DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Aargauer Wildschwein-Killer: Tierschutz fordert mehrjährige Gefängnisstrafe

Der Mann, der in Böttstein vier Wildschweine überfuhr, muss sich wegen mehrfacher Tierquälerei vor Gericht verantworten. Welche Strafe muss er erwarten? Für den Schweizer Tierschutz ist klar: In diesem Fall muss eine Gefängnisstrafe her.



Vier Wildschweine starben letzten Oktober in Böttstein auf grausame Art. Sie befanden sich mit einer Rotte von 20 Tieren auf einem abgeernteten Feld, als ein 55-jähriger Bauer sie sah und sie sogleich mit einem Geländewagen verfolgte.

Lukas Berger über das Wildschwein-Drama
© TeleM1

Lukas Berger, Jurist vom Schweizer Tierschutz
Bild: TeleM1

Nachdem er die Tat anfangs noch abstritt, hat er sie mittlerweile zugegeben, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte. Es sei bei ihm – wegen vorheriger Wildschwein-Schäden – zu einem «Blackout» gekommen, habe er ausgesagt. 

«Eine Geldstrafe dünkt uns viel zu wenig angemessen für diese grausame Tierquälerei»

Lukas Berger, Jurist vom Schweizer Tierschutz 

Der 55-jährige Bauer aus der Region wird sich also vor dem Bezirksgericht Zurzach wegen mehrfacher Tierquälerei verantworten müssen. Doch mit welcher Strafe muss er rechnen?

Maximalstrafe drei Jahre Gefängnis

Die Maximalstrafe für Tierquälerei liegt bei drei Jahren Freiheitsstrafe. «Wir denken, zwei Jahre wären hier mal durchaus angemessen», sagt Lukas Berger, Jurist vom Schweizer Tierschutz STS gegenüber Tele M1. «Ich glaube, viel grausamer kann man Tierquälerei nicht begehen.»

Ob der Beschuldigte eine solche Strafe auch absitzen müsste, hängt von seinem Leumund, sprich allfälligen einschlägigen Vorstrafen ab. Bei einer ersten Verurteilung ist von einer bedingten Strafe (auf Probezeit) auszugehen.

«Ich glaube, viel grausamer kann man Tierquälerei nicht begehen.»

Lukas Berger, Jurist vom Schweizer Tierschutz 

Entscheidet sich das Gericht gegen eine Gefängnisstrafe und stattdessen für eine Geldstrafe, würde das den Schweizer Tierschutz enttäuschen. «Eine Geldstrafe dünkt uns viel zu wenig angemessen für diese grausame Tierquälerei», sagt Berger. «Wieso haben wir Gefängnisstrafen, wenn wir in so einem Fall nicht auch eine solche aussprechen?»

Gefängnisstrafen für Tierquälerei sind in der Schweiz noch selten ausgesprochen worden. Das ist auch Tierschutz-Anwalt Berger bewusst. Nur 8 von 1000 bestraften Tierquälern hätten bisher eine unbedingte oder bedingte Freiheitsstrafe erhalten, sagt er. «Das ist viel zu wenig.» (pz) (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

IV-Stelle um eine Million betrogen? Sozialdetektive sahen den Vater auf Tischen tanzen

Vor dem Bezirksgericht Brugg muss sich ein Mann aus dem Balkan verantworten, der laut Anklage über zehn Jahre total 960'000 Franken als IV-Rente unrechtmässig bezog. Er soll den Behörden eine schwere Krankheit vorgetäuscht haben, während eine Observation zeigte, dass er bei Familienfesten feierte und schwere Zementsäcke hob.

Dejan (alle Namen geändert) kam im Jahr 1981 in die Schweiz. «Ich bin jetzt fast 40 Jahre hier, hatte nie eine Parkbusse oder sonst ein Problem, und jetzt soll ich ein Betrüger sein?», sagte der heute 63-jährige Mann, der aus dem Balkan stammt, am Dienstag vor dem Bezirksgericht Brugg. Dort müssen sich Dejan, seine Frau Marija, sein Sohn Milan und sein Schwiegersohn Josip in einem Fall verantworten, bei dem es um möglichen IV-Betrug in der Höhe von gut 960'000 Franken geht.

Unbestritten ist, dass …

Artikel lesen
Link zum Artikel