Schweiz
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«Ich hatte einen Blackout»: Anklage gegen Aargauer Wildschwein-Killer



Gegen einen 55-jährigen Schweizer, der im Oktober 2015 auf einem Feld bei Böttstein eine Bache und drei Frischlinge überfahren hatte, ist unter anderem Anklage wegen mehrfacher Tierquälerei erhoben, teilt die Aargauer Oberstaatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Die Anklage geht davon aus, dass der Mann eine unbekannte Anzahl weiterer Wildschweine ebenfalls angefahren und verletzt hatte.

Im Verlaufe der Strafuntersuchung hat der Bauer die Tat gestanden. Er gab an, der Anblick des Rudels habe ihn wegen bereits mehrfach erlittener Schäden durch Wildschweine dermassen wütend gemacht, dass «ein Blackout» die Folge gewesen sei. 

20 Wildschweine

Nach einem Kontrollbesuch auf einem seiner Felder entdeckte ein Bauer eine Rotte von rund 20 Wildschweinen. Der 55-jährige Bauer beschloss, diese Tiere mit seinem Geländefahrzeug unschädlich zu machen. Konkret wirft die Staatsanwaltschaft dem Mann vor, die Wildschweine auf dem von der Strasse zugänglichen Feld gezielt mit seinem Geländewagen verfolgt zu haben.

Während sich die meisten Tiere wohl retten konnten, verletzte er mit seinem Fahrzeug drei Frischlinge so schwer, dass sie auf der Stelle starben. Eine Bache erlitt ein gebrochenes Rückgrat, blieb die ganze Nacht verletzt auf dem Feld liegen und konnte erst am folgenden Morgen durch einen gezielten Schuss von ihren Verletzungen erlöst werden. (whr)

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • malu 64 27.01.2016 15:16
    Highlight Highlight Wildschäden werden durch den
    Staat gedeckt. Was soll diese
    Aktion! Wenn mich etwas reizt,
    kann ich das Auto nicht als Waffe
    einsetzten und das Problem über
    fahren. Ich hoffe, dass der Bauer
    angemessen bestraft wird.
  • Madison Pierce 27.01.2016 11:54
    Highlight Highlight Das Blackout hat lange angehalten. Die ersten Wochen war er noch fest überzeugt, es nicht gewesen zu sein.
  • 7immi 27.01.2016 10:49
    Highlight Highlight ein bauer, den ich kenne und bei dem ich während meinem studium gearbeitet habe, traf ich bei einem spaziergang neben einem seiner felder. ziemlich am ende seiner kräfte. zuerst hätten rehe seine ganze getreideernte zerstört und nun ein hagelsturm das gemüse. ein jahr arbeit für nichts.
    ganz ehrlich, wer war schonmal in einer solchen situation? wer weiss, wie er/sie da reagieren würde? klar, es ist nicht zielgerichtet, diese tiere zu quälen und auch nicht richtig.
    irgendwann ist allerdings eine grenze erreicht und die sicherungen brennen durch. bei jedem. unabhängig von charakter & bildung.
    • phreko 27.01.2016 11:10
      Highlight Highlight Sorry, ist halt Berufsrisiko.
    • 7immi 27.01.2016 11:47
      Highlight Highlight @ phreko
      sie arbeiten sicherlich -wie ich zum teil auch- 08-15 im büro. dann sind solche aussagen natürlich einfach. das grösste berufsrisiko ist dann, dass die klimaanlage defekt ist, die kaffeemaschine ausfällt oder sie vom bürostuhl fallen. wenn alle solch risikolose berufe ausüben würden, wäre unsere gesellschaft nicht da, wo sie heute ist. also sollten sie den leuten dankbar sein, die solche arbeiten erledigen. denn auch sie profitieren schlussendlich davon - ohne etwas beizutragen.
    • EvilBetty 27.01.2016 12:29
      Highlight Highlight Versicherung? Subventionen?
    Weitere Antworten anzeigen
  • fuegy 27.01.2016 10:09
    Highlight Highlight Es kann jedem passieren, jeder hat seine Grenze, wenn diese überschritten ist, wer kann mit 100% Sicherheit sagen, wie er reagieren wird?
    • fuegy 27.01.2016 14:04
      Highlight Highlight Was überzeugt sie, dass sie sich immer so unter Kontrolle haben? Keine Situation, wenn auch noch so unwahrscheinlich, kann sie je aus der Fassung bringen?
    • fuegy 27.01.2016 15:51
      Highlight Highlight Darf ich fragen, was das für Erfahrungen waren, die einen auf alles im Leben vorbereiten?
    • fuegy 28.01.2016 14:55
      Highlight Highlight @Rhabarber: Das klingt sehr interessant! Ich würde gerne deine Geschichte hören und von deinen Erfahrungen lernen! Ich habe doch auch schon einige schwere Zeiten, wie die meisten anderen auch, durchgemacht. Aber ich kann von mir nicht behaupten, für alles gwappnet zu sein.
  • fuegy 27.01.2016 10:08
    Highlight Highlight Nicht das ich seine Handlung verteidigen will! aber ich kann teilweise verstehen, wenn jemand austickt.
    In unserer Gesellschaft wird immer zuerst kritisiert, verurteilt und schubladisiert bevor hinterfragt wird, was zu diesem "Blackout" geführt hat.
    Was, wenn er einfach ein hart arbeitender Bauer ist, der ein Familiäres Unglück hinter sich hat und die Wildschweine seine "Existenz" bedrohen und ihm weder Staat noch sonst jemand hilft und in seiner Hilflosigkeit hat er ein Blackout, weil er sich im Stich gelassen, hilflos fühlt.
    • EvilBetty 27.01.2016 14:06
      Highlight Highlight Er ist versichert, die Wildschweine bedrohen seine Existenz nicht. Wenn er nicht versichert ist, selber schuld oder falscher Beruf.
  • Frausowieso 27.01.2016 09:55
    Highlight Highlight Und das nächste Mal ist es eine Gruppe Kinder an der er sich wegen gestohlenen Kirschen rächen will? Ein gesunder Mensch bekommt kein solches Blackout. Der Mann hat wohl ein krankes Verhältnis zu Tieren und eine zu tiefe Frusttoleranz. Hoffentlich hält er kein Vieh. Wer weiss, wie oft er bei diesen austicken würde.
  • MarGo 27.01.2016 09:42
    Highlight Highlight Bein dem Typen hätt ich vielleicht auch ein "Blackout"
  • phreko 27.01.2016 09:28
    Highlight Highlight Das ist kein Blackout, sondern eine Charakterschwäche.
    • Baba 27.01.2016 10:30
      Highlight Highlight Leider kann ich für Ihren Kommentar nur ein Herz verteilen - verdient hätten Sie .........sooooo viele <3! Kann ich nur unterschreiben.

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