Schweiz
Aargau

Bei Bauarbeiten römisches Amphitheater in Kaiseraugst entdeckt

Sensationsfund im Aargau: Bei Bauarbeiten römisches Amphitheater in Kaiseraugst entdeckt

19.01.2022, 10:06
Mehr «Schweiz»
Die Augrabung in Kaiseraugst.
Die Augrabung in Kaiseraugst.Bild: Kapo AG

Ein bisher unbekanntes Amphitheater aus der Römerzeit ist in Kaiseraugst AG bei Bauarbeiten entdeckt worden. Das Monument in Form eines ovalen Mauerrings wird gemäss Kantonsbehörden im Boden erhalten bleiben.

Es handelt sich um das zweite Amphitheater im Aargau und um das dritte in der Römerstadt Augusta Raurica, wie die Kantonsarchäologie am Mittwoch mitteilte. Amphitheater gibt es auch in Windisch AG (Vindonissa), Avenches VD, Martigny VS, Nyon VD und auf der Engehalbinsel in Bern. In den Arenen waren in römischer Zeit Spiele wie Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen dargeboten worden.

Die im Dezember entdeckte Anlage in Kaiseraugst vor den Toren Basels ist rund 50 Meter lang und 40 Meter breit und liegt in der Senke eines noch in römischer Zeit aufgegebenen Steinbruchs unmittelbar westlich des Kastells Kaiseraugst, des Castrum Rauracense. Im Süden der Anlage konnte ein grosses Tor freigelegt werden, das beidseits von zwei Seiteneingängen flankiert war.

Wohl aus dem vierten Jahrhundert

Die Innenseite der Arenamauer war verputzt, wie die Kantonsarchälogie weiter berichtete. Die Tribünen bestanden aus einer Holzkonstruktion, von der sich noch der Abdruck eines Holzpfostens nachweisen liess. Das Amphitheater sei wahrscheinlich im 4. Jahrhundert nach Christus errichtet worden. Es sei das jüngste bekannte Amphitheater des Imperium Romanum.

Bild
Bild: Kapo ag

Das Monument unterstreicht die Bedeutung des Castrum Rauracense im vierten nachchristlichen Jahrhundert. Das Kastell war eine wichtige Siedlung mit militärischer Funktion an der römischen Grenze, aber auch ein administratives Zentrum, wie die Kantonsarchäologie erläuterte.

Als archäologische Fundstelle «Römerstadt Augusta Raurica» bilden die kaiserzeitliche Stadt Augusta Raurica und das spätantike Kastell Castrum Rauracense eine Einheit. Heute erstreckt sich die Fundstelle sowohl auf Aargauer wie auch auf basellandschaftlichem Gebiet.

Bauarbeiten für Bootshaus

Entdeckt wurde das Amphitheater im vergangenen Dezember bei der archäologischen Begleitung von Bauarbeiten für das neue Bootshaus des Basler Ruderclubs in Kaiseraugst. Das Bauprojekt wurde nun so angepasst, dass das Amphitheater von Kaiseraugst im Boden erhalten bleibt.

Eine Aufschüttung schütze die archäologische Substanz, hält die Kantonsarchäologie fest. Darüber werde der Neubau errichtet. Das Monument bleibe so an seinem originalen Platz und sei optimal geschützt. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Hast du technische Probleme?
Wir sind nur eine E-Mail entfernt. Schreib uns dein Problem einfach auf support@watson.ch und wir melden uns schnellstmöglich bei dir.
78 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Donald
19.01.2022 10:33registriert Januar 2014
Kann man das Bootshaus nicht einfach etwas weiter links oder rechts bauen und das Amphitheater zugänglich machen?
1717
Melden
Zum Kommentar
avatar
oliversum
19.01.2022 10:13registriert Februar 2014
Schade, dass es nicht zur Besichtigung freigelegt wird.
1214
Melden
Zum Kommentar
avatar
Philguitar
19.01.2022 12:24registriert Dezember 2018
Ich wusste es! Es gab mal Kultur im Aargau!!
768
Melden
Zum Kommentar
78
Maurer traf sich heimlich mit CS-Präsident – die Sonntagsnews
Geheime Treffen vor dem CS-Kollaps, ein Sparplan für die Armee und die möglichen Standorte für neue Atomkraftwerke in der Schweiz: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.

Der ehemalige Finanzminister Ueli Maurer hat sich vor dem Kollaps der Credit Suisse (CS) regelmässig und geheim mit dem Nationalbank-Chef Thomas Jordan und CS-Präsident Axel Lehmann getroffen. Das geht aus einem Bericht der Parlamentarischen Untersuchungskommission hervor, der als Entwurf allen Beteiligten vorliegt, wie die «SonntagsZeitung» schrieb. Die Treffen fanden demnach an Wochenenden zwischen Oktober 2022 und Maurers Rücktritt Ende 2022 statt. Sie seien nicht protokolliert worden. Ihre Inhalte seien auch nicht an den Bundesrat oder die zuständigen Stellen weitergeleitet worden. Maurer habe dem Gesamtbundesrat verschwiegen, dass die CS schon im Frühling 2022 ernsthafte Probleme hatte. Der Bericht soll im November veröffentlicht werden. Das Finanzdepartement und die Schweizerische Nationalbank lehnten laut der Zeitung eine Stellungnahme ab.

Zur Story