreiten – einschliesslich eines respektvollen Umgangs im Internet.» Und genau hier liegt der Hund begraben: Lively und Baldoni kämpfen nicht um Gerechtigkeit, sondern um ihren Ruf.
Die eigene Marke muss geschützt werden
Der Fall hat online längst ein Eigenleben entwickelt. Mehr als genug Menschen diskutieren wie wild darüber und haben das ganze Drama praktisch zu ihrem Lebensinhalt gemacht. Nun sind all diese Menschen plötzlich hobbylos, denn ein Prozess hätte für Lively und Baldoni nur noch mehr Gerüchte, noch mehr Schmutzwäsche und noch mehr Karriereschaden bedeutet.
Zuletzt wurden die meisten Anklagepunkte von Lively, inklusive der zur sexuellen Belästigung, verworfen. Zuvor war schon Baldonis Gegenklage abgewiesen worden. Der Prozess hätte sich nur noch um Vorwürfe wie Vertragsbruch und Racheaktionen gedreht und das hätte sich kaum gelohnt. Am Ende geht es darum, die eigene Marke zu schützen, um weiterhin Filme an Land zu ziehen. Genau darum enden zahlreiche Promi-Klagen aussergerichtlich – egal, für wie viele Schlagzeilen oder YouTube-Analysen sie zuvor sorgen.
Ob Blake Lively und Justin Baldoni ihre Karrieren wieder zum Laufen bringen, bleibt abzuwarten. Wortwörtlich. Denn – und das ist auch ein kleiner Trost für die nun hobbylosen Klatschmäuler: Das nächste Promi-Drama kommt bestimmt. (fwa)

