Leben
Social Media

Size Zero ist zurück: Berliner Fashionshow setzt wieder auf Magermodels

30.01.2026, Berlin: Models gehen während der Show von Kilian Kerner im NLND Berlin im Rahmen der Berlin Fashion Week über den Laufsteg. Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYS ...
Die Berlin Fashionshow scheint dieses Jahr nicht mehr auf Diversität zu setzen.Bild: DPA

«Size Zero ist wieder in»: Berliner Fashionshow setzt erneut auf Magermodels

Nachdem #Skinnytok und Heroin Chic wieder auf Social Media trendeten, ist Diversität auch an der Fashion Week in der deutschen Hauptstadt kein Thema mehr. Das spüren auch die Models.
03.02.2026, 18:1703.02.2026, 18:32

Diversität und Body Positivity waren in den letzten Jahren der Trend in der Modebranche. Seit Monaten werden auf Social Media aber wieder extrem dünne Körper glorifiziert und somit auch normalisiert. Diese Bewegung ist nun auch wieder auf den Laufsteg übergeschwappt. So sieht man an der Berliner Fashion Week – die seit Freitag läuft – so gut wie keine kurvigen Köprer mehr. Diese Veränderung spüren auch die Models selbst.

Darüber hat die Tagesschau mit Louisa Kalonji gesprochen. Sie ist POC, gilt als Curvy-Model und ihre auffällige Zahnlücke ist ihr Makrenzeichen. Ihr aussergewöhnliches Aussehen war in den letzten Jahren stark gefragt. Nun bemerkt die 21-Jährige aber einen Umbruch: «Der Ton ist wieder anders, die Stylisten trauen sich wieder mehr zu kommentieren, wie man aussieht», erzählt das Model und meint, dass dies dazu führe, dass sie sich nun häufiger unwohl fühle am Set.

Luxusmode besonders betroffen

Diese Veränderung schlägt sich unterdessen bei dem Model bereits auf die Buchungsanfragen aus. Der Grund: «Size Zero ist wieder in.» So sei es laut Kalonji eine Zeit lang okay gewesen, grosse Brüste und einen grossen Po zu haben, nun sei es dies aber nicht mehr.

Diese Beobachtung hat auch Cornelia Bartsch gemacht. Sie ist Chefin der Modelagentur IZAIO Management und kennt die Trends für die Modelwelt genau. Sie meint gegenüber der Tagesschau: «In den Jahren 2023 und 2024 sind die Anfragen der Kunden stark darauf ausgerichtet gewesen, diverse Models zu casten – unterschiedliche Körpergrössen, Körperformen, Hautfarben und auch spezielle Marker sind gefragt gewesen.» Das sei nun aber absolut zurückgegangen. Besonders in der Luxusmode sei der Trend der Bodypositivity kaum mehr zu sehen.

Besonders gefragt seien laut Bartsch wieder die typischen Models: «Blond, blauäugig, gross, super Modelmass.» Es gäbe laut der Managerin sogar Anfragen, die direkt nach «Caucasian Type» fragen würden. «Caucasian» ist ein Begriff für Menschen, die aus Europa stammen und weiss sind.

Dass der Skinny-Trend zurück ist zeigt sich aber nicht nur in der Modebranche. Auch auf Social Media trendete 2025 der Hashtag #Skinnytok bei dem sich Frauen Tipps zum schnellen abnehmen gaben. Die Presse-Tour von «Wicked: Teil 2» sorgte zudem Ende Jahr für Aufruhr, weil die Schauspielerinnen des Films in nur wenigen Monaten extrem an Gewicht verloren hatten.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Rauchen macht dünn, gesund und glücklich! ... sagen diese Vintage-Werbungen für Zigaretten
1 / 20
Rauchen macht dünn, gesund und glücklich! ... sagen diese Vintage-Werbungen für Zigaretten
Früher galt Rauchen noch als vornehm. Und scheinbar auch als gesund. Bild: pinterest.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Skinny Privilege: Sie hat 60 Kilo abgenommen und plötzlich sind alle nett zu ihr
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
140 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Spektralist
03.02.2026 18:45registriert August 2025
Geht halt Hand in Hand mit dem Tradwife-Ding; halte die Frauen entkräftet (von den Diäten UND den Sorgen nicht dünn genug zu sein), und ungebildet, nur dann kannst du ein "konservatives" Paradies aufbauen.
😶
Ist übrigens gut studiert und fundiert, diese Aussage.
Wo immer der Faschismus aufkam, war die frauen-zentrierte Magersucht nicht weit.
11635
Melden
Zum Kommentar
avatar
Nick Name
03.02.2026 18:53registriert Juli 2014
Louisa Kalonji «gilt als Curvy-Model»?!…

Die Marktwirtschaft an sich ist ja schon pervers, aber einer der Gipfel davon dürfte das Mode- bzw. das «Fashion»-/Haute couture-Business sein.
859
Melden
Zum Kommentar
avatar
Madison Pierce
03.02.2026 18:57registriert September 2015
Was an den Modeshows präsentiert wird, hat doch noch nie dem allgemeinen Schönheitsideal entsprochen. Die extravaganten Kleider, die präsentiert werden, sieht man doch höchstens an Schauspielern auf dem roten Teppich.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass magere Menschen bei der Mehrheit als attraktiv gelten. Schlanke ja, aber nicht Magere mit eingefallenen Gesichtern und sich abzeichnenden Knochen. Wenn das der Fall wäre, gäbe es nicht so viele Fitnessstudios.
434
Melden
Zum Kommentar
140
Jeder dritte Jugendliche wird gegen die eigenen Eltern aggressiv
Laut einer Studie der Universität Zürich wird rund ein Drittel der Jugendlichen mindestens einmal körperlich aggressiv gegenüber den Eltern. Am häufigsten tritt dieses Verhalten im Alter von 13 Jahren auf. Die Studie begleitete über 1500 junge Menschen.
Zur Story