Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Nationalraetin Ruth Humbel, CVP-AG, Staenderaetin Pascale Bruderer, SP-AG, Nationalraetin Anne Mahrer, Gruene-GE, Staenderat Felix Gutzwiller, FDP-ZH, Nationalraetin Rosmarie Quadranti, BDP-ZH, Nationalraetin Celine Amaudruz, SVP-GE und Nationalrat Thomas Weibel, GLP-ZH, von links, vom ueberparteilichen Komitee aeussern sich an einer Medienkonferenz zur Fortpflanzungsmedizin, am Donnerstag, 16. April 2015, in Bern. Das Schweizer Volk entscheidet am 15. Juni 2015 ueber eine Aenderung des Verfassungsartikels zur Fortpflanzungsmedizin. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Orchestriert: Selbst die Medienkonferenz der Präimplantationsdiagnostik-Befürworter wurde von einer PR-Firma durchgeplant. Bild: KEYSTONE

Lobby-Affäre: So boxen professionelle PR-Firmen Abstimmungen beim Volk durch 

Kann man mit Geld die Meinung des Volkes beeinflussen? Die jüngsten Enthüllungen zeigen auf: Zumindest wird es versucht. Die Ja-Kampagne zur Präimplantationsdiagnostik-Abstimmung im Juni wird von einer PR-Firma orchestriert. 



Kein Tag, an dem nicht neue Fakten enthüllt werden, die mit Details und Fakten aufzeigen, wie Lobbyisten und PR-Firmen die Schweizer Politik aktiv mitgestalten. Nach der Lobbyaffäre um Kasachstan, der Enthüllung der bezahlten USA-Reisli für Nationalräte, sind nun auch Insider-Informationen aus Abstimmungskämpfen ans Licht gekommen. 

Wie der «SonntagsBlick» publik macht, steht hinter dem Ja-Komitee zur Abstimmung über die Präimplanta­tionsdiagnostik (PID) die PR-Agentur Farner Consulting. Ihr Gründer, der verstorbene Rudolf Farner, habe mal gesagt, er könne für eine Million Franken auch aus einem Kartoffelsack einen Bundesrat machen. Seine PR-Profis machen es ihm nach: Sie kämpfen für 200'000 bis 300'000 Franken für ein Ja im Auftrag der Schweizerischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (SGRM).

«Da stecken natürlich auch finanzielle Interessen dahinter.»

CVP-Nationalrat Christian Lohr Sonntagsblick

Vertrauliche Dokumente, die dem Blatt vorliegen, beschreiben detailliert, wie PR-Firmen im Auftrag von Organisationen und Firmen eine bestimmte Meinung im Volk durchsetzen wollen. Die Rede ist von «zentralen Botschaften» und «Wordings». 

Mit durchdachten Sätzen, die von einem Team von Ghostwritern in Form von «Standpunktartikel, Leserbriefe etc. von Komiteemitgliedern» erdacht und verfasst werden, soll eine einheitliche Kommunikation geschaffen werden. Ziel: Den Inhalt der Abstimmung im Sinne der SGRM einfach zu erklären. «Fachchinesisch» sei zu vermeiden, «die Vorlage ist auch so komplex genug». Und: «Wir sprechen nicht von Embryo, sondern von entwickelter Eizelle».

Gegner schockiert

Prominenter Gegner der PID-Abstimmung ist der Thurgauer CVP-Nationalrat Christian Lohr. Ihn schockiert es, dass die Befürworter bewusst auf die Verwendung der Begriffe wie «Embryo» verzichten wollen. «Diese Versachlichung der Diskussion verletzt die menschliche Würde», lässt sich Lohr zitieren. Was der Sinn und Zweck einer solchen Kampagnenstrategie sei, ist für Lohr klar: «Da stecken natürlich auch finanzielle Interessen dahinter.»

Nationalrat Christian Lohr (CVP-TG) waehrend einer Medienkonferenz des Komitees

CVP-Nationalrat Christian Lohr. Bild: KEYSTONE

Prominentes Opfer der PR-Manipulation war die Aargauer Ständerätin Pascale Bruderer (SP), die selbst die Änderung in der Präimplanta­tionsdiagnostik befürwortet. An der Medienkonferenz des Ja-Komitees sagte sie einen Satz, der später verändert auf der Webseite des Befürworterkomitees aufgeschaltet wurde.

Originalsatz von Pascale Bruderer: «Dabei wird der Embryo an Tag 3, bevor er der Frau übertragen wird, dahingehend untersucht, ob er schwere Erbkrankheiten in sich trägt oder nicht»

Version auf der Kampagnenseite: «Dabei wird die entwickelte Eizelle an Tag 5, bevor sie der Frau übertragen wird, dahingehend untersucht, ob die entwickelte Eizelle schwere Erbkrankheiten in sich trägt oder nicht.»

Bruderer zeigte sich gegenüber «SonntagsBlick» überrascht, dass ihr Satz nachträglich verändert wurde. Sie verlangt nun vom Befürworterkomitee, dass ihr ursprüngliches Statement aufgeschaltet wird. 

SGRM-Präsident und Auftraggeber von Farner, Professor Christian De Geyter, rechtfertigt das Engagement der PR-Firma im Abstimmungskampf. «Wir sind Laien, wir brauchen professionelle Unterstützung», sagt de Geyter gegenüber «SonntagsBlick». Er widerspricht dem Vorwurf, die SGRM täte dies allein aus finanziellen Interessen. «Die Präimplantationsdiagnostik wird sich für die Ärzte nicht rentieren.» (pma)

Enthüllte Dokumente

Das Originaldokument mit allen Slides kann auf der Webseite des «SonntagsBlick» heruntergeladen werden.

Kennst du schon die watson-App?

Über 150'000 Menschen nutzen bereits watson für die Hosentasche. Unsere App hat den «Best of Swiss Apps»-Award gewonnen und wurde unter «Beste Apps 2014» gelistet. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.

Das könnte dich auch interessieren:

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

84
Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

99
Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

141
Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

31
Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

107
Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

48
Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

167
Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

35
Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

48
Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

220
Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

72
Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

341
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Die Reaktionen auf Fox News legen eine schonungslose Wahrheit über das Impeachment offen

84
Link zum Artikel

So würde das Parlament aussehen, wenn nur die Romands wählen würden

99
Link zum Artikel

Das will die Mikrosteuer-Intiative – das Wichtigste in 5 Punkten

141
Link zum Artikel

Kritik an Federer-Fans wegen Applaus bei Doppelfehlern: «Das hat Djokovic nicht verdient»

31
Link zum Artikel

Diese 17-Jährige bezwingt die AfD. Eine Vorweihnachts-Geschichte, die ans Herz geht

107
Link zum Artikel

Heute kochen wir einen französischen Dreigänger. Weil Herbst. Und weil geil.

48
Link zum Artikel

Das Drama um Klein-Anna: Trennungsschmerz on fleek

167
Link zum Artikel

Darum macht sich Christian Levrat keine Sorgen wegen den erstarkten Grünen

35
Link zum Artikel

Katze zu fett für die Passagier-Kabine im Flugzeug – Besitzer trickst Airline aus

48
Link zum Artikel

Picdump. Spass. Jetzt.

220
Link zum Artikel

«Ein Asiate in Hausschuhen? Das gibt Ärger!» – der Chef hat ein Finken-Problem

72
Link zum Artikel

«The Game Changers» – haben wir uns ein Leben lang falsch ernährt?

341
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • papparazzi 17.05.2015 23:19
    Highlight Highlight Je gelder, desto gewählter. Dafür demokratisch gequälter.
  • Donalf 17.05.2015 19:30
    Highlight Highlight Und wieder sind es die Linken, oder auch die Rechten, oder vielleicht die Halbrechten oder die Halblinken? Warum steht niemand dazu, dass im Grunde alle daran Schuld sind, denn wir leben in diesem System und der Stimmbürger stützt es, im Glauben, dass Altes besser sei als Neues!
  • Lowend 17.05.2015 14:49
    Highlight Highlight Ich sag's ja schon lange. Wir müssen endlich die Politik aus den Fängen der PR-Agenturen befreien und sie wieder zurück zu den gewählten Politikern verlagern, denn inzwischen regieren diese Agenturen die Schweiz und man muss sich nur mal die Statements von bestimmten bürgerlichen Parteien anhören, bei denn praktisch alle Politiker die gleichen leeren Worthülsen benutzen, weil ihnen die bei speziellen Seminaren eingeimpft wurden und wer hat je von einem von denen eine Antwort auf eine Frage gehört? Meist wiederkäuen die doch nur auswendig gelernte Sätzchen aus der Giftküche ihrer PR-Agentur!

Grüne überflügeln CVP, SVP weiterhin im Minus – das SRG-Wahlbarometer in 4 Grafiken

Der Höhenflug von Grünen und GLP geht weiter. Die Grünen verdrängen gemäss SRG-Wahlbarometer die kriselnde CVP als viertstärkste Kraft. Die SVP liegt weiterhin deutlich unter dem Wähleranteil von 2015, stabilisiert sich allerdings.

Am kräftigsten zulegen kann weniger als zwei Monate vor den nationalen Wahlen 2019 die Grüne Partei. Gemäss dem jüngsten SRG-Wahlbarometer kommt sie auf einen Wähleranteil von 10.6 Prozent. Dies entspricht einem Plus von 3.4 Prozentpunkten. Damit legen die Grünen im Vergleich zum Wahlbarometer von Anfang Juni nochmals 0.2 Prozentpunkte zu. Sollte sich der Wert aus dem SRG-Wahlbarometer bei den Wahlen vom 20. Oktober bewahrheiten, wäre es das beste Wahlresultat, das die Grünen je in der …

Artikel lesen
Link zum Artikel