Armee-Munition beeinträchtigt Wasser in Schweizer Seen nicht
Im Thunersee, im Brienzersee und im Vierwaldstättersee vor Jahrzehnten versenkte Munition beeinträchtigt die Wasserqualität nicht. Das haben Messungen ergeben. Fast überall waren die Konzentrationen der untersuchten Stoffe sehr tief.
Bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurden Munition und Munitionsbestandteile aus Armeebeständen in Schweizer Seen versenkt, wie das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am Dienstag schrieb. So wurde es weltweit gehandhabt. Das Schadstoffpotenzial sei dadurch hoch, so das VBS.
Dennoch entschieden der Bund und die betroffenen Kantone, die versenkte Munition zu lassen, wo sie ist. Der Zustand der Munition und der Gewässer wird aber mit regelmässigen Messungen überwacht. Zuletzt wurde die Wasserqualität in den Jahren 2024 und 2025 an verschiedenen Stellen in den drei Seen untersucht.
Erhöhte Zinkwerte im Thunersee
Die Konzentrationen fast aller untersuchten Stoffe waren sehr tief, meist nahe der Bestimmungsgrenze, wie es im Bericht zur Untersuchung hiess. Untersucht wurden die Konzentrationen von Sprengstoffen, Perchlorat und Schwermetallen. Eine Überschreitung gab es aber: Im Oktober 2024 wurden im Thunersee erhöhte Zinkwerte festgestellt.
Es handelte sich laut dem Bericht um einen einmaligen Befund. Die erhöhte Konzentration von Zink habe keinen Zusammenhang mit der auf dem Seegrund liegenden Munition. Eine Kontamination – zum Beispiel mit Staub – bei Entnehmen der Probe könne nicht ausgeschlossen werden.
Die Überwachung geht weiter
Die Munitionsüberreste in den beiden Berner Oberländer Seen und im Vierwaldstättersee werden weiterhin überwacht. Alle fünf Jahre wird das Wasser beprobt und alle zehn Jahre die Ablagerung von Material am Grund der Seen. (sda)
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