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Er hatte seine Ausbildung für mehrere Monate unterbrochen: Wer ist der junge Co-Pilot, der offenbar 149 Menschen mit in den Tod riss?



Andreas Lubitz hat die Germanwings-Maschine mit 150 Personen an Bord in den Abgrund gesteuert. Offenbar in vollem Bewusstsein. Die Behörden wollen das Wort «Selbstmord» nicht in den Mund nehmen. Aber aus der Ermittlung wegen fahrlässiger Tötung könnte laut den Behörden eine Ermittlung wegen Mordes werden.

Die Auswertung des Stimmenrekorders legt nahe, dass er die Cockpit-Tür nicht öffnen wollte und das Flugzeug absichtlich zum Absturz brachte. Wer ist dieser Co-Pilot, der 150 Menschen in den Tod riss?

Andreas lubitz

Andreas Lubitz vor der Golden Gate Bridge in San Francisco: Mit Absicht in den Tod.

Andreas Lubitz ist 27 Jahre alt und kommt aus der Stadt Montabaur im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz, wie aus einer Todesanzeige des Luftsportclubs Westerwald hervorgeht. Demnach hatte er als Segelflugschüler begonnen und war später Berufspilot geworden. 

Bekannte beschrieben den Co-Piloten als ruhigen Menschen, wie sie dem Nachrichtensender N24 sagten. Nichts habe auf ein solches Drama hingedeutet. Er sei auch nicht verändert aufgetreten, so  Lubitz' Bekannte weiter.

Sollen wir den Nachnamen des Co-Piloten der abgestürzten Germanwings-Maschine ausschreiben?
Ja20%
Nein42%
Spielt keine Rolle, weil schon bekannt34%
Weiss nicht2%

Wie die französischen Ermittler bekannt gaben, seien bislang keinerlei Hinweise auf terroristische Verstrickungen oder Hintergründe bekannt. Lubitz hatte 630 Flugstunden für die Germanwings absolviert und war zuvor von der Verkehrsflieger-Schule der Lufthansa in Bremen ausgebildet worden. Die Ausbildung hatte er 2009 unterbrochen. Nach einem erneuten Eignungstest hat er die Pilotenausbildung dann abgeschlossen, wie die Lufthansa an einer Medienkonferenz am Donnerstag bestätigte. Über die Ursache des Unterbruchs sprach sie aus Gründen des Persönlichkeitsschutz nicht.

Wie der Spiegel von Freunden des Co-Piloten erfahren haben will, soll der angehende Pilot damals an einem Burnout und Depressionen gelitten und deshalb seine Ausbildung unterbrochen haben.

In verschiedenen Medien werden Kollegen genannt, die ihn als unauffälligen Typen beschreiben. Als Pilot hat er über seine Ausbildung hinaus noch spezielle Sicherheitszertifikate absolviert.

Viele Fragen zum Unglück sind noch offen. Klar ist: 

In den ersten 20 Flugminuten herrschte ein normaler, höflicher Austausch in der Pilotenkabine. Nichts Aussergewöhnliches war zu erkennen. Dann ist auf dem Stimmenrekorder zu hören, wie der Flugkapitän den Co-Piloten bittet, das Kommando zu übernehmen. Man hört dann, wie ein Sitz zurückgeschoben wird, und dass die Tür zugeht. Von da an ist Co-Pilot Andreas Lubitz alleine im Cockpit. Und leitet bewusst den Sinkflug ein. Absichtlich, da sind sich die Behörden einig.

Kurz darauf hört man, wie jemand zurück in die Pilotenkabine will. Aber er erhält keine Antwort. Als der Flieger gefährlich nahe an den Boden kommt, wird ein automatisches Signal ausgelöst. In diesem Moment versuchen Personen, die Türe einzuschlagen. Ohne Erfolg. Während den ganzen Minuten hört man von Co-Pilot Lubitz nicht einen Ton. Nur das Atmen. 

Vom Boden aus wird während des Sinkflugs mehrfach per Funk versucht, mit dem Piloten Kontakt aufzunehmen. Alle Fragen blieben unbeantwortet. 

Die technischen Fragen geraten demgemäss in den Hintergrund. Hinter dem Absturz steht offenbar eine grosse menschliche Tragödie. (meg/kri/voi)

Flugzeugabsturz einer Germanwings Maschine im Süden Frankreichs

1 / 49
Der Absturz von Germanwings 4U9525 in Frankreich
quelle: ap/ap / martin meissner
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