Schweiz
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13 statt nur 12 AHV-Renten? Volksinitiative startet im Frühling



Paul Rechsteiner, Praesident des SGB
Daniel Lampart, Chefoekonom und Leiter Sekretariat SGB
Vania Alleva, Praesidentin Unia, von links,
an einer Medienkonferenz, des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, anlaesslich  der

Bild: KEYSTONE

Die Delegierten des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds (SGB) haben an ihrem Kongress am Freitag in Bern den Vorstand beauftragt, eine Volksinitiative für eine 13. AHV-Rente zu planen. Das Volksbegehren soll im Frühjahr lanciert werden.

«Die Altersvorsorge hat ein Problem», heisst es in einer Medienmitteilung: «Die Pensionskassenrenten sinken, während die Beiträge steigen.» Wer heute und morgen pensioniert werde, erhalte weniger von seiner Pensionskasse als die Jahrgänge davor.

Umfrage

13. AHV-Rente – ja oder nein?

  • Abstimmen

842

  • Ja! Das haben wir uns verdient.55%
  • Nein! Das können wir nicht bezahlen.19%
  • Klingt gut, aber die Finanzierung macht mir Sorgen.26%

Der beste und finanziell vernünftigste Weg, für ein anständiges Rentenniveau zu sorgen, sei eine Erhöhung der AHV-Renten. Besonders wichtig sei das für die Frauen, die bei der Rente schlechter gestellt seien.

Der Rentenanspruch in der zweiten Säule sinke von Jahr zu Jahr, obwohl die Schweiz immer reicher werde und obwohl die Berufstätigen immer höhere Beiträge in ihre Pensionskasse einzahlten. Grund seien die tiefen Zinsen und die Profite der Banken und Versicherungen aus der zweiten Säule.

Die AHV-Renten hingegen stiegen, weil sie an die Teuerung und teilweise an die Lohnentwicklung angepasst werden. Das sei positiv. Aber sie hinkten dennoch den Löhnen hinterher. Zudem frässen die Krankenkassenprämien einen immer grösseren Teil der Rente auf. Immer mehr AHV-Rentner- und -Rentnerinnen seien deshalb auf Ergänzungsleistungen angewiesen.

Angesichts sinkender Pensionskassenrenten bei steigenden Lebenshaltungskosten entferne sich die Schweiz immer mehr vom Verfassungsziel, wonach Pensionskassen und AHV zusammen «die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise» ermöglichen sollen.

Bestes Preis-Leistungs-Verhältnis

«Ein anständiges Rentenniveau können wir in der heutigen Situation nur über eine Stärkung der AHV sichern», schreibt der SGB. Es brauche eine 13. AHV-Rente, so wie es für die meisten Lohnbezüger einen 13. Monatslohn gebe.

Das koste zwar etwas, aber die AHV bleibe für tiefe und mittlere Einkommen dennoch die Altersvorsorge mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch weil sie sehr sozial sei. Bei ihr bekämen 92 Prozent der Arbeitnehmenden mehr Rente als sie einbezahlt haben.

Von einem Ausbau der AHV profitierten vor allem die Frauen, weil sie häufig nur eine kleine oder gar keine Pensionskassenrente hätten. Und auch weil Erziehungs- und Betreuungsarbeit – anders als bei der Pensionskasse – zu mehr Rente führen.

Die SGB-Delegierten beauftragten deshalb am ersten Kongresstag den Vorstand, eine Volksinitiative für eine 13. AHV-Rente im Detail vorzubereiten, damit sie im Frühjahr lanciert werden kann.

Am Samstag wählen die Delegierten die Nachfolge des abtretenden Präsidenten Paul Rechsteiner. (aeg/sda)

Lohngleichheit zwischen Mann und Frau – Fehlanzeige!

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 02.12.2018 08:32
    Highlight Highlight Und wie wird diese Rentenerhöhung finanziert?
  • Hayek1902 01.12.2018 07:31
    Highlight Highlight Ich bin gerade in Griechenland. Dieser Vorschlag ist so genial, er könnte gleich von hier stammen.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 30.11.2018 19:07
    Highlight Highlight Oder aber wir koppeln das Rentenalter an die Lebenserwartung oder die Beitragsjahre und sichern die AHV für die nächsten Jahrzehnte.
    Man kann natürlich auch wie die Linken alle zwei Jahre die AHV mit (aussichtslosen) Initiativen beharcken...
    Vor zwei Jahren hat die Stimmbevölkerung klar nein gesagt zu einem Ausbau der AHV, der Volkswillen dürfte auch gerne mal beachtet werden...
  • It's all about money 30.11.2018 19:05
    Highlight Highlight Endlich mal eine smarte SGB Initiative. Die PK-Renten schmelzen ja wie unsere Gletscher. Mehr AHV stärkt die Binnenwirtschaft. Das Geld wird ausgegebe. Ergo mehr Unternehmenssteuer, mehr MWSt, mehr Arbeit, bessere Zukunft für Lernende etc etc....btw CH eines der reichsten Länder weltweit. Sehe kein Problem👍🏻
  • zeromaster80 30.11.2018 18:31
    Highlight Highlight Es ist halt auch ein verdammter Fehler, wenn 92% mehr beziehen als sie einbezahlt haben! So ein kurzsichtiges System noch auszuweiten ist einfach nur Betrug an der kommenden Generationen!
  • 96m_fur 30.11.2018 17:53
    Highlight Highlight Die Politiker sollen sich erstmal darum kümmern, dass das jetzige Rentennievau die nächsten 30 -40 Jahre beibehalten werden kann. Sowie frage ich mich wie wir uns dies leisten wollen? Die Finanzierung würde ja dann höchstwahrscheinlich , über die AN-und AGbeiträge sowie MwSt mehrheitlich geregelt werden. Denken Sie mal an die steigenden Mieten und KK-Prämien. Ich will von meinem Lohn auch noch Leben.
    • Liselote Meier 30.11.2018 18:17
      Highlight Highlight Nein, muss ja nicht immer darüber laufen. Gibt duzende andere Möglichkeiten wie

      - THC legalisieren (gäbe ziemilich viel MWSt + ordenltliche Steuern von den Läden)
      - Tobinsteuer einführen
      - Bei der Erbschaftssteuer paar Punkte hoch
      - Steuerhinterziehen härter verfolgen

      Such dir 1 Punkt aus, reichen alle alleine aus um es zu finanzieren.

      Mit einer Tobinsteuer läge auch ein 14. ohne Probleme drin.
    • 96m_fur 30.11.2018 18:25
      Highlight Highlight @Liselotte Meier
      In diesem Punkt gebe ich Ihnen schon Recht.

      Doch, dann sollte dies zuerst geschehen und dann kann man gerne wieder darüber diskutieren. Aber doch nicht einfach mal ins blaue eine 13te Rente auszahlen.

      Sie kaufen sich ja hoffentlich auch nichts, ohne dass Sie das Geld dazu besitzen.
    • Liselote Meier 30.11.2018 18:43
      Highlight Highlight Keine Sorge wenn die Initative lanciert wird, dreht sich der politische Diskurs nur um die Finanzierung. Ins Blaue wird nie etwas finanziert für die Lohnabhängingen ohne Gegenfinanzierung. Die Initative ist ja noch nicht mal formuliert.

      Dein zweiter Punkt ist auch ziemlich Falsch, ja ich nicht wohne aber in einer Mietwohnung, aber die meisten welche sich ein Eigenheim kaufen. Eigenmittel 10%-20% Rest ist Bankkredit, nennt sich Hypothek. (Prozentsatz war jetzt ins Blaue, wird sich aber wohl irgendwo da befinden)

  • banda69 30.11.2018 17:50
    Highlight Highlight Die selbsternannte "Partei des Volkes", die SVP, wird dagegen sein.

    Oder hat die SVP jemals etwas Gutes für das gemeine Schweizer Volk gemacht?
  • andrew1 30.11.2018 17:20
    Highlight Highlight Weil kein geld vorhanden ist sinkt der umwandlungssatz ja dauernd und die renten sinken. Da ist es nur logisch dafür 13 renten statt 12 zu verlangen. 🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️
    Das ist nicht mal symptombekämpfung. Das ist einfach nur unsinnig. Wenn man die renten aufstocken will was ja alzu verständlich ist heutzutage muss aber dennoch das geld da sein.
    • Klaus07 30.11.2018 20:10
      Highlight Highlight Sie vermischen hier verschiedene Dinge. Die AHV ist eine Rentenversicherung und hat mit dem Umwandlungssatz nichts zu tun. Der Umwandlungssatz bezieht sich auf die berufliche Vorsorge (Pensionskasse). Die Vorderung der SP bezieht sich nur auf die AHV. Die AHV wird durch das Bundesamt für Sozialversicherung ausbezahlt, die Pennsion durch öffentliche Pensionskassen.
  • Lörrlee 30.11.2018 16:42
    Highlight Highlight Die AHV ist jetzt schon am Limit, keine Ahnung wie sich die Politiker da eine Finanzierung einer 13. Rente vorstellen. Mal schauen was da kommt...
  • Brasser 30.11.2018 15:36
    Highlight Highlight Das ist ja mal eine neue Definition von "sehr sozial": 92% erhalten mehr, als sie einzahlen! Warum nicht gleich so aufstocken, dass 99% mehr erhalten als sie Einbezahlen (Ironie off)?
    Es ist manchmal schon haarsträubend, wie sich Linke und Gewerkschaften Vorstellungen zu wirtschaftlichen Abläufen und Finanzierbarkeit machen (wobei, auch hier machen sie nur Angaben zu den Ausgaben, wie üblich aber nicht über die dazu notwendige Finanzierung... kopfschüttel)!
    • Posersalami 30.11.2018 15:47
      Highlight Highlight Wissen sie, wie die AHV funktioniert?
    • ingmarbergman 30.11.2018 18:01
      Highlight Highlight Das heisst aber auch dass 92% so viel verdienen, dass sie überhaupt nicht auf die AHV angewiesen sind.
      Das ist übrigens schnell möglich. Ab ca. 110‘000/Jahr Lohn für eine Einzelperson kann die sich locker so viel ansparen, dass sie nicht mehr auf AHV angewiesen sein wird.
      Und aus Gründen des sozialen Friedens finde ich es dann in Ordnung wenn in der AHV andere profitieren, die nicht so viel Glück gehabt haben im Leben.
    • Brasser 30.11.2018 21:26
      Highlight Highlight Nein, das hast Du falsch verstanden: 92% liefern durch ihre Lohnbeiträge weniger ab, als sie später mittels AHV-Rente wieder beziehen. Eine Aussage, ob jemand auf die AHV angewiesen ist, wenn er weniger einbezahlt als später bezogen hat, kann man ohne weitere Informationen gar nicht machen.
  • Ökonometriker 30.11.2018 15:16
    Highlight Highlight Wie viel bezahlt ein Reicher der sein Vermögen arbeiten lässt pro Jahr in die AHV? Ist die wirklich so sozial oder wird der Mittelstand weiter ausgepresst?
    • Juliet Bravo 30.11.2018 16:23
      Highlight Highlight Sozial wäre eine Kapitalgewinnsteuer zu Gunsten der AHV.
    • Ökonometriker 30.11.2018 16:56
      Highlight Highlight @Juliet: die lässt sich zu leicht umgehen... man bräuchte noch Mechanismen um zu die Umgehung zu verhindern.
    • pun 30.11.2018 17:38
      Highlight Highlight Kapitalgewinne Lohneinkommen gleichstellen. Löst gleich einige Probleme auf einmal.
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