Dignitas-Gründer Ludwig A. Minelli stirbt mit 92 Jahren
Der Dignitas-Gründer Ludwig A. Minelli ist tot: Er ist am 29. November mit einer Freitodbegleitung gestorben, kurz vor seinem 93. Geburtstag. Die Sterbehilfeorganisation kündigte an, den Verein im Sinne des Gründers weiterzuentwickeln.
Dignitas teilte am Sonntag mit, dass ihr Gründer «selbstbestimmt aus dem Leben» geschieden sei. Minelli hatte den Verein im Jahr 1998 nach einem Streit mit der Sterbehilfeorganisation Exit gegründet. Zuvor selbst Mitglied, eskalierte an einer Generalversammlung von Exit eine Meinungsverschiedenheit zur Ausrichtung der Organisation.
Exit verfolgte eine restriktive Linie, liess etwa nur Schweizer Mitglieder zu. Minelli wollte die Organisation hingegen offener gestalten und verliess Exit nach dem Eklat.
Dignitas richtete er schliesslich anders aus und verhalf auch Ausländerinnen und Ausländer zum begleiteten Freitod. Der Jurist setzte sich jahrzehntelang für seine Sterbehilfeorganisation ein und stand deshalb mehrfach vor Gericht.
In einem Fall scheiterte Dignitas vor Bundesgericht mit der Forderung, Urnen auch ausserhalb von Friedhöfen gewerbsmässig beisetzen zu dürfen. Das Gericht stützte jedoch das Verbot, welches auf einen makabren Fund im Zürichsee im Jahr 2010 zurückgeht.
«Unstatthafte» Massenbestattung
Angestellte der Seerettung Küsnacht hatten auf dem Seegrund zahlreiche Urnen mit menschlicher Asche entdeckt. Insgesamt 67 Gefässe waren im Zürichsee versenkt. Der Kanton bezeichnete diese Form der Massenbestattung als «unstatthaft».
Er sei ein unbequemer Kämpfer gewesen, schrieb Dignitas am Sonntag. Unbeirrbar sei er jeweils auf der Anklagebank gesessen und habe sich für das selbstbestimmte Sterben engagiert. Minelli war selbst Rechtsanwalt. (dab/sda)
