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Swissmedic baut rund 45 Vollzeitstellen ab

Swissmedic baut rund 45 Vollzeitstellen ab

25.11.2025, 11:2025.11.2025, 11:25

Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic baut in den nächsten zwei Jahren rund 45 seiner aktuell 510 Vollzeitstellen ab. Begründet wird der Abbau mit dem Geschäftsgang. Die Personalverbände erwarten, dass der Stellenabbau mehrheitlich über Entlassungen erfolgen wird.

Sinkende Einnahmen und steigende Kosten führten 2024 bei Swissmedic zu einem Verlust von 23,4 Millionen Franken. Auch für 2025 sowie für die folgenden Jahre rechnet das Unternehmen unter den heutigen Bedingungen mit Defiziten, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt.

In den letzten Jahren habe man systematisch Reserven aufgebaut und diese, wie 2023 angekündigt, für Investitionen in eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur sukzessive eingesetzt.

Verschärfte EU-Regulierungen, digitale Transformation und ein Ausbau unter anderem der Arzneimittelaufsicht führten laut Mitteilung auch zu einem «Aufbau des Personalbestands». Um strukturelle Defizite zu vermeiden, optimiere Swissmedic nun den Ressourceneinsatz. Die wirkungsvollsten Hebel zur Senkung der Kosten seien der Investitions- und der Personalaufwand.

Massiver Stellenabbau

In den kommenden zwei Jahren sollen die Sachkosten um mindestens 6 Millionen Franken reduziert werden. Rund 45 Vollzeitstellen sollen abgebaut werden. Der Stellenabbau soll dabei laut Mitteilung möglichst sozialverträglich und mit Abfederungsmassnahmen umgesetzt werden.

Die Personalverbände Transfair, VPOD und PVB zeigten sich am Dienstag in einer Mitteilung «schockiert über die finanzielle Situation bei Swissmedic und den personellen Abbau». Die Verbände wollen bis Ende Jahr mit Swissmedic einen Sozialplan aushandeln. Sie rechnen damit, dass der Stellenabbau mehrheitlich über Entlassungen erfolgen wird.Swissmedic will sich nach eigenen Angaben künftig noch stärker auf die Priorisierung und Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben Zulassung, Bewilligungen und Marktüberwachung fokussieren. Das Schweizerische Heilmittelinstitut ist Teil der dezentralen Bundesverwaltung. Über 80 Prozent der Einnahmen stammen aus Gebühren und Abgaben der Firmen. Der Bund steuert für gesetzlich festgelegte Aufgaben im Bereich der Arzneimittel- und Medizinprodukteaufsicht rund 17 Prozent bei.

Weitere Investitionen geplant

Die Einnahmen von Swissmedic aus Gebühren und Abgaben sind vom Geschäftsverlauf der Branche abhängig. Sie steigen gemäss Mitteilung seit 2024 weniger stark als in den Jahren zuvor, und wurden entsprechend zu hoch geplant. Ohne Gegenmassnahmen wäre der Betriebsaufwand in aktueller Höhe mittelfristig nicht mehr gedeckt gewesen.

Investitionen in die digitale Transformation und zum Ersatz von Informatiksystemen, die das Ende ihres technologischen Lebenszyklus erreichen, seien weiterhin notwendig und geplant.

Einnahmeseitig plant Swissmedic eine Anpassung von Gebührenpositionen an die Teuerung sowie die Einführung einer Pauschalgebühr für die Registrierung der Medizinprodukte. Das Heilmittelinstitut strebt zudem eine Gesetzesänderung an, die mittels einer Aufsichtsabgabe für die bessere Finanzierung der Tätigkeiten im Bereich der Überwachung von Medizinprodukten sorgen soll. (dab/sda)

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