Schweiz
Archäologie

Möriken: 3400 Jahre alte Kupferbarren aus Zypern gefunden

3400 Jahre altes Kupfer aus Zypern im Kanton Aargau entdeckt

10.02.2026, 10:3310.02.2026, 10:33

Die Aargauer Kantonsarchäologie hat in Möriken rund 3400 Jahre alte Kupferbarren aus Zypern gefunden. Dies zeigt, dass auch kleine Siedlungen mit dem Mittelmeerraum handelten, wie der Kanton am Dienstag mitteilte.

Bronzezeitliche Kupferreste aus Zypern sind in Möriken AG gefunden worden.
Bronzezeitliche Kupferreste aus Zypern sind in Möriken AG gefunden worden.bild: Handout Kanton Aargau

Der Fund kam bei einer Rettungsgrabung im Jahr 2021 zum Vorschein. Dort stiess die Kantonsarchäologie auf Überreste einer Siedlung aus der mittleren bis späten Bronzezeit, sprich 1500 bis 1300 v. Chr. Unter anderem stiess das Team auch auf Metallobjekte, wie es im Communiqué des Departements für Bildung, Kultur und Sport heisst.

Nun haben Metallanalysen des Curt-Engelhorn-Zentrums für Archäometrie in Mannheim aufgezeigt, dass es sich um Bruchstücke bronzezeitlicher Kupferbarren handelt. Zu jener Zeit wurde Kupfer nur an bestimmten Orten in Europa abgebaut. Der Handel fand daher über weite Strecken statt. Anhand der chemischen und isotopischen Zusammensetzung des Metalls lässt sich die Herkunft herausfinden.

Zypern als bronzezeitlicher Kupferlieferant

Die Analysen haben nun gezeigt, dass die Kupferreste aus drei verschiedenen Abbaugebieten stammen. Das überraschendste Resultat war die Herkunft aus Zypern. Die Insel war eine der Hauptquellen für Kupfer im östlichen Mittelmeerraum und versorgte vor allem Griechenland, Ägypten und Mesopotamien. Offensichtlich konnten auch ländliche bronzezeitliche Siedlungen wie etwa eben jene in Möriken-Wildegg solche «exotischen» Ressourcen erwerben, wie es weiter heisst.

Weitere Kupferfunde stammen aus dem Mitterberg-Gebiet bei Salzburg in Österreich, etwa 450 Kilometer von Möriken-Wildegg entfernt. Diese Region war als eine der wichtigsten Kupferlieferanten in Mitteleuropa bekannt. Eine dritte Gruppe stammt aus den Südalpen, wahrscheinlich aus dem Trentino oder Venetien. Die Resultate der Analyse in Mannheim sind in der renommierten englischsprachigen Fachzeitschrift «Antiquity» erschienen. (sda)

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