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Hat sich Thomas N. durch seine Handydaten verraten?

Hat sich Thomas N. durch seine Handydaten verraten?

Führten die Daten aus dem Mobiltelefon die Ermittler auf die Spur von Thomas N.? Zumindest könnte die Auswertung der Daten eine entscheidende Rolle gespielt haben.
15.05.2016, 21:1317.05.2016, 18:38
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Wie kamen die Ermittler auf die Spur von Thomas N.*, der am Donnerstag verhaftet wurde und den Vierfachmord von Rupperswil gestanden hat? Von offizieller Seite gibt es darüber bis jetzt keine Auskunft.

Eine Strategie, die zum Täter geführt haben könnte, ist die Handy-Ortung. Mobiltelefone loggen sich in die Antennen in ihrer Umgebung ein. Diese Taten werden für gewisse Zeit gespeichert und wurden von den Ermittlern im Fall Rupperswil auch ausgewertet. Das bestätigte die Aargauer Staatsanwaltschaft bereits früher.

146 Tage Angst: Die Chronologie des Vierfachmords von Rupperswil

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Die Chronologie des Vierfachmords von Rupperswil
21. Dezember 2015: Kurz vor Mittag wird die Feuerwehr zu einem Brand in einem Einfamilienhaus in Rupperswil gerufen. Im Innern des Hauses finden die Feuerwehrleute vier Leichen. Es stellt sich heraus, dass die Opfer Stich- und Schnittverletzungen aufweisen. Der Brand wurde absichtlich gelegt. Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus.


quelle: keystone / patrick b. kraemer
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Grosse Datenmenge

Bei den zahllosen Smartphones ist das erste Problem die grosse Datenmenge. «Diese gilt es zu reduzieren. Telefonbesitzer in Zügen oder Autos werden zunächst wegselektioniert», erklärt IT-Forensiker Lionel Bloch gegenüber Tele M1. 

Dank der guten Netzabdeckung in der Gegend von Rupperswil, kann die Position jedes Handys bestimmt werden. Loggt sich ein Telefon in mindestens drei Antennen ein, kann die Distanz zum Sendemast gemessen und die Position auf einen engen Raum eingegrenzt werden. Triangulation heisst das Verfahren.

Je nach Genauigkeit der Ortung, könnten die Ermittler festgestellt haben, dass sich Thomas N. während der Tat im Haus seiner Opfer befunden hat.

Führten Handydaten zum Mörder?

Wie konnte die Polizei Thomas N. überführen? Hinweise sprechen dafür, dass die Handy-Ortung eine grosse Rolle spielte. Doch wie funktioniert das? Video: kaltura.com

Hinweis durch Verkehrskontrolle?

Oder kam der entscheidende Hinweis bei einer Verkehrskontrolle? Eine solche führte die Polizei kurz vor der Haftung zwischen Rohr und Rupperswil durch, wie der Blick schreibt. Möglich, dass der Polizei dabei verdächtige Gegenstände aufgefallen sind, die im Zusammenhang mit dem Mörder von Rupperswil stehen.

Jetzt auf

Ob es die Handydaten oder eine andere Spur war, die zu Thomas N. führte, bleibt bis auf weiteres unklar. Markus Gisin, Chef der Aargauer Kriminalpolizei, gab an der Medienkonferenz zu verstehen, dass der Täter über längere Zeit eingegrenzt werden konnte. Als der Mörder womöglich schon seine nächste Tat plante, schnappte die Falle zu. (cze) 

«Die Zeit der Unsicherheit ist vorbei. Der Täter ist gefasst.»

Philipp Umbricht, Leitender Oberstaatsanwalt des Kantons Aargau, verkündet den Ermittlungserfolg im Vierfachmord von Rupperswil. Video: kaltura.com

*Name der Redaktion bekannt

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34 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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SJ_California
15.05.2016 22:33registriert März 2016
"Mobiltelefone loggen sich in die Antennen in ihrer der Umgebung ein. Diese Taten werden für gewisse Zeit gespeichert und wurden von den Ermittlern im Fall Rupperswil auch ausgewertet."
Taten statt Daten... Passt ihr eure Schreibfehler jeweils dem Thema an? :-P
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sambeat
16.05.2016 01:06registriert März 2014
Hm. Irgendwie drängt sich mir der Gedanke auf, dass solche Berichte halt einfach besser nicht veröffentlicht würden. Warum? Wegen dem 'Aha!'-Effekt, den dieselbigen bei gewissen Mitmenschen auslösen könnten...
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Spooky
15.05.2016 21:30registriert November 2015
"Je nach Genauigkeit der Ortung, könnten die Ermittler festgestellt haben, dass sich Thomas N. während der Tat im Haus seiner Opfer befunden hat."

Heisst das im Klartext, dass Thomas N. im Haus seiner Opfer sein Handy eingeschaltet oder mindestens bei sich gehabt haben könnte?
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Novartis mit 4 Milliarden Gewinn im zweiten Quartal
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Die Wandlung in ein fokussiertes Pharmaunternehmen zahlt sich zunehmend aus, wie das Umsatzplus von 9 Prozent auf 12,5 Milliarden US-Dollar im zweiten Quartal zeigt. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) lag der Zuwachs bei 11 Prozent, wie Novartis am Donnerstag mitteilte.

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