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Der Polizei gelang ein Schlag gegen Raser in der Ostschweiz und im Kanton Zürich. (Symbolbild)

Bild: KEYSTONE

Mit 218 km/h auf der Autobahn: Junge Männer liefern sich ein illegales Rennen

Ein Türke und ein Kosovare machten die Autobahn bei Rothrist zu einer Rennstrecke. Dafür mussten sich vor dem Bezirksgericht Zofingen verantworten.

Corinne Wiesmann / ch media



Auf deutschen Autobahnen gilt kein Tempolimit, darum sind sie bei Schweizer Rasern beliebt. Immer wieder gibt es Meldungen, dass sich Aargauer jenseits der Landesgrenze illegale Rennen liefern. Im aktuellen Fall, der vor Bezirksgericht Zofingen verhandelt wurde, ging es hingegen um ein Raserrennen im Aargau.

Mit bis zu 218 km/h soll ein damals 25-jähriger Kosovare im April 2017 bei Rothrist über die Autobahn gerast sein. Zur massiven Tempoüberschreitung kam es laut der Anklageschrift, als sich der junge Mann mit zwei weiteren Fahrzeuglenkern auf der A1 ein illegales Rennen lieferte.

Einer dieser beiden Männer, ein damals 21-jährige Türke, hatte sich im Rahmen der gleichen Verhandlung ebenfalls vor Gericht zu verantworten. Der dritte Beteiligte des Rennens war zuvor schon mittels Strafbefehl verurteilt worden.

Zuerst abgebremst, dann massiv beschleunigt

Die drei Männer fuhren in jener Nacht mit ihren PS-starken Fahrzeugen – zwei waren jeweils in einem BMW M3 unterwegs, der Dritte lenkte einen Audi S7 – in Rothrist in Fahrtrichtung Zürich auf die Autobahn auf. Bereits vor dem Einspuren beschleunigten die drei ihre Autos massiv.

Schliesslich fuhren die beiden BMW-Lenker nebeneinander auf den zwei Überholstreifen. Nachdem sie ihre Fahrzeuge abrupt abgebremst hatten, sollen sie sich Handzeichen gegeben und sodann wieder aufs Gaspedal gedrückt haben. Der Kosovare, Lenker eines BMWs, soll darüber hinaus noch ein unbeteiligtes Fahrzeug rechts überholt haben.

Wie eine Weg-Zeitberechnung ergab, die später mithilfe von Bildern der Überwachungskameras erstellt wurde, war der einschlägig vorbestrafte Hauptangeklagte statt der erlaubten 100 km/h mit bis zu 218 km/h unterwegs. Der mitangeklagte Türke, der den Audi lenkte, konnte beim illegalen Rennen auf der Autobahn nicht mithalten.

Trotzdem ergab die Weg-Zeitberechnung auch bei ihm eine Geschwindigkeitsüberschreitung von über 50 km/h. Dass sie bei ihrer halbsbrecherischen Fahrt von einer zivilen Patrouille der mobilen Einsatzpolizei verfolgt wurden, bemerkten die Männer nicht. Diese konnte das Rasertrio bei der Autobahnausfahrt Oftringen stellen.

Verteidiger fordern Freisprüche für die Raser

Vor Gericht wollten die beiden Beschuldigten keine Aussagen zu den Geschehnissen in jener Aprilnacht machen. Ihre Verteidiger beantragten vollumfängliche Freisprüche für den Türken und den Kosovaren. In ihren Plädoyers zweifelten beide Verteidiger insbesondere die Rechtmässigkeit der Weg-Zeitberechnung und deren Verwendung als Beweismittel an.

Die Staatsanwaltschaft forderte für den Hauptangeklagten eine Freiheitsstrafe von 27 Monaten, wovon 6 Monate unbedingt und 21 Monate bedingt mit einer Probezeit von drei Jahren ausgesprochen werden sollen.

Hinzu kommt eine Busse von 200 Franken. Für den zweiten Beschuldigten verlangte die Staatsanwältin eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 140 Franken mit einer Probezeit von zwei Jahren sowie eine Busse von 4500 Franken. Das Urteil des Bezirksgerichts Zofingen ist noch nicht bekannt. (aargauerzeitung.ch)

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34Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Roland Bach 22.01.2020 20:56
    Highlight Highlight Immer die gleichen, wird langsam eintönig.
  • Gummibär 21.01.2020 13:33
    Highlight Highlight Das Gesetz müsste dahingehend geändert werden, dass Fahrzeuge die für mehr als 60% Geschwindigkeits-übertretungen benutzt werden beschlagnahmt und verschrottet werden können und zwar unabhängig davon ob sie dem Fahrer, einem anderen Halter oder einer Leasing-Gesellschaft gehören.
    • Balikc 21.01.2020 14:11
      Highlight Highlight Und das bringt wem genau was?
    • andrew1 21.01.2020 16:57
      Highlight Highlight Staatlich willkür, enteignung und zerstörung von eigentum. Weshalb ist unser bundesrat da noch nicht drauf gekommen? Ist ja genial.
  • Knossi 21.01.2020 10:32
    Highlight Highlight Ich:
    Benutzer Bild
  • Saerd neute 21.01.2020 09:56
    Highlight Highlight Am Besten die Autos einziehen und verschrotten.
    • andrew1 21.01.2020 10:54
      Highlight Highlight Ich kann ja diese stammtisch-rache-forderung verstehen bei solch massiven übertretungen. Aber das auto kann nichts dafür! Der m3 ist technisch sowie vom design her ein einwandfreies auto. Statt einen ähnlich hohen sachschaden wie bei einem wohnungsbrand zu verursachen könnte man das auto auch versteigern damit es hoffentlich in verantwortungsvolle hände fällt. Das auto an sich ist ja nicht illegal und kann grundsätzlich mit einer fahrerlaubnis erworben werden. Wenn ein verbrechen in einem haus verübt wird wird ja das haus auch nicht abgerissen. Wäre doch absurd, nicht?
    • PlayaGua 21.01.2020 11:24
      Highlight Highlight Die gehören ziemlich sicher nicht ihnen, sondern einer Leasingfirma.
    • andrew1 21.01.2020 20:27
      Highlight Highlight Ja gut jetzt wirds philosopisch. Was isch der sinn des lebens? Ich sage gerne salopp wenn man an etwas freude hat ist es nie sinnlos. Solange es leute gibt die freude an schönen autos haben sollte man diese nicht verbieten und alle unter generalverdacht stellen. Ausreisser werden schon heute konsequent herausgepickt.
  • [CH-Bürger] 21.01.2020 09:52
    Highlight Highlight "In ihren Plädoyers zweifelten beide Verteidiger insbesondere die Rechtmässigkeit der Weg-Zeitberechnung und deren Verwendung als Beweismittel an."

    wie bitte?! wenn sie damit durchkommen, zweifle ich an unserer Justiz.........
    die zivile Streife hat es ja sogar beobachtet/mitgekriegt.
  • Heinzbond 21.01.2020 09:32
    Highlight Highlight Ich würde sagen, charakterlich, geistig und aufgrund der mangelnden Reife (noch) nicht geeignet zum führen eines kraftfahrzeugs...
  • TomC 21.01.2020 09:15
    Highlight Highlight Die Bussen sind ja lächerlich! mindestens 5 Jahre Gefängnis wäre auch ideal, um alle Nachahmer abzuschrecken.
  • Else 21.01.2020 08:10
    Highlight Highlight "Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 140 Franken mit einer Probezeit von zwei Jahren sowie eine Busse von 4500 Franken" Wenn man denkt was diese Autos kosten, sind diese Geldbeträge lächerlich tief.
    • Balikc 21.01.2020 11:02
      Highlight Highlight Nur dass man die Bussen nicht leasen kann...
      ;-)
    • Asmodeus 21.01.2020 12:08
      Highlight Highlight 150 y 140 CHF sind 21000 CHF.

      Dazu kommen noch Anwaltskosten, Gerichtskosten, die 4500 CHF.

      Bubi hat sich mit seinem (wahrscheinlich geleasten) Autöleli gerade lebenslang verschuldet. Und das nur um seinen Mikropenis auszugleichen.
  • John M 21.01.2020 08:02
    Highlight Highlight Wie zur Hölle kann man sich in dem alter solche Autos leisten? Mein erstes Auto war ein Occasion Saab 2000, mehr lag nicht drin. Jetzt könnte ich mir zwar so was leisten, sehe aber keinen Sinn darin für mich persöhnlich so was zu fahren...
    • henkos 21.01.2020 08:09
      Highlight Highlight Leasing macht’s möglich.
    • Nicosinho 21.01.2020 08:13
      Highlight Highlight Die ganze Familie macht beim Leasing mit und schon kann man sich so eine BMW M «blöffer» Karre leisten.
    • Team Insomnia 21.01.2020 08:47
      Highlight Highlight Das geht so: 6-7 Erwachsene, meistens die Eltern und die Kinder, manchmal aber auch „Kuseng“ und so, alle erwerbstätig, teilen sich eine 5 1/2 Zi-Whg. Nehmen wir an alle verdienen 4000chf Netto. Gibt bei 7 Leuten 28‘000chf Netto. Ausgaben werden niedrig gehalten, evtl wird auch noch was nebenbei verdient, z.b Abends Pizza liefern oder irgendwo in einer Beiz 2-3h am Abend im Service ausgeholfen. Alles Geld fliesst zusammen, et voilà, schon hast einen M3 auf Leasing/Abzahlung/Kredit/was auch immer. Kenne x solcher Fälle.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Posersalami 21.01.2020 08:01
    Highlight Highlight „ die Rechtmässigkeit der Weg-Zeitberechnung “

    Die hatten wohl nur Singen und Klatschen in der Schule? Eigentlich können sie froh sein, das „nur“ eine Durchschnittsgeschwindigkeit berechnet wird. Streckenweise dürften die schneller unterwegs gewesen sein.

    In solchen Fällen sollte man die Telemetrie des Fahrzeugs heranziehen müssen, verbunden mit härteren Strafen als wie vom Staatsanwalt beantragt!

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