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Netflix-Serienhit «Stranger Things». Bild:

Jede Flucht vor der Seriensucht ist zwecklos. Happy Birthday, Netflix! 

Vor 20 Jahren ging Netflix an den Start. Seit 2011 brilliert der Streaming-Dienst auch mit Eigenproduktionen. Das Wichtigste? Natürlich Serien!



Es ging um Erdöl und Sex. Um schmierige, trumpeske Dynastien. Die Serien dazu hiessen «Dallas» und «Denver Clan» und alle Kinder, deren Eltern Amerika-Fans waren (also alle ausser meinen), schauten sie. Am nächsten Morgen brummte der Pausenplatz, und die «Bravo» porträtierte in einem Fort die Frauen und ihre Kleider oder die Männer und ihre Autos aus den beiden Serien. 

Natürlich waren sie übelst. Langsam, einfältige Plots, Figuren, die sich gegen jede Entwicklungsfähigkeit sträubten, bestürzend charmearme Locations. Aber sie waren da, wer Augen hatte, schaute sie, wer eine Zunge hatte, redete darüber. Also alle. Ausser mir. Wahrscheinlich hat mich genau dieses Kindheitstrauma in die Seriensucht getrieben. 

Netflix-Serienhit «The Crown».  Bild: Netflix

Heute braucht's dafür ja keine Rechtfertigung mehr. Danke Netflix, HBO, Hulu, Showtime, Amazon, AMC und so weiter für den superguten Stoff, den ihr seit der Jahrtausendwende zuverlässig liefert. Nur unser redaktionseigener Daniel Huber fragt immer: «Wo nehmt ihr denn all die Zeit her?» «Wo geht denn deine Zeit immer hin?», fragen wir zurück. Er weiss es auch nicht.

«Ich mag Eisen. Aber ich liebe Feuer.»

Claire Underwood in «House of Cards»

Unser redaktionseigener Patrick Toggweiler fragte mich eben mal wieder nach meiner Lieblingsserie. Also aller bisheriger Zeiten. Er tut das gern. Er ist sich auch ziemlich sicher, dass seine «The Wire» (Drogen, Baltimore, Telefonzellen) ist. Okay, das ist die Frage, die ich nach Jahren des intensiven Konsums nicht mehr beantworten kann. War da nicht mal «Mad Men» (Werber, New York, unerträgliche Schönheit)? Es gibt zu viel des Guten!

Über Netflix beziehbar: «Fargo». Bild: AMC

Am besten finde ich meist, was ich gerade am liebsten schaue: Eben noch war es «Fargo» (Schnee, Blut, Provinz), davor «The Leftovers» (Sekten, Postapokalypse, Kettenraucher) aber nur die erste und ein bisschen von der zweiten Staffel, fuck the third one! Nächste Woche wird es wieder «The Americans» (Doppelagenten, Liebe, Perücken) sein, und dann gönnen wir uns endlich die siebte Staffel «Game of Thrones», die wir uns über die letzten Wochen brav zusammengespart haben.

«Manche Strassen solltest du nicht nehmen. Weil es früher Karten gab, auf denen stand: ‹Hier gibt es Drachen.› Das steht jetzt nicht mehr da. Aber das heisst nicht, dass es keine Drachen mehr gibt.»

Lorne Malvo aus «Fargo»

Schon auch gut bis genial ist inzwischen die dritte Staffel «Twin Peaks», auch wenn mich der Pilot nicht sonderlich überzeugte. Und als wir uns endlich dazu durchgerungen hatten, die neuste Staffel «House of Cards» trotz verkacktem Start ganz zu schauen, ging auch das ab Folge 4 oder 5 sehr gut. Uuuuund ... 

Über Netflix beziehbar: «Mad Men». Bild: AMC

Ihr seht schon: Das «Wir» ist wichtig. Erstens mein Liebesleben, das neben mir auf dem Sofa sitzt, die Sucht teilt, darüber redet. Weniges lässt so schönen Pärchen-Eskapismus zu wie Serienschauen. Die zwei Folgen, die wir am Abend schauen, die fünf Folgen, die in einem verregneten Sonntag Platz haben. All die Gin Tonics, die's dazu gibt.

«Was ihr Liebe nennt, wurde von Typen wie mir erfunden – um Strümpfe zu verkaufen.»

Don Draper aus «Mad Men»

Zweitens gehören zum «Wir» all die andern Menschen, mit denen sich dank der Serien eine Kommunikation entspinnen lässt. Auch wenn sie oft enorm pseudo ist, im Stil von «Hast du ‹The Good Fight› schon gesehen? Ist super, haben sie nochmals nachgedreht, als Trump Präsident wurde.» – «Nein, aber ‹Suits›, kennst du?» – «Nein, aber das ist das mit der Freundin von Prinz Harry? Apropos Royals: Mein Velomech schaut jetzt ‹The Crown›!» – «Ist das nicht voll die Mädchenserie?»

Netflix-Serienhit «House of Cards». Bild: netflix

Apropos Sofa: Dass wir uns regelmässig auf einer Couch einfinden und an etwas teilhaben, das durch einzelne Folgen mit einer ganz bestimmten Länge strukturiert ist, ähnelt einer – na? – genau, Psychoanalyse! Aber was für einer!

Nicht wir werden analysiert, nein, wir folgen als Analytiker den diversen Serien, die sich vor uns auf einem Bildschirm flachlegen. Und gleichzeitig für uns einen Winkel unserer Realität oder unserer Träume analysieren, in den wir selbst noch nicht vorgedrungen sind. Wenn das nicht wunderbar ist. To be continued ...

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26
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26Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Barracuda 29.08.2017 18:10
    Highlight Highlight Kann den Netflix Hype nur bedingt nachvollziehen. Mittlerweile ist leider mehr Masse statt Klasse angesagt. Insbesondere die Fortsetzungen sind teilweise absolut überflüssig und lieblos. Anstatt dass man eine halbwegs gute Story mit einem anständigen Ende krönt, macht man eine Neverending Story, die sich unnötig in die Länge zieht.
  • derEchteElch 29.08.2017 17:00
    Highlight Highlight Ich habe bis heute keinen Netflix-Account und bin froh darum, draussen bei dem schönen Wetter; CrossFit CrossFit CrossFit Schwimmen, Chillen 😎

    Gibt nichts besseres ^^
    • samy4me 29.08.2017 18:31
      Highlight Highlight Doch, doch, gibt schon Besseres😜
      Benutzer Bild
    • Melsqy 01.09.2017 10:00
      Highlight Highlight Netflix und Sport schliessen sich doch nicht aus. Im Gegenteil. Ich treibe neben der Arbeit auch täglich 2 Stunden Sport. Aber danach gibt es doch nichts schöneres als zu einer wohlverdienten Folge der Lieblingsserie nach Hause zu kommen und diese zum Znacht/Haushalten/Zähneputzen/Einschlafen zu geniessen. :)
  • Hans Maulwurf 29.08.2017 14:49
    Highlight Highlight Woher zum Geier habt ihr die Zeit für diese Serien - vorallem wenn's ein so schöner Sommer wie dieser ist?
    • Aglaya 29.08.2017 15:31
      Highlight Highlight Zeit hat man nicht einfach so, die muss man sich nehmen. Jeder hat genau 24h/Tag. Ist alles eine Frage der Prioritäten.
    • Nuka Cola 29.08.2017 20:02
      Highlight Highlight Ach, Englisch Sprachaufenthalt hatte man nur 80% Anwesenheitspflicht, da war Netflix bei gewissen Lehrpersonen die definitiv bessere Entscheidung... ^^
    • Melsqy 01.09.2017 10:03
      Highlight Highlight Multitasking denks. Netflix zum Essen, Aufräumen, Abwaschen, Zähneputzen, Wäsche zusammenfalten, Einschlafen. Alles Dinge, die man ohnehin erledigen muss. Warum nicht das iPad dazustellen und das Notwendige zur Freude machen?
  • AJACIED 29.08.2017 13:56
    Highlight Highlight Ich nix sucht! Ich nix Netflix ich gesund nicht süchtig 😂
    • Simone M. 29.08.2017 14:01
      Highlight Highlight Oh! Eine seltene Spezies!
    • Wallaby85 29.08.2017 14:31
      Highlight Highlight So selten auch wieder nicht, gehöre schliesslich auch zu dieser, welche ohne gesund und ganz gut leben.
      Netflix wird halt gehypt, daher der Gedanke dass es wahrscheinlich jeder haben muss...
    • AJACIED 30.08.2017 18:27
      Highlight Highlight Muss halt nicht jeder "Mode" folgen!
  • Damogles 29.08.2017 13:48
    Highlight Highlight Was ist jetzt mit Stranger Things? Clickbaiting?
    • The Real Deadpool 29.08.2017 16:52
      Highlight Highlight Das ist eben ne Netflix-Serie und sieht als Teaserbild wohl ewtas hübscher aus als das Netflix-Logo. Der Titel hat ja gesagt, um was es geht.

      Somit hättest du einschätzen können, dass du wohl kaum Infos zur dritten Staffel Stranger Things findest.
    • Damogles 29.08.2017 20:21
      Highlight Highlight @Kawananga Danke, als Stranger Things Junkie weiss ich wohl, dass das eine Netflix Serie ist. Ich sah das Bild und erwartete etwas über diese Serie - das schliesst der Titel ja nicht aus... und btw es kommt erst die 2. ob es eine 3. geben wird steht in den Sternen
    • Damogles 29.08.2017 20:42
      Highlight Highlight Typo - Sorry @Kawabanga
  • jazzmessenger 29.08.2017 13:23
    Highlight Highlight "Eben noch war es «Fargo» (Schnee, Blut, Provinz), davor «The Leftovers» (Sekten, Postapokalypse, Kettenraucher) aber nur die erste und ein bisschen von der zweiten Staffel, fuck the third one!"

    bezieht sich das jetzt auf Fargo oder The Leftovers? Kreuzfalsch ist es bei beiden, aber bei "The Leftovers" wäre es sowas von verkehrt, dass künftig vielleicht jemand anders zur Thematik schreiben sollte.
  • Dr. Ian Malcolm 29.08.2017 13:20
    Highlight Highlight ...Birthday Netflix
    • Simone M. 29.08.2017 13:46
      Highlight Highlight Ohhhh, dass sich einer Dougie Jones nennt entzückt mein Herz gerade sehr!
    • Dr. Ian Malcolm 29.08.2017 13:48
      Highlight Highlight Jade give two rides.
  • QueenNiin 29.08.2017 13:14
    Highlight Highlight Was ich weniger cool finde ist, dass ich nun etwa 7 oder wahrscheinlich mehr Serien angefangen habe und nun immer verzweifelt auf die weiteren Staffeln warten muss. Idee: Weniger Serien aber dafür früher die Fortsetzungen der hammermässigen Serien bringen... oder geht das gar nicht?
    • DerRaucher 29.08.2017 13:49
      Highlight Highlight Das ist nervig ja. Zumal der Trend bei guten Serien, immer mehr dahin geht, das man schon über 10 Folgen pro Staffel froh sein kann. Wenn ich da an die guten Serien der 90er denke wie Akte X und co, hatte jede Staffel über 20 Folgen. Die Qualität hat darunter jedenfalls nicht gelitten.
    • Simone M. 29.08.2017 13:49
      Highlight Highlight Das stimmt! Ist aber produktionstechnisch nicht möglich, ausser man dreht Soaps und Sitcoms oder Dutzendware wie CSI etc. Vor- und Postproduktion sind bei den toll gemachten Serien viel zu aufwendig.
    • AJACIED 29.08.2017 13:57
      Highlight Highlight Verzweifelt warten muss 😂🙈 omg das Leben ist nicht mehr lebenswert!
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