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Mean Girls 2024 Review: Wie fetch ist die Neuverfilmung des Klassikers?

Reneé Rapp, Bebe Wood, and Avantika in Mean Girls (2024)
Die Plastics regieren die Schule.Bild: paramount pictures
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Get in loser, wir schauen uns den neuen «Mean Girls»-Film an

Der Kultfilm aus den 2000er-Jahren kehrt zurück auf die Leinwand. Eine erfolgreiche Neuverfilmung hinzubekommen, ist aber nicht so einfach.
24.01.2024, 17:29
Corina Mühle
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«Mean Girls» ist einer dieser Filme, der so tief in unserer Filmkultur verankert ist, dass die ikonischen Quotes kaum mehr aus der Popkultur wegzudenken sind. Umso herausfordernder war es also für Tina Fey, eine Neuverfilmung zu schreiben, die nicht einfach den alten Film kopiert, sondern gewieft die alte Story in das heutige Zeitalter bringt. Gleichzeitig soll er eine Hommage an den alten Film sein.

Lacey Chabert, Lindsay Lohan, Rachel McAdams, and Amanda Seyfried in Mean Girls (2004)
Die It-Girls der Schule: Die Plastics mit Rachel McAdams als Regina George in 2004.Bild: paramount pictures

Vorab ist wichtig zu wissen, dass der neue «Mean Girls»-Film nicht auf dem alten Film von 2004, sondern auf dem Musical, das seit 2017 – unter anderem auch am Broadway – aufgeführt wurde, basiert. Eine Produktion, die bei uns wohl weniger bekannt ist. Und: Dieser «Mean Girls»-Film ist ein Musical.

Die Story bleibt allerdings die gleiche: Cady Heron (Angourie Rice) versucht, sich an ihr neues Leben in den USA anzupassen, inmitten von Cliquen und Klatsch. Mit ihren neuen Freunden Janis (Auli'i Cravalho) und Damian (Jaquel Spivey) heckt Cady einen Plan aus, um das Leben von Regina George (Reneé Rapp) und ihren Kolleginnen Gretchen (Bebe Wood) und Karen (Avantika) zu ruinieren. Doch die Dinge geraten aus dem Ruder, als Cady selbst den Verlockungen der pinkfarbenen Machtspielen verfällt, insbesondere als sie und Regina um die Aufmerksamkeit des beliebten Aaron Samuels (Christopher Briney) buhlen.

«Mean Girls» im Zeitalter von Smartphones

Die Teenager-Kultur hat sich seit 2004 drastisch verändert, da Gen Z mehr auf Inklusivität und Akzeptanz bedacht ist, als jede Generation vor ihnen. So wurden einige der problematischeren Aspekte aus dem Drehbuch gestrichen. Die Plastics verlieren so aber an Biss, denn der Film soll eigentlich die Boshaftigkeit von Teenagerinnen darstellen, die so unbarmherzig wie die afrikanische Steppe sind.

Im Zeitalter von Smartphones hat die Boshaftigkeit ein komplett neues Ausmass angenommen. Trends finden auf Social Media statt, wenn etwas passiert, zückt jeder sofort das Handy. Videos gehen viral, Nachrichten verbreiten sich wie ein Lauffeuer.

Reneé Rapp in Mean Girls (2024)
Die Löwin der High School: Regina George.Bild: paramount pictures

Dies schafft neue Probleme, auch mit dem Burn Book, in dem die Plastics über ihre Mitschüler*innen fiese Dinge schreiben. Denn diese Inhalte werden nun auch online geteilt, wo jeder noch seinen Senf dazugeben kann. Smartphones sind allgegenwärtig in «Mean Girls» und werden oft überspitzt dargestellt.

Das Problem mit den Outfits

Regina ist das It-Girl schlechthin. Sie setzt Trends. Sie entscheidet, was gerade angesagt ist. Umso enttäuschender ist daher Reginas Look. Das pinkfarbene Korsett-Top, aus dem ihr einziges ikonisches pinkfarbenes Outfit besteht, sieht wie eine Mischung zwischen Zara und Shein aus und setzt 2024 leider keine Modetrends mehr.

Reneé Rapp, Bebe Wood, and Avantika in Mean Girls (2024)
«On Wednesdays we wear pink!»Bild: paramount pictures

Janis ist das komplette Gegenteil von Regina: Sie ist eine Aussenseiterin und trägt komische Klamotten. Doch hier ist das Problem, dass ihre Kleider fast schon zu modisch sind. Auch wenn sie mehrmals betont, dass sie ihre Jacke selbst gemacht hat, haben hier die Kostümdesigner die Chance verpasst, ihren Charakter noch mehr durch ihre Kleidung hervorzuheben. Selbstgestrickte Pullis, lange Röcke und das ein oder andere ausgefallene Schmuckstück hätten ihren Look perfekt gemacht. Stattdessen trägt sie zerrissene Jeans und farbiges Make-up.

Jaquel Spivey, Angourie Rice, and Auli'i Cravalho in Mean Girls (2024)
Janis, die Aussenseiterin im Goth-Look.Bild: paramount pictures

Die Plastics – heute In, morgen vergessen?

«Mean Girls» hat Amanda Seyfried zum Star und Lacey Chabert zur Meme-Vorlage gemacht. Doch in dieser Musical-Adaption geraten Karen und Gretchen schon fast in Vergessenheit. Viele ihrer besten Quotes wurden aus dem Film gestrichen und sie werden somit ins Abseits gedrängt. Auch die Darstellungen von Avantika und Wood sind oft übertrieben und nicht sehr glaubhaft.

Der wahre Star ist Renée Rapp. Sie bringt die richtige Portion Selbstbewusstsein mit, um die fiese und manipulative Queen Bee zu spielen. Für die Sängerin, die hauptsächlich in der queeren Community grossen Erfolg hat, könnte dieser Film das Eintrittsticket für Hollywood sein.

Auch Auli’i Cravalho (bekannt aus «Moana»), die Reginas Rivalin spielt, legt eine sehr authentische Darbietung hin und singt sich bei ihren Solos die Seele aus dem Leib. Janis bekommt ausserdem endlich das Ende, das sie verdient.

Ist der Film fetch?

Die Geschichte, die «Mean Girls» erzählt, ist zeitlos und kann wohl alle paar Dekaden mit einem modernen Twist neu verfilmt werden. Genau deshalb hätte es eigentlich kein Remake gebraucht. Die Aussage der Story bleibt die gleiche und hat auch 20 Jahre später noch Gewicht. Immerhin bringen die Songs ein wenig frischen Wind.

«Mean Girls»-Fans können sich über viele Referenzen zum Originalfilm freuen, die klug in die Geschichte eingebaut wurden. Es ist eine Neuverfilmung, die natürlich bei Weitem nicht an das Original herankommt – aber haben wir wirklich etwas anderes erwartet?

Gretchen, stop trying to make fetch happen!

«Mean Girls» läuft ab dem 25. Januar in den Deutschschweizer Kinos.

Trailer

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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Olavus Cunctator
24.01.2024 18:17registriert Juli 2021
Der übliche cash grab. Das Pupertierende Mädchen von heute kann sich wohl nicht mehr mit dem Orignal identifizieren, weils damals noch kein TikTok gab. Immer wenn man denkt die Ideenarmut Hollywoods könne nicht mehr schlimmer werden, setzen die noch einen drauf.
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Pümpernüssler
24.01.2024 20:55registriert Juli 2018
Goth Look ist heutzutage also eine Blue Jeans und ein grünes T-Shirt. Momol sehr authentisch...
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Apex
24.01.2024 18:06registriert August 2022
Was heisst oder bedeutet denn "fetch"
Werd wohl langsam alt 😅
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Zigarettengirl, Hofzwerg, Kaffeeschnüffler und Co. – 10 Berufe, die es nicht mehr gibt

Hallo! Wir hätten ein paar Stellen frei! Wir bräuchten einen «Aufwecker», etwa. Oder einen «menschlichen Computer». Eine Stelle als «Soda-Depp» wäre auch noch frei. Und eine als «Prügelknabe» … öh, okay, das Letzte willst du glaub nicht.

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