Schweiz
Aargau

Tötungsdelikt von Rupperswil AG: Viele Fragezeichen, (noch) keine Antworten

Tötungsdelikt von Rupperswil AG: Alle vier Opfer identifiziert +++ Polizei sucht Zeugen

23.12.2015, 18:1124.12.2015, 07:11

Drama in Rupperswil AG

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Vierfachmord von Rupperswil AG
Barbara Loppacher, leitende Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, informiert wahrend der Medienkonferenz zum Tötungsdelikt Rupperswil.
quelle: keystone / alexandra wey
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Die vier Opfer der Bluttat im aargauischen Rupperswil sind identifiziert. Es handelt sich um eine 48-jährige Frau, ihre Söhne im Alter von 13 und 19 Jahren sowie die 21-jährige Freundin des älteren Sohnes. Das gab die Staatsanwaltschaft am Mittwochabend bekannt.

Die Frau und ihre zwei Söhne hatten in dem Haus gewohnt, in dem es am Montag zur Bluttat gekommen war. Die 21-Jährige war bei der Familie zu Besuch gewesen, wie die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau mitteilte.

Die vier Menschen waren am Montag tot im Haus aufgefunden worden. Sie wiesen Stich- oder Schnittverletzungen auf. Der Täter befindet sich gemäss Staatsanwaltschaft nicht unter den Toten. Die Ermittlungen der Polizei laufen auf Hochtouren.

Zwei Mal Geld abgehoben

Gesucht werden Zeugen, welche die 48-Jährige am Montagmorgen gesehen oder mit ihr gesprochen haben. Offenbar hatte die Frau an zwei Orten Bargeld abgehoben, bevor sie Opfer des Tötungsdelikts wurde.

Eine Überwachungskamera filmte die Mutter, wie sie am Morgen noch an mehreren Banken Geld abhob.
Eine Überwachungskamera filmte die Mutter, wie sie am Morgen noch an mehreren Banken Geld abhob.
bild: Kapo Aargau

Gemäss ersten Ermittlungsergebnissen habe die Frau um zirka 9.50 Uhr zunächst an einem Geldautomaten in Rupperswil und danach um zirka 10.10 Uhr in einer Bankfiliale in Wildegg Geld bezogen, schreibt die Oberstaatsanwaltschaft.

Die Polizei sucht Zeugen, die das Auto der 48-Jährigen, ein schwarzer Audi A3 mit der Nummer AG 301'479, am Montagmorgen gesehen haben. Zur möglichen Täterschaft und dem möglichen Motiv der Tat machte die Oberstaatsanwaltschaft auch am Mittwochabend keine Angaben.

Kein Fahndungsaufruf

Für die Staatsanwaltschaft steht fest, dass der Brand im Wohnhaus in Rupperswil bei Aarau absichtlich gelegt worden war. Offenbar sollten auf diese Weise die Spuren verwischt werden. Eine Tatwaffe wurde bislang nicht gefunden.

Es wurde kein Tatverdächtiger festgenommen. Die Ermittlungsbehörden erliessen auch keinen Fahndungsaufruf. Die Staatsanwaltschaft führt ein Strafverfahren wegen mehrfacher vorsätzlicher Tötung.

Bewohner der Gemeinde Rupperswil legten beim Haus, in dem die Toten aufgefunden worden waren, als Zeichen der Betroffenheit Blumen, Kerzen und Karten nieder. (jas/sda)

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