Unser aller Lieblingsnaturforscher wird 100 (!) Jahre alt. Lassen wir ihn hier gleich selbst zu Wort kommen.
08.05.2026, 07:5608.05.2026, 10:06
Sehr verehrte Damen und Herren,
Sir.
David.
Attenborough.
Der globale Übervater des Naturdokumentarfilms.
Ein Veteran mit rund 100 Filmen und preisgekrönten Serien in seiner acht (!) Jahrzehnte umfassenden Karriere.
Eine panglobale kulturelle Institution, die derart allgegenwärtig ist, dass allein der Klang seiner Stimme ausreicht, um beim Publikum ein kollektives Gefühl von Geborgenheit und Wohlbehagen zu wecken – stets verbunden mit der Gewissheit der wissenschaftlichen Korrektheit. Und zwar so sehr, dass die halbe Welt ein kollektives «Oh» der Enttäuschung ausstösst, wenn eine Naturdokumentation beginnt und die Erzählstimme nicht Attenboroughs ist.
Unvergessen: Attenborough moderiert Adeles «Hello».
Und nun, zu seinem 100. Geburtstag am 8. Mai, lassen wir den Mann, dessen Fernsehkarriere bei der BBC 1952 begann (noch bevor er selbst einen TV besass), der allein für seine Dokserie «The Life of Birds» zehnmal die Welt umrundet hat, nach dem mehr als 50 Arten benannt wurden (darunter Pflanzen, Käfer, Spinnen und fossile Reptilien) und der der einzige Mensch ist, der BAFTA-Awards für Sendungen in Schwarz-Weiss, Farbe, HD, 3D und 4K gewonnen hat … gleich selbst zu Wort kommen.
«Mir scheint, dass die Natur die grösste Quelle der Faszination, die grösste Quelle visueller Schönheit und die grösste Quelle intellektuellen Interesses ist. Sie ist die grösste Quelle für so vieles im Leben, das das Leben lebenswert macht.»
«Die Natur ist unsere wichtigste Verbündete und unsere grösste Inspiration.»

Bild: imago
«Wenn mich jemand fragt: ‹Wie bist du dazu gekommen, dich für Tiere zu interessieren?›, antworte ich: ‹Wie um alles in der Welt hast du dein Interesse an Tieren verloren?›»
«Das ganze Leben besteht darin, sich mit sich selbst und der Natur auseinanderzusetzen. Warum bist du hier? Wie fügst du dich in das Ganze ein? Worum geht es eigentlich?»

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«Manchmal sagen die Leute zu mir: ‹Warum gibst du nicht zu, dass der Kolibri, der Schmetterling und der Paradiesvogel Beweise für die wunderbaren Dinge sind, die die Schöpfung hervorgebracht hat?› Und ich antworte immer: ‹Nun, wenn du das sagst, musst du auch an einen kleinen Jungen denken, der in Westafrika am Flussufer sitzt und einen kleinen Wurm – einen lebenden Organismus – im Auge hat, der sich durch den Augapfel frisst und ihn langsam erblinden lässt.› Der Schöpfergott, an den du glaubst, hat vermutlich auch diesen kleinen Wurm erschaffen. Nun, ich persönlich finde das schwer zu akzeptieren.»
«Es ist diese ganze Bandbreite der Artenvielfalt, um die wir uns kümmern müssen – das Ganze –, und nicht nur um ein oder zwei einzelne Stars.»
«Junge Menschen – ihnen liegt etwas daran. Sie wissen, dass dies die Welt ist, in der sie aufwachsen und den Rest ihres Lebens verbringen werden. Aber ich glaube, es ist noch idealistischer als das. Sie glauben tatsächlich, dass die Menschheit, die menschliche Spezies, kein Recht hat, die Welt wahllos zu zerstören und zu plündern.»

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«Wir sprechen oft davon, den Planeten zu retten, aber in Wahrheit müssen wir diese Dinge tun, um uns selbst zu retten. Ob mit oder ohne uns – die Wildnis wird zurückkehren.»
«Ich glaube nicht, dass ganze Bevölkerungsgruppen bösartig sein können, aber die Amerikaner sind sich vieler Dinge schlicht ausserordentlich wenig bewusst. Wenn man mitten auf diesem riesigen Kontinent lebt, wo man anscheinend alles hat, was das Herz begehrt, nur weil man dort geboren wurde, warum sollte man sich dann Sorgen machen? Verlieren Menschen ihr Wissen, ihr Mitgefühl und ihr Verständnis für die Natur, werden sie sie ausbeuten und ihre Politiker nicht dazu auffordern, sich um sie zu kümmern.»
«Die Menschen müssen spüren, dass die Natur wichtig und wertvoll und schön und wunderbar ist und Erstaunen und Freude bereitet.»

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«Fakt ist, dass noch nie eine Spezies eine derart umfassende Kontrolle über alles auf der Erde hatte, ob lebendig oder tot, wie wir sie heute haben. Ob es uns gefällt oder nicht, das bürdet uns eine gewaltige Verantwortung auf. In unseren Händen liegt nun nicht nur unsere eigene Zukunft, sondern auch die aller anderen Lebewesen, mit denen wir die Erde teilen.»
«Wir leben in einer begrenzten Umwelt – unserem Planeten. Wer glaubt, dass unbegrenztes Wachstum in einer begrenzten Umwelt möglich ist, ist entweder ein Verrückter oder ein Ökonom.»
«Wir führen unser komfortables Leben im Schatten einer Katastrophe, die wir selbst verursacht haben. Diese Katastrophe wird gerade durch jene Dinge herbeigeführt, die uns dieses komfortable Leben erst ermöglichen.»
«Jeder Atemzug, den wir nehmen, jeder Bissen, den wir zu uns nehmen, stammt aus der Natur. Und wenn wir der Natur Schaden zufügen, fügen wir uns selbst Schaden zu.»
«Wenn wir, getrennt agierend, als Kraft stark genug sind, unseren Planeten zu destabilisieren, dann sind wir gemeinsam handelnd doch sicherlich stark genug, ihn zu retten. In meinem Leben habe ich einen schrecklichen Niedergang miterlebt. In eurem Leben könntet und solltet ihr eine wunderbare Erholung erleben.»

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Dieses Zitat wollen wir aufgrund des Wortspiels auf Englisch bringen:
«We moved from being a part of nature to being apart from nature.»
«Wir haben uns von einem Teil der Natur zu etwas getrennt von der Natur entwickelt.»
«Das beste Motto, das man sich zu Herzen nehmen sollte, lautet: Verschwende nichts. Verschwende keinen Strom, verschwende kein Papier, verschwende kein Essen. Lebe so, wie du leben möchtest, aber verschwende einfach nichts. Kümmere dich um die Natur und die Tiere und Pflanzen, die darin leben. Dies ist ebenso ihr Planet wie der unsere. Verschwende sie nicht.»
«Wir müssen mit der Natur arbeiten, nicht gegen sie.»

Bild: Silverback Films and Open Planet Studios/Keith Scholey
«Als ich als kleiner Junge zum ersten Mal das Meer sah, betrachtete man es als eine riesige Wildnis, die zum Wohle der Menschheit gezähmt und beherrscht werden musste. Jetzt, da ich mich dem Ende meines Lebens nähere, wissen wir, dass das Gegenteil der Fall ist.»
«Ich wünschte, die Welt wäre doppelt so gross – und die Hälfte davon wäre noch unerforscht.»

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Happy Birthday, Sir David!
Attenboroughs brandneue Serie: «Secret Garden»
BONUS: Petition, dass David Attenborough niemals sterben darf