Leben
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Serien sind deine Droge? Dann heisst dein Dealer HBO

Bild: hbo

Hat da jemand Netflix gesagt? HBO hat gerade die sehenswerteste Phase seiner Geschichte! Konkurrenz belebt das Geschäft. 



Liebe Seriensüchtige, kommt es euch auch so vor, als würde seit ein paar Jahren nur noch über Netflix geredet? Über Serien wie «House of Cards», The Crown, «Stranger Things», «Orange Is the New Black»,The OA? Gut, sie sind ja auch allesamt grossartig. Oder wenigstens einzelne Staffeln. Aber sind sie wirklich die Neuerfindung des Serienzeitalters, das 1999 mit «The Sopranos» begann?

the sopranos

Damit begann das Wunder: «The Sopranos», 1999-2007. Bild: hbo

Und da sind wir schon beim Grund für diese kleine Geschichte. Denn wer hat's erfunden? Wer machte als Erster serielle Hochkaräter wie «The Sopranos» und «Six Feet Under»?

six feet under

Und mit «Six Feet Under» (2001-2005) ging es weiter. Bild: hbo

Genau, der Bezahlsender HBO. Und was macht HBO eigentlich heute? Leute, nur das Beste! Seit 2016 auch tatsächlich wieder in Serie. Vorher waren es ja eher über die Jahrzehnte verstreute Perlen, mal «The Wire» (2002-2008), mal «True Detective» (2014-2015), letzterer allerdings nur eine einzige Staffel lang. 

Und hier sind sie, die makellosen aktuellen Werke des alten Serien-Meisters:

Game of Thrones (seit 2011)

Wie viele Drogen die Special-Effects-Crew von «Game of Thrones» wohl nehmen musste, um diesen Eiskönig zu entwerfen? Bild: HBO

Seit sechs Jahren ist «Game of Thrones» DAS weltweite Serienphänomen und die finanzielle Milchkuh von HBO, was für mich natürlich lange Grund genug war, nicht hinzuschauen. Ich wollte Kunst, kein softpornöses Fantasy-Epos aus einer nicht näher definierbaren alten Zeit. Bis mein Liebesleben eines Tages mit fünf Staffeln vor mir stand. Wir kamen der Realität sofort für mehrere Wochen abhanden. Es ist so toll. Das Tollste, was es gibt.

Es erbringt unter anderem den Beweis: Auch reiche Leute haben Probleme. Sehr, sehr grosse. Immer müssen sie um einen Thron kämpfen und sich mit Monstern und monströs gesinnten Mitmenschen herumschlagen. Denn jeder Mensch ist böse. Und jeder hat einen bösen Tod verdient.

Drachen fliegen durch die Luft. Eiszombies kommen aus dem Norden und Sexsüchtige aus dem sündigen Süden. Intrigen schleichen sich schlangengleich in Herzen und Hirne.

Alle sind grössenwahnsinnig. Die Macher der Serie definitiv auch. Wahrscheinlich sind sie auf MDMA und halten sich für Shakespeare. Und siehe da: Sie SIND Shakespeare! Nur perverser. Fucking Genies.

Staffel 7 startet am 16. Juli.

Westworld (seit 2016)

3D-Drucker im Overdrive! Maschinen machen in «Westworld» Menschen und umgekehrt, und irgendwann kann man das alles eh nicht mehr auseinander halten. Bild: HBO

Auch hier gilt: Die Probleme von «Westworld» können sich nur Superreiche leisten, seien wir also froh, dass wir alle nicht unter zuviel Geld leiden! Anthony Hopkins spielt einen Dr. Frankenstein der näheren Zukunft. Er hat einen vollautomatischen Freizeitpark für Superreiche gebaut, einen Wilden Westen wie aus einem John-Wayne-Film.

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Video: YouTube/HBO

In seinem Labor baut er lebensechte Roboter, die von den Parkbesuchern gefoltert, vergewaltigt und getötet werden. Und immer wieder auferstehen. Doch in den Maschinen setzen sich Erinnerungen fest. Der Aufstand ist unabwendbar.

Grandioser Mind-Fuck, bitterböse, anmassend in seiner Komplexität, spektakulär inszeniert.

Und: Mit zwei der besten Frauenrollen (für Thandie Newton und Evan Rachel Wood), seit es Serien gibt.

Die zweite Staffel läuft 2018.

Big Little Lies (2017)

Nicole Kidman, Reese Witherspoon und Shailene Woodley sind Hausfrauen in Hell. Und from Hell. Bild: hbo

Aaahhh, die Reichen! Sie sind wahnsinnig! Regisseur Jean-Marc Vallée (er hat den multiplen Oscar-Gewinner «Dallas Buyers Club» gedreht) hat den soapigen Roman «Big Little Lies» von Liane Moriarty genommen und ihn fies veredelt: Wir sind bei den Rich Bitches (Nicole Kidman, Reese Witherspoon, Laura Dern, Zoe Kravitz) im kalifornischen Küstenstädtchen Monterey, und alle spinnen.

Kidman hat ein völlig abnormales Sexleben mit ihrem Mann (Alexander Skarsgard), Witherspoon weiss eh alles am besten, und dann ist da noch die grosse Frage, wer Laura Derns Töchterchen regelmässig blaue Flecken und Bisse zufügt. Dazu kommt eine Zuzüglerin (Shailene Woodley), deren Kind unter unguten Bedingungen entstanden ist. Über allem hängt ein Mord.

Abgesehen von Woodley, deren Rolle auch von einem Stück Holz übernommen werden könnte, ist das grossartig gespielt.

Restlos alle – Frauen, Männer, Kinder – sind Körnchen im Treibsand der Abgründigkeit. Alle könnten Opfer sein. Oder Täter.

Miniserie in 7 Folgen. Letzte Folge am 2. April.

Girls (2012-2017)

Und das sind sie, die vier heissgeliebten Hipster-Bestien: Hannah (Lena Dunham), Jessa (Jemima Kirke), Shoshanna (Zosia Mamet) und Marnie (Allison Williams, von links).  Bild: HBO

Ach, wieso muss es bloss vorbei sein mit den «Girls»! WIESO??? Gut, die Frage würde sich hier nicht so emotional stellen, wenn die aktuelle, letzte Staffel nicht so grandios gut wäre. Zwischendurch wars nämlich auch schon anders.

Zwischendurch haben Lena Dunhams rabiat egozentrische New Yorker Hipster-Tanten auch schon sehr genervt. «Girls» war ja immer beides: Liebeserklärung an und Demontage der Generation Y. Auch bekannt als Generation Schneeflocke. 

Ihre Angehörigen sind eiskalt und stachelig wie ein Schneestern, aber schon beim kleinsten Hauch zerflossen in einem Tümpel aus Selbstmitleid und Selbstgerechtigkeit.

Jetzt ist Regisseurin, Autorin und Hauptdarstellerin Lena Dunham mit ihren Figuren so richtig böse und zieht mit einem frisch geschliffenen Hackbeil gegen ihre empfindungslose Überempfindlichkeit ins Feld und demaskiert sie als reine Dummheit. Was manchmal traurig, viel öfter aber enorm lustig ist. Ach, was werden wir die Schwätzerinnen Hannah, Jessa, Shoshanna und Marnie vermissen.

Letzte Folge am 16. April.

The Night Of (2016)

John Turturro und Riz Ahmed. Bild: hbo

Der britische Rapper und Schauspieler Riz Ahmed ist gerade überall zu sehen: in «Rogue One», «The OA», «Girls», «Jason Bourne» und, und, und. Und eben in «The Night Of». Einem klugen, schwarzmütigen New Yorker Gefängnisdrama, das einen konsequent in die tiefe Depression führt.

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Video: YouTube/HBO

Ahmed spielt einen Taxifahrersohn aus Queens. Nach einer Nacht mit Partydrogen wacht er neben einer fürchterlich zugerichteten weiblichen Leiche auf. War er's? Oder nicht? Ein einsamer Armenanwalt (John Turturro) eilt ihm zu Hilfe, ist jedoch selbst derart kaputt und neurotisch, dass er mehr schadet als nützt. Sein Leben wird von einer Ekel erregenden Hautkrankheit dominiert. Und von einer fatalen Liebe zu Katzen.

Das Gefängnis meint es bös mit den Lebenden, aber das Leben ebenfalls. Adieu, Freuden dieser Welt.

Urspünglich hätte «Sopranos»-Star James Gandolfini den Anwalt spielen sollen. Es wäre seine zweite grosse Rolle für HBO geworden. Doch dann war er tot. Und ja, «The Night Of» ist grossartig, auch wenn das gerade nicht so klingt.

Über eine zweite Staffel wird momentan verhandelt.

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