Schweiz
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Die Armee will schon bei 15-Jährigen für den Militärdienst werben

Armeechef Philippe Rebord spricht im CH-Media-Interview Klartext: Dass sich viele junge Männer nicht mehr für die Armee, sondern für den Zivildienst entscheiden, «gefährdet die Erfüllung unseres Auftrags». Es brauche zwingend eine Debatte über die Dienstpflicht. Rebord zählt dabei insbesondere auf junge Frauen.

Patrik Müller / ch media



Korpskommandant Philippe Rebord, Chef der Schweizer Armee, spricht waehrend einer Medienkonferenz von die ersten 100 Tage als Chef der Schweizer Armee, am Montag, 10. April 2017 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Philippe Rebord will mehr Frauen in der Armee Bild: KEYSTONE

Nichts ist zu spüren von Amtsmüdigkeit, als Armeechef Philippe Rebord auf Schloss Lenzburg auftritt. Schwungvoll spricht er zu mehreren Dutzend hochkarätigen Wirtschaftsführern und Politikern. Rebord, der Ende Jahr zurücktritt, ist auf Einladung der Territorialdivision 2 und deren Kommandanten, Divisionär Hans-Peter Walser, in den Aargau gereist und «orientiert» über die Weiterentwicklung der Armee.

In Ihrer Amtszeit sind die Armeebestände weiter zurückgegangen. Heute gibt es noch 140'000 Soldaten. Kann man überhaupt noch von allgemeiner Dienstpflicht sprechen?
Philippe Rebord: Ja, denn noch erreichen wir damit die Ziele für die Weiterentwicklung der Armee.

Wie lange noch?
Wir wissen schon jetzt, dass der Armeebestand im Jahr 2023 nur noch 115'000 betragen wird. Dann wird es in den Wiederholungskursen kritischer. Es gibt ein Bereitschaftsproblem: Wir können nicht üben, wie wir es eigentlich müssten. Zudem wird es demotivierend für diejenigen, die noch bereit sind, Militärdienst zu leisten – insbesondere für jene, die weitermachen möchten.​

In Europa ist die Schweiz das letzte Land, das die Wehrplicht aufrecht erhält. Ein Auslaufmodell?
Auch Finnland hat die Wehrpflicht beibehalten. Andere Länder haben eine Mischung aus Berufsarmee und Milizsoldaten, etwa Norwegen, Schweden, Polen und Estland. Aus meiner Sicht ist die Milizarmee ein Zukunftsmodell: Sie ist flexibel und garantiert die Verankerung in der Bevölkerung. Und nicht zuletzt ist sie finanziell vorteilhaft. Ein Milizsoldat ist zehnmal günstiger als ein Profisoldat.​

Inwiefern können die Frauen die Lücken bei den Beständen füllen?
Es geht nicht darum, Lücken zu füllen. Wir brauchen die Frauen, weil sie viele Fähigkeiten mitbringen - und weil die Armee in der ganzen Bevölkerung verankert sein muss. Aus meiner Sicht ist eine Verdreifachung der Frauen in der Armee durchaus realistisch. Wir haben dazu ein Projekt in Arbeit.​

Wie sehen Ihre Pläne aus, Frauen zu gewinnen?
Unser Projekt muss noch vom Parlament genehmigt werden. Ziel ist es im Grundsatz, die jungen Frauen früher abzuholen. Heute gibt es Orientierungsveranstaltungen für 17- oder 18-Jährige. Das ist oft zu spät, denn da haben die jungen Frauen ebenso wie die Männer bereits konkrete Vorstellungen über ihre Zukunft. Der Zug für die Armee ist dann schon abgefahren. Wir möchten den Nachwuchs darum bereits mit 15 Jahren über die Möglichkeiten informieren.​

An der Schule, auf der Sekundar-Stufe?
Ja, das ist mit der Schule verknüpft. Erste Pilotversuche haben wir gemacht, mit positiven Erfahrungen. Wir möchten diese Idee nun breitflächig umsetzen.​

Wer informiert die Schülerinnen und Schüler?
Aspirantinnen und Aspiranten, die selber noch kurz vorher an dieser Schule waren. Sie berichten über die Erfahrungen, die sie bislang gesammelt haben. Das führt zu spannenden Diskussionen. Das Problem: Es gibt tausende von Schulen – wir brauchen eine gute Organisation.​

Frauen zu gewinnen ist das eine, Männer dazu zu motivieren, Militär- statt Zivildienst zu leisten, das andere. Vor allem in den Städten fehlen Ihnen die Soldaten.
Die Stadt-Land-Problematik ist nicht neu, und man kennt sie in ganz Europa. Die Schere hat sich aber noch einmal geöffnet. Ein Beispiel: Im Kanton Schwyz gehen nur 2 Prozent der Diensttauglichen in den Zivildienst, im Kanton Basel-Stadt 48 Prozent. Im Aargau sind es 14 Prozent. Wenn der Anteil Zivildienstleistender weiter steigt, ist das fatal. Darauf müssen wir aufmerksam machen.​

Zivildienst ist auch eine Form von Dienstleistung!
Absolut. Wer Zivildienst macht, nimmt eine Chance wahr, die ihm die Verfassung bietet. Das ist auch gut, aber führt dazu, dass die Armee bei den Wiederholungskursen allmählich zu kurz kommt. Und das gefährdet die Erfüllung unseres Auftrags. Deswegen braucht es zwingend eine Debatte: Wer hat in Zukunft welche Art von Dienstpflicht? Leider herrscht zunehmend die Tendenz: «Dienstpflicht ja, aber ohne mich.»​

Erstmals hat das Verteidigungsdepartement eine Frau als Chefin. Wie verändert Bundesrätin Viola Amherd die Kultur des Militärs?
Sie hat einen anderen Führungsstil als ihr Vorgänger, und sie setzt klare, zum Teil neue Akzente. Diese sind wichtig in einer Armee, die stark ist in der Umsetzung. Wir nehmen Frau Bundesrätin sehr positiv wahr. Wir hoffen und sind überzeugt, dass sie es schafft, die Bevölkerung in der Abstimmung von der Kampfjet-Beschaffung zu überzeugen.​

Das Volk wird nicht über den Flugzeugtyp, sondern nur über den Beschaffungskredit abstimmen können. Beim Gripen war das anders. Warum?
Es geht um den Grundsatz, um den Ersatz unserer gesamten Flotte. Brauchen wir neue Kampfjets? Wir meinen natürlich: Unbedingt. Als wir über die Bahn 2000 abgestimmt haben, wählten wir auch nicht den Lok-Typ aus. Sogar ich wäre überfordert, die Flugzeuge wirklich beurteilen zu können. Unsere Spezialisten haben eine sehr professionelle Evaluation von vier Flugzeugtypen gemacht. Man wird sehen, welcher der Beste für die Schweizer Armee ist.​

Ihr Nachfolger als Armeechef, Thomas Süssli, hat sich einen Namen als Cyber-Spezialist gemacht. Wo steht die Armee in der digitalen Transformation?
Noch am Anfang. Auch hier ist eine Milizarmee im Vorteil, weil sie auf Fachwissen aus der Wirtschaft zurückgreifen kann. Divisionär Thomas Süssli ist ein hervorragender Mann und wird viel bewirken. Für uns ist klar: 25 Prozent der Budgets der Rüstungsbeschaffungen sind in die Technologieentwicklung und Innovation zu investieren, insbesondere in der künstlichen Intelligenz.​

Wo setzt die Armee künstliche Intelligenz ein?
Zunächst einmal im Cyber-Raum: Gegen Roboter-Angriffe müssen wir uns mit Robotern verteidigen, sonst bräuchten wir eine Unmenge an Leuten. Zudem werden die Waffensysteme vermehrt von künstlicher Intelligenz unterstützt. So weit sind wir noch nicht, aber wir arbeiten daran. Wir müssen auf diesen Zug aufsteigen.​

Sie treten Ende 2019 nach drei Jahren im Amt zurück. Worauf sind Sie stolz?
Wir haben die Armee erfolgreich weiterentwickelt. Auf einen konkreten Punkt bin ich besonders stolz: Die Wiedereinführung der Mobilmachung. Sie ist ein wichtiges Sicherheitsinstrument der Schweiz.​

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67Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Miles Prower 11.09.2019 18:16
    Highlight Highlight Der Ständerat hat anscheinend heute der Verschärfung des Zivildienstes zugestimmt.

    Wo kann ich das Referendum unterschreiben?
  • anonymer analphabet 10.09.2019 15:14
    Highlight Highlight Werden die 15 jährigen auch darüber aufgeklärt, dass hinter jeder Armee eine Rüstungsindustrie steckt. Diese Industrie jährlich Milliardenumsätze macht mit dem Verkauf von Waffen. Dass es viele Geldsäcke dahinter gibt, die sich die Taschen vollstopfen, weil andere Menschen elendiglich verrecken.
    Dass jeder der die Armee unterstützt auch diese Kriegsindustrie unterstützt. Dass die Armee gar nicht mehr Sicherheit schafft, sondern durch das aufrechterhalten dieses kranken Systems dazu beiträgt, dass die Welt unsicherer wird. Dass der stupide Rüstungswettlauf nie endet...
    • just sayin' 10.09.2019 16:45
      Highlight Highlight und die alternative wäre?
  • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 10.09.2019 14:20
    Highlight Highlight Toll. Wir haben schon Wehrpflicht und jetzt wollen ein paar militärgeile Rambos unsere Armee noch amerikanisieren.
    Bis heute hatte ich halbwegs Achtung vor unserer Armee.
    Jetzt ist sie für mich nur noch ein schlechter Witz.
  • Drummer 10.09.2019 14:04
    Highlight Highlight Ja dann schaut mal mit was ihr so Schlagzeilen macht, liebe Armee! Die Armee in der Schweiz ist ein Witz. Null Ahnung und wenn man ehrlich ist, kann man diesen Haufen im Ernstfall nicht gebrauchen. Die Schweiz würde richtige Soldaten benötigen wenn man die Armee brauchen würde. Das hier in der Schweiz ist nichts weiteres als ein Kindergarten. Wer nie Krieg erlebt hat und einfach so zum Spass hier in einem Land herum ballert, weil man sonst nichts zu tun hat, muss erst gar nicht Werbung machen.
    • Tjuck 10.09.2019 16:36
      Highlight Highlight Ich kann mich noch erinnern, als 1989 der ABC-Schutzanzug aus einer Pelerine bestand. Und dann hat der Instruktor etwas von russischer Panzerinvasion gefaselt. Er hatte Glück, dass wir nicht alle desertierten... Es kam dann anders, und die Sowjetunion ist kurz darauf implodiert.
    • just sayin' 10.09.2019 16:48
      Highlight Highlight @Tjuck

      "Ich kann mich noch erinnern, als 1989 der ABC-Schutzanzug aus einer Pelerine bestand."

      der abc-schutz bestand nie nur aus der pelerine.
      da hast du nicht so aufgepasst.

      "Es kam dann anders, und die Sowjetunion ist kurz darauf implodiert."

      frag mal die ukrainer was sie von so aussagen halten.
    • Mugendai 10.09.2019 18:14
      Highlight Highlight Was erwartet ihr, wenn die Armee dauernd zu Tode gespart wird?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Frances Ryder 10.09.2019 13:41
    Highlight Highlight Es ist 2019 und wir haben immernoch eine männliche Wehrpflicht, einen Verfassungsartikel der gegen die Grundrechte und Menschenrechte aller schweizer Bürger verstösst.
  • Posersalami 10.09.2019 13:36
    Highlight Highlight „Die Armee will schon bei 15-Jährigen für den Militärdienst werben“

    Nur, wenn Organisationen wie die GSOA mit dem genau gleichen Personalaufwand ebenfalls bei 15 jährigen werben können.
  • Lowend 10.09.2019 13:22
    Highlight Highlight Klingt ja fast wie im Kalten Krieg? Vermutlich sind diese alten Betonköpfe in einer Zeitschleife steckengeblieben.

    PS: Bei der Frage: «Wo setzt die Armee künstliche Intelligenz ein?» musste ich schmunzeln, denn die eigentliche Frage lautet eher: «Wo setzt die Armee natürliche Intelligenz ein?»
  • TanookiStormtrooper 10.09.2019 13:19
    Highlight Highlight Ein Land mit WehrPFLICHT muss doch nicht Werbung für den Militärdienst machen. Kein Privatunternehmen würde Werbung für ein Produkt machen, welches wir kaufen müssen, weil das totale Geldverschwendung wäre. Aber damit kennt man sich in der Armee ja bestens aus... 🤦‍♂️
  • Turicum04 10.09.2019 13:05
    Highlight Highlight Militär abschaffen, dann muss man nicht mehr darüber diskutieren! Dann könnte man diese xx Mrd. in die Migration investieren. Wäre nützlicher!
  • Dora da Exploda 10.09.2019 12:52
    Highlight Highlight Meiner Meinung nach klar der falsche Weg, noch mehr auf jugendliche Naivität zu setzen, als dies jetzt schon der Fall ist.

    Die einzig mögliche Lösung wäre es, den Militärdienst attraktiver zu gestalten, als die alternativen Zivilschutz/-dienst. Solange diese beiden Alternativen sich besser mit dem Berufsleben vereinen lassen und um einiges vielversprechendere Tätigkeiten als das Militär bieten, wird sich am Interesse kaum etwas verändern.
    • Wandervogel 10.09.2019 14:05
      Highlight Highlight Nennen sie uns doch bitte Beispiele wie der Militärdienst attraktiver gestaltet werden kann.

      Schlussendlich hat der Dienst einen ernsthaften Zweck, den absolut niemand erleben möchte. Wie kann die Vorbereitung auf diesen Zweck also attraktiv sein? Es gibt auch im Jahr 2019 Situationen im Leben, die nicht Spass machen und in denen sich nicht jedermann/jederfrau kreativ entfalten kann. Im Vergleich zu all den Vorteilen die wir hier in der Schweiz geniessen dürfen, sind ein paar Monate ''langweiliger'' Dienst verkraftbar. Ps: Zum Glück ist der Dienst langweilig.
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 10.09.2019 14:22
      Highlight Highlight Ganz einfach.
      Kützere WK zum Beispiel.
      Von allen Freunden, die im Militär waren höre ich das selbe. "Die meiste Zeit sitzen wir herum und machen eigentlich nichts."
      Selbst von den Offizieren.
      Bis auf einen.
      Aber der hat irgendwie einen Adjutantenposten bekommen. Dem gefällts ziemlich gut und er ist ausgelastet.
    • Dora da Exploda 10.09.2019 14:31
      Highlight Highlight @Wandervogel

      [1/2]
      Die Funktion und somit den Zweck kann sich ja, bis auf ein paar Ausnahmen wie Köche, jeder selber aussuchen. Dass eine solide Grundausbildung zudem für jedermann Pflicht ist, leuchtet ebenfalls ein.

      Verbesserungspotenzial sehe ich in diversen Bereichen.

      Einsatzzeiten: Meist in der Grössenordnung 7:00 bis 22:00, wovon die meiste Zeit nichts gemacht wird, aber auch nichts anderes gemacht werden darf.
      Zudem Sonntagabend bis Samstagmorgen - warum nicht 2 Tage Wochenende, wenn man schon unter der Woche nicht nach Hause darf?
      Training für realistische Umstände gibts mit DHUs.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Haihappen 10.09.2019 12:21
    Highlight Highlight Als kritischer Militärbefürworter stimme ich dem CdA zu, dass mit den Rekrutierungszahlen über kurz oder lang der Auftrag nicht mehr erfüllt werden kann.

    Mit der heutigen Armee allerdings.

    Eine der Sicherheitslage angemessene Redimensionierung ist überfällig. Auch könnte man von tech. Fortschritt & Digitalisierung profitieren und so wohl in einigen Verbänden etliche Soldaten einsparen. Fördert das Milizsystem auch in der RS. Befreit bsp. die Sanis vom Tenue und gewissen mil. Formen, so dass sich auch potentielle Zivildienstler angesprochen fühlen.

    Den Zivi zu verteufeln bringts nicht.
    • Zahlenheini 10.09.2019 15:30
      Highlight Highlight @Haihappen:
      Genau so ist es. Das ist im Arbeitsleben ja auch nicht anders. Ein moderner Produktionsstandort hat viel weniger Personal als früher, dafür aber weitaus besser geschultes Personal. Wegen der entfallenen manuellen Tätigkeiten à la Charlie Chaplin's Modern Times gibt es auch weniger Berufsunfälle. Analog wäre die Zukunft des Fusssoldaten: weniger Personal, dafür besser qualifiziert. Wenn das Angebot (Personalbestand) verkleinert wird, dann wirkt sich das durchaus attraktiv auf die Nachfrage aus. Aber das ist ein Tabuthema...
  • piranha 10.09.2019 12:07
    Highlight Highlight Jugendliche und junge Erwachsene bilden sich eine eigene Meinung (wenn auch gemeinsam in der Gruppe), informieren sich, bekommen alles mit, und das stärker denn je. Bei den News die man mittlerweile fast täglich sieht, in den Zeitungen und bei Angehörigen, - sinnlose Übungen, Schikanierung, Langeweile - kann es doch kaum mehr verwunderlich sein, wenn sich die Dienstpflichtigen diesen "Seich" nicht antun wollen. Der Gedanke, mit dem Sturmgewehr auf dem Feld zu stehen und sein Land zu verteidigen, ist veraltet und in unseren Zeiten bei niemandem mehr präsent.
  • Vecchia 10.09.2019 11:56
    Highlight Highlight " Ein Milizsoldat ist zehnmal günstiger als ein Profisoldat."

    tja, aber je länger der 2. Weltkrieg zurückliegt, desto weniger unterstützen Arbeitgeber Milizsoldaten. Heute gefährdet die Militärpflicht Anstellungen.

    Und vielleicht sollte man die - sinnvollen - Aufgaben in den Bereichen Rettung und Katastrophenschutz mehr propagieren*, statt den Zivildienst zu bekämpfen.

    *aber sicher nicht in der Sek.
    • Posersalami 10.09.2019 13:39
      Highlight Highlight Was ist denn im 2.WK mit den Milizheeren passiert? Richtig, sie wurden vernichtet.

      Löst den Laden auf und steckt das Geld in die Polizei, Erneuerbare Energie und einen neuen, professionellen Katastrophenschutz.
    • Thisguy 10.09.2019 13:59
      Highlight Highlight @posersalami
      Du sprichst mir aus der Seele! Danke
    • just sayin' 10.09.2019 16:58
      Highlight Highlight @Posersalami

      "Was ist denn im 2.WK mit den Milizheeren passiert? Richtig, sie wurden vernichtet."

      so so?
      welche milizarmeen meinst du denn?
  • RatioRegat 10.09.2019 11:30
    Highlight Highlight Aussage CdA: "Das ist auch gut, aber führt dazu, dass die Armee bei den Wiederholungskursen allmählich zu kurz kommt. Und das gefährdet die Erfüllung unseres Auftrags. Deswegen braucht es zwingend eine Debatte: Wer hat in Zukunft welche Art von Dienstpflicht? Leider herrscht zunehmend die Tendenz: «Dienstpflicht ja, aber ohne mich.»​"

    Es braucht in der Tat eine Debatte. Diese kann aber nicht geführt werden, wenn alle, die sich kritisch äussern, sofort in die GSoA-Ecke gestellt werden.
    • Zahlenheini 10.09.2019 15:33
      Highlight Highlight Leider kommt von FDP-Kreisen eben nicht viel liberale Kritik, was mir bis heute unverständlich bleibt. Eigentlich ist die Wehrpflicht in ihrer heutigen Form gemessen an den heutigen Standards höchst planwirtschaftlich anti-liberal. Einzig die SP und die Grünliberalen haben eine progressive Position zur Wehrpflicht.
  • Ihr Kommentar hat 20min Niveau 10.09.2019 10:21
    Highlight Highlight "Ein Milizsoldat ist zehnmal günstiger als ein Profisoldat." - ja! Weil der Rest der Bevölkerung durch EO und Überstanden der Arbeitskollegen bezahlt!

    Und immer das Bashing gegen den Zivildienst. Der dauert 1.5 mal so lange!
    Warum soll man junge Männer noch mehr dafür sanktionieren wenn sie sich gegen chronische Langeweile und das Lernen von töten entscheiden?

    Bitte Wehrpflicht für alle oder gar nicht. Kann nicht sein dass man diesen Seich nur machen muss weil man mit einem Schnäbi in der Hose auf die Welt kam!
    • Amateurschreiber 10.09.2019 10:52
      Highlight Highlight Im Interview wird gar nicht gegen den Zivildienst gebasht.
    • 7immi 10.09.2019 11:22
      Highlight Highlight @ihr...
      Nein, weil er nur dann aufgeboten wird, wenn man ihn auch braucht. Sonst bezahlt man immer den ganzen Laden, obschon nur Bruchteile im Einsatz sind.

      Und weshalb soll der Faktor 1.5 falsch sein? Man kann jeden Abend nach Hause und hat normale Arbeitszeiten. Im Militär bist du pro Tag 18 Stunden im Dienst. Dann kommt noch die Wochenendwache dazu. Die grosszügige Spesenabrechnung (Essensgutschrift). So gesehen ist der Faktor 1.5 ungerecht und sollte 2 sein. Man würde immer noch besser abschneiden.
  • Forest 10.09.2019 10:17
    Highlight Highlight "In Europa ist die Schweiz das letzte Land, das die Wehrpflicht aufrecht erhält. "

    Dieser Satz sagt eigentlich schon alles
    • just sayin' 10.09.2019 10:31
      Highlight Highlight genau!

      dieser satz sagt aus, dass die schweiz von der bevölkerung her relativ klein ist und sich nicht nur auf berufsmilitär verlassen kann.

      weiter ist der milizansatz heute aktueller den je
    • 7immi 10.09.2019 11:23
      Highlight Highlight Hat Schweden nicht auch eine allgemeine Wehrpflicht kürzlich wieder eingeführt?
    • just sayin' 10.09.2019 11:48
      Highlight Highlight "weiter ist der milizansatz heute aktueller den je"

      viele vergessen (vor lauter armee=böse), dass der milizansatz unserer armee eigentlich ein "linkes feature" ist. durch das milizsystem wird die absolute macht vom staat weggenommen und an die bevölkerung verteilt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Amateurschreiber 10.09.2019 10:16
    Highlight Highlight "Inwiefern können die Frauen die Lücken bei den Beständen füllen?"
    War das jetzt eine Falle oder nur ungeschickt vom Interviewer formuliert? Jedenfalls hat hat Herr Rebord sehr gut geantwortet!
  • MrJS 10.09.2019 09:34
    Highlight Highlight Eine Dienstpflicht für Frauen wäre meiner Meinung schon längst überfällig...
    • Cotten91 10.09.2019 13:15
      Highlight Highlight Oder wenigstens Wehrpflichtersatz für beide Geschlechter, das ist nämlich auch diskriminierung der Männer, aber keine Frau interessierts...
    • RowRow 10.09.2019 16:12
      Highlight Highlight Ja. Ist schon lange überfällig. Aber gäbe es eine Pflicht für Frauen können Feministinnen keine spezielle Förderung, Quoten oder Bevorzugung für Frauen fordern. Da müssten dann Frauen dass selbe leisten wie Männer und das erst noch unter den gleichen Bedingungen. Das ist nicht die Art Gleichstellung die sich Feministinnen das vorstellen.
    • RowRow 11.09.2019 02:35
      Highlight Highlight https://www.swr.de/swr2/wissen/maenner-bilder-negativ,broadcastcontrib-swr-11846.html
  • Hosesack 10.09.2019 09:06
    Highlight Highlight Nun darf man also 15 Jährigen keine Tabakwerbung zumuten, aber Werbung für das Töten fürs Vaterland soll ganz ok sein?
    • 7immi 10.09.2019 11:26
      Highlight Highlight @Hosensack
      war auch im Militär, aber habe niemanden getötet. Im Gegenteil, genoss eine sehr gute Erstehilfeausbildung, die mir im Alltag auch schon half. Man kann, wenn man das Hantieren mit Waffen nicht möchte, auch waffenlosen Dienst leisten.
    • just sayin' 10.09.2019 11:56
      Highlight Highlight @hosesack

      durch krebs getötete pro jahr: 16‘730 menschen
      (https://www.krebsliga.ch/ueber-krebs/zahlen-fakten/-dl-/fileadmin/downloads/sheets/zahlen-krebs-in-der-schweiz.pdf)

      durch soldaten getötete pro jahr: 0

      moll.
      super argumentation!
    • [Nickname] 10.09.2019 11:58
      Highlight Highlight Noch hat die Schweiz eine Verteidigungsarmee, sei wenigstens ehrlich, ansonsten wirkt es polemisch. Als Rekrut und Soldat wirst du kaum in Deutschland einfallen und Dörfer einnehmen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hasek 10.09.2019 08:18
    Highlight Highlight Militärpropagande im Schulzimmer? Nein danke!

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