Leben
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Oral Sex Gap: Warum bekommen Frauen weniger Oralsex?

Gunda Windmüller / watson.de



Die Welt ist nicht fair. Das wissen wir, heisst ja aber zugleich nicht, dass wir nichts daran ändern können. Gerade zwischen den Geschlechtern gibt es viele Ungleichheiten. Auf finanzieller Ebene, rechtlicher, wirtschaftlicher und ja, auch auf sexueller Ebene.

Beispiel gefällig?

Darf ich vorstellen. Der Oral Sex Gap.

Video: watson/Gunda Windmüller

Dahinter steckt ein Phänomen, das wohl einige von uns von heterosexuellem Sex kennen. Männer bekommen dabei häufiger Oralsex als Frauen. Und das ist nicht nur ein diffuses Gefühl, das zeigt sich auch in Umfragen.

Nach einer kanadischen Studie, bei der College-Studierende befragt wurden, gaben 63 Prozent der männlichen Befragten an, beim letzten heterosexuellen Sex Oralsex bekommen zu haben, während es bei den Frauen nur 44 Prozent waren.

«Mehr Männer als Frauen gaben an, Oralsex zu bekommen.»

(Zitat aus der Studie)

Auch in einer anonymen Online-Befragung der University of Georgia zeigte sich, dass junge Frauen mehr Oralsex geben, als dass sie ihn bekommen.

Diese Zahlen verblüffen ein Stück weit. Denn Umfragen zeigen auch immer wieder, dass Oralsex bei Männern wie Frauen ziemlich beliebt ist. Auch ist Oralsex für Frauen ein sehr verlässlicher Weg, zum Orgasmus zu kommen.

Aber warum dann der Gap?

Nun. Nicht nur ist die Welt nicht fair, sie ist auch nicht ganz einfach. Beim Oral Sex Gap spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Auf der einen Seite ist die soziale Erwartungshaltung, das männliche Lust und männlicher Orgasmus eine Art Vorfahrtsrecht geniesst, immer noch sehr stabil.

«Soziale Normen, die männliche Lust priorisieren, könnten die grössere Frequenz von Oralsex an Männern erklären.»

Auszug aus der Studie (London School of Hygiene)

Und auf der anderen Seite wird Oralsex an Frauen oftmals als etwas Besonderes beschrieben. Als etwas besonders Anstrengendes.

In einer Studie der London School of Hygiene, bei denen 16- bis 18-Jährige nach ihren Einstellungen zu Oralsex befragt wurden, zeigte sich, dass junge Männer Vulvas oft sehr negativ beschrieben. Die jungen Frauen wiederum hielten Oralsex an Männern für einfacher und gaben an, Scham wegen ihrer Vulva zu empfinden.

«Die Berichte von Frauen über Oralsex waren dominiert von Ängsten, dass ihre Vulva dabei zu stark wahrgenommen, beurteilt und dann von Männern diskutiert werden würde.»

Auszug aus der Studie

Mit anderen Worten: Wie schade! Denn Vulven sind, genau wie Penisse, nun mal nichts zum Schämen. Doch Scham lässt sich auch nicht mit dem Hauruck-Verfahren bekämpfen. Viele kleine Schritte sind notwendig. Die Sexualpädagogin Agi Malach rät Frauen daher, sich intensiv mit ihrem Geschlechtsteil zu beschäftigen. Einen Spiegel in die Hand zu nehmen und zu schauen: Wie sieht es aus, was mag man an sich, wovor hat man Sorgen? Und falls es die gibt, die Sorgen dann auch mit dem Gegenüber teilen.

Gemeinsam besprechen, was man fühlt und fühlen möchte. Auch das ist vielleicht nicht ganz einfach, aber der erste Schritt zu ein bisschen mehr Gleichberechtigung.

Zumindest beim Sex.

Die Sexualpädagogin Agi Malach ist Referentin zu verschiedenen Themen rund um Sexualität und betreibt das Label Vulvinchen.

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163 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
MeinAluhutBrennt
28.07.2019 15:38registriert January 2019
Die Lösung heisst 69 omfg
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Der Teufel auf der Bettkante
28.07.2019 20:09registriert March 2018
Watermelon
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Pafeld
28.07.2019 16:43registriert August 2014
Also zusammengefasst verlangen Frauen weniger oft Oralsex, weil man ihre Vulva dann zu sehr in Augenschein nehmen könnte und sie dies aufgrund von persönlichen Komplexen nicht wollen. Und trotzdem ein Unterton, als ob die Männer wieder daran Schuld wären.
Ist das Absicht, dass man die Genderwissenschaften dermassen ins lächerliche zieht? Das man nachher sagen kann, die bösen Männer nehmen die Genderwissenschaften sowieso nicht ernst, weil sie ja eh alle chauvinistische Idioten sind?
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163

Lieber Röbi Rapp, leb wohl! Als Queer-Pionier bleibst du unsterblich. Merci!

Röbi Rapp und Ernst Ostertag lebten 62 Jahre lang die vielleicht grösste Liebesgeschichte der Schweiz. Ein Nachruf.

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