Leben
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Meine bescheidene Kassetten-Sammlung. bild: watson

Liebesbrief an die drei ??? (vor allem an Justus Jonas❤️) 

Dieser Text ist für die Detektive meines Herzens. Und für alle, die sich als gestandene Erwachsene noch immer mit den drei Fragezeichen ins Bett legen. 



«Ahhhhhhhhhhhhhhhhh!», mit diesem Schrei hat alles angefangen. Der Schrei aus der achten Hörspielfolge «Die drei ???». Der Schrei, der mitten in die Knochen fährt – und da nie mehr herausfindet.

Nach der genauso grandiosen Titelmelodie kommt der Schrei. Seid gewarnt. 

Der Grüne Geist war meine erste eigene Folge. Ich bekam sie zum Geburtstag. Meine ältereren Brüder hatten schon ein paar Kassetten, ich war erst im Kindergarten. Wahrscheinlich hab ich nicht besonders viel von der Geschichte begriffen. Ausser der Angst. Die hab ich gespürt. Vor allem im «Gespensterschloss».

Bild

Cover der 11. Folge «Die drei ??? und das Gespensterschloss». bild: facebook/diedrei???

Mein Bruder musste nur mit der Kassettenhülle vor mir rumwedeln und ich fiel schon in Ohnmacht. Diese Folge handelt von Stephen Terrill, einem Stummfilm-Star, der berühmt geworden war für seine Gruselfilme. Man nannte ihn den Mann mit den tausend Gesichtern. Und sein Erfolg erlaubte es ihm, ein eigenes Schloss zu bauen.

Aber dann wurde der Tonfilm erfunden und Terrill musste sprechen. Mit seiner Fistelstimme und seiner Zunge, die immer anstiess. Wie lächerlich er klang. Also gab er die Schauspielerei auf und zog sich in sein Schloss zurück. Er wurde schwermütig. Und die Leute vergassen ihn.

Irgendwann fand man das Wrack seines Wagens. Terrill war über eine Klippe gestürzt. Seine Leiche war verschwunden. Aber sein Geist wandelte weiterhin durch die Gemächer seines Schlosses und rächte sich an all jenen, die über ihn gelacht hatten.

Bild

Cover der 6. Folge «Die drei ??? und der sprechende Totenkopf». Der Schädel heisst Sokrates. bild: facebook/diedrei???

Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews, ich liebe euch.

Durch euch hab ich die Sprache lieben gelernt. Meine Schulaufsätze strotzten nur so von Justus-Jonas-Phrasen. Du bist der Klügste von allen, der erste Detektiv mit der geschwollensten Ausdrucksweise der Welt.

Justus, ich wollte sein wie du.

Zumindest hab ich es versucht. Aber anstatt ein «Kunstwerk von hohen Graden» – ein Satz aus der dritten Folge «Der Karpatenhund» – schrieb ich von einem «Kunstwerk von hohem Graben». Mein Lehrer strich es rot an. Ich ging wutenbrannt zu ihm und klärte ihn darüber auf, dass Justus Jonas niemals falsch liege.

Ich hatte also noch immer nicht alles verstanden. Aber das war nicht wichtig. Ich liebte die Geräusche, die Abenteuer, die sonderbaren Charaktere im Küstenstädtchen Rocky Beach – und vor allem die Furcht. 

Die Furcht vor dem Höhlenmenschen, der eigentlich nicht aus mehr als ein paar alten Knochen besteht. Und trotzdem irgendwann aufsteht ...

Hört euch an wie genial hier die Musik Grusel zu erzeugen vermag.

Als ich 12 war, kam die 76. Folge raus. «Die drei Fragezeichen und die Stimme aus dem Nichts». Die schlimmste und psychologisch durchtriebenste Folge für mich. Ich verarbeite sie noch heute. 

Diese Stimme werdet ihr nie wieder vergessen.

Inzwischen hatte euer Erzähler, der als Alfred Hitchcock auftrat, eine neue Stimme bekommen. Peter Pasetti war gestorben – dieser Held meiner Kindheit. Am Anfang war es schwierig. Aber ich kam drüber hinweg. Vor allem, weil eure Sprecher bis heute dieselben geblieben sind.

Ich liebe euch, Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich. Und wehe, ihr seid nicht unsterblich.

Bild

Cover der 16. Folge «Die drei ??? und der Zauberspiegel». bild: facebook/diedrei???

1979 kam die erste Hörspielfolge raus. Und mit ihr kam mein Bruder zur Welt. Wir wuchsen mit euch drei Detektiven auf. Wir erlebten euren Stimmbruch, wir hassten den fiesen Skinny Norris und Peters Freundin Kelly, diese blöde Zicke, die nie Verständnis hatte für sein zeitaufwendiges Detektiv-Dasein.

Wir lernten, was ein Trittbrettfahrer ist und 1992 erklärtest uns du, Justus, in deiner gewohnt barocken Sprache, was ein Computervirus ist. 

Danke, Justus.

Justus, du bist dick und unerträglich altklug. Sogar wenn ihr drei vor einem Bösewicht fliehen müsst, führst du noch aus, hinter welcher Art Hecken ihr euch jetzt genau verstecken solltet:

«Hier, hinter die Hibiskusbüsche!»

Justus Jonas

Andernfalls hätte sich Peter wahrscheinlich hinter einem Strauch Kniphofia verborgen.

Peter, du bist der Sportliche, manchmal leicht Dümmliche und der, der Schiss hat vor einem Bergmonster, einem tanzenden Teufel, einem Mann ohne Augen, einer singenden Schlange oder einem lachenden Schatten. Dann hört man deine Tränen, wie sie aus deiner Stimme rinnen. Aber du kehrst doch niemals um. Mutig stellst du dich deinen Geistern. Jedes Mal von neuem.

Bild

Cover der 14. Folge «Die drei ??? und das Bergmonster». bild: facebook/diedrei???

Und dann bist da noch du, Bob. Der Korrekte, der Diplomat, der Langweiler. Doch manchmal durchbrichst du deine Nettigkeit ganz plötzlich mit Sätzen wie:

«Du bist einfach zu dick, Justus!»

Bob Andrews

Dein unverblümtes Fazit, als Justus in «Der heimliche Hehler» in einem Aufzugsschacht stecken bleibt.

Bild

Cover der 27. Folge «Die drei Fragezeichen und der heimliche Hehler». bild: facebook/diedrei???

Du singst sogar einmal «God Bless America». Ihr befindet euch im Garten von Miss Melody – der alten Vogelnärrin – und sucht nach Hinweisen, wer deren gefiederten Freunde getötet haben könnte. Im Falle, dass ihr etwas findet, solltet ihr singen. Das hat Justus euch aufgetragen. Lautes Rufen sei schliesslich viel zu auffällig. Als Peter auf Spuren stösst, trällert er aber dermassen grauenhaft, dass du übernehmen musst ...

Ihr gingt mit der Zeit, habt begonnen im Internet zu surfen und euch mit Hexenhandys rumzumschlagen. Und doch wurdet ihr nie zu coolen, hippen Typen. Ihr seid Streber. Aussenseiter. Ihr habt nur einander und eure Fälle. Dafür verdient ihr meine ganze Anerkennung. Denn ihr seid euch über all die Jahre treu geblieben – und nie in die Dämlichkeit abgerutscht.

Sonst würdet ihr heute vielleicht so aussehen:

Bild

bild: watson/rafihazera

Danke für eine Kindheit randvoll mit Phantasie, die nicht aufgehört hat.

Und nun beweise dein Wissen über die drei Detektive im Quiz:

Quiz
1.Die Aufgabe der drei Fragezeichen ist es, Fragen zu beantworten, Rätsel zu lösen und Geheimnisse jeglicher Art zu lüften. Wie viele Detektive sind es?
Nur einer.
Zwei.
Drei.
2.Für was ist der dritte Detektiv Bob Andrews zuständig?
Er chauffiert die drei Fragezeichen in seinem Gefährt herum, weil die anderen nicht Auto fahren können.
Er chauffiert die drei Fragezeichen in seinem Gefährt herum, weil die anderen nicht Auto fahren können.
Er holt alle Hintergrund-Informationen für den zu bearbeitenden Fall ein und ist deshalb oft in der Bibliothek anzutreffen.
Er holt alle Hintergrund-Informationen für den zu bearbeitenden Fall ein und ist deshalb oft in der Bibliothek anzutreffen.
Er kennt sich gut mit Magie und dem Übersinnlichen aus.
Er kennt sich gut mit Magie und dem Übersinnlichen aus.
3.Wo befindet sich der Hauptsitz der drei Fragezeichen, den sie «Zentrale»  nennen?
Bob Andrews' Vater hat den drei Jungs seine Hütte am Strand von Rocky Beach überlassen.
Bob Andrews' Vater hat den drei Jungs seine Hütte am Strand von Rocky Beach überlassen.
In Peter Shaws Baumhütte, die im Garten seiner Eltern steht.
In Peter Shaws Baumhütte, die im Garten seiner Eltern steht.
Sie treffen sich auf dem Schrottplatz von Titus Jonas' Gebrauchtwaren-Center in einem alten Camping-Anhänger.
Sie treffen sich auf dem Schrottplatz von Titus Jonas' Gebrauchtwaren-Center in einem alten Camping-Anhänger.
4.Die drei Fragezeichen haben seit ihrem ersten Fall «der Super-Papagei»  ein Haustier: Blacky ist ein Beo und schreit vor allem «TELEFON, TELEFON» , wenn das Telefon klingelt. Was kriegt der Vogel meist als Antwort zu hören?
Bild zur Frage
«Ruhe, Blacky!» 
«Danke, Blacky!» 
«Halt deine blöde Fresse, Blacky!»
5.Von welchem Detektiv stammt wohl diese Aussage? «Himmel, hier sieht es aber zum Fürchten aus. Also ich meine, wir sollten lieber am Tag nochmals wieder kommen. [...] Oh Gott [...] Also ich bin nicht unbedingt auf panische Angst aus. Dahin fehlt ohnehin nicht mehr viel. [...] Also wenn ich gewusst hätte, wie das ist, wär ich nie Detektiv geworden. Können wir nicht was singen?»
Justus Jonas.
Peter Shaw.
Bob Andrews.
6.In welcher Folge bleibt Justus Jonas, mit Vorliebe auch «Pummel» genannt, beinahe in einem Aufzugsschacht stecken? «Also für mich ist dieser Schacht reichlich eng. Wie beschwerlich ist das? (Knorz) [...] Warum haben sie den Schacht nur so eng gebaut?»
Bild zur Frage
Bild zur Antwort
Bild zur Antwort
Bild zur Antwort
Bild zur Antwort
7. «Wie herein, so heraus – Ha! So siehst du aus.» Das ist ein Rätsel-Vers aus der 17. Folge  «Gefährliche Erbschaft». Was ist damit gemeint?
Bild zur Frage
Ein Selfie.
Ein Selfie.
Ein Fenster.
Ein Fenster.
Ein Spiegel.
Ein Spiegel.
8.In der 84. Folge verhält sich der eine Detektiv seltsam. Er ist plötzlich unheimlich genervt von seinen beiden Freunden, er will sie nicht mehr sehen und schickt sie weg mit der Begründung:  «Muss ich denn jeden Tag auf dem Schrottplatz rumhängen?» Wirklich sehr untypisch für ...?
Bild zur Frage
... den ersten Detektiv Justus Jonas.
... den zweiten Detektiv Peter Shaw.
... den dritten Detektiv Bob Andrews.
9.In der Folge mit der singenden Schlange haben es die drei Fragezeichen mit einem bleichen Sekten-Typen zu tun, der sich Asmodi (Ableitung von Asmodäus, einem Dämon) nennt und eine grausig singende Schlange heraufbeschwört. Die Jungs wollen sich natürlich in eines der Treffen dieser Teufelsanbeter einschleichen, aber um ins Haus zu gelangen, müssen sie den passenden Antwortsatz auf folgende Frage wissen: «Dunkel ist die Nacht ...»
Bild zur Frage
 « ... ich will in den Zwölferkreis treten.»
«... und dunkel unsere Seelen sind.»
«... sie kann niemals dunkel genug sein.»
«... ich will in den Elferkreis treten.»
10.In welcher Folge sieht Justus sich gezwungen, sich an seine wenig schmeichelhafte Kinder-Rolle als «Baby Fatso» aus der Serie «Die kleinen Strolche» zu erinnern?
Bild zur Frage
Bild zur Antwort
Bild zur Antwort
Bild zur Antwort
Bild zur Antwort
11.In Citrus Grove wird das Skelett eines vorgeschichtlichen Menschen gefunden. Ein Fall für die drei ???. Der arbeitsscheue Hilfsangestellte Frank Di Stefano, der die Hecken vor dem Spicer Forschungsinstitut schneiden soll, spricht nur in ausserordentlich schlechten Reimen. Wie klingen die?
Bild zur Frage
«Obladi Oblada, die drei Freunde sind da», «Schnipp Schnapp, Nase ab», «Tri, Tra Trum, die Detektive geh'n um»
«Nur zweierlei Jungen, wo ist der Dritte hin verschwunden», «Schnipp Schnapp, Finger ab», «Seht her, seht mehr, bald gibt's nichts mehr»
«Zick, Zack, Zuck und ein kräftiger Ruck», «Schnipp, Schnapp, Zehen ab», «Spürnase fein, hält sie da nicht rein»
12.«Wenn ihr wirklich Detektive seid, könnt ihr dieses Rätsel lösen.»  Diesen Satz finden die drei Fragezeichen zu Anfang der Folge auf einem Briefumschlag. Das Papier darin ist leer, so scheint es jedenfalls. Es ist mit Geheimtinte beschrieben worden. Wie heisst das Mädchen, das die Fähigkeiten der Jungs auf die Probe stellt?
Bild zur Frage
Die vorlaute Allie Jamison, die ein Pferd besitzt.
Jelena Charkova, die arrogante Tante im Rollstuhl.
Justus' Freundin Lys de Kerk, die Schauspielerin.
13.Der neuste Schrei auf dem Mobiltelefon-Markt: Ein Hexen-Handy mit Verbindung zum Jenseits: Markerschütternde Klingeltöne, Teufelsglimmen im Dunkeln und integrierter Hexen-Schuss bei SMS-Empfang. Als Peter dann tatsächlich von einer Hexe mit verfaulten Zähnen und einem schleimig-grünen Gesicht angegriffen wird, bedroht sie ihn mit ihrem Besen. Was genau sagt sie zu ihm?
Bild zur Frage
«Ich zertrümmere dir den Schädel mit meinem Besen!» 
«Ich zertrümmere dir den Schädel mit meinem Besen!» 
«Ich versohle dir dein Hinterteil mit meinem Besen!»
«Ich versohle dir dein Hinterteil mit meinem Besen!»
 «Ich schiebe dir den Besenstiel zwischen die Beine!» 
 «Ich schiebe dir den Besenstiel zwischen die Beine!» 
 «Ich stecke dir den Besenstiel in den Hals, bis du erstickst!» 
 «Ich stecke dir den Besenstiel in den Hals, bis du erstickst!» 
14.Die Bonusfolge «Die drei ??? und der dreiTag»  erzählt drei verschiedene Geschichten von demselben Tag. Peter hat in seiner Story «Fremder Freund» einen Stalker, der anstelle von ihm in die Detektiv-Firma aufgenommen werden will. Damit ihm das gelingt, entführt er Blacky und schreibt den Detektiven einen Drohbrief: Entweder Justus und Bob trennen sich von Peter, oder der Pagagei stirbt. Justus kommt zum Schluss, dass der Täter jemand sein muss, «der eine tiefe Antipathie» gegen Peter hegt. Als sie die Rechtschreibfehler im Brief entdecken, glaubt Peter zu wissen, wer dahinter steckt. Wen verdächtigt er?
Bild zur Frage
Seine eigene Mutter.
Justus' Tante Mathilda.
Seine Freundin Kelly.
Bobs Vater John Andrews.
DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

11 Retro-Bilder von beängstigend lockeren Erziehungsmethoden

Heute wird über Impfungen, Helikoptereltern und alternative Erziehungsmethoden diskutiert. Das hat früher wohl niemanden so wirklich interessiert. Denn die folgenden Bilder zeigen, wie tiefenentspannt manche Eltern damals bei ihrer Erziehung waren ...

(ek/sim)

Artikel lesen
Link zum Artikel