Schweiz
Armee

Armee-Munition im See versenkt: Wasserqualität nicht beeinträchtigt

Armee-Munition beeinträchtigt Wasser in Schweizer Seen nicht

07.04.2026, 12:1007.04.2026, 12:10

Im Thunersee, im Brienzersee und im Vierwaldstättersee vor Jahrzehnten versenkte Munition beeinträchtigt die Wasserqualität nicht. Das haben Messungen ergeben. Fast überall waren die Konzentrationen der untersuchten Stoffe sehr tief.

Bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurden Munition und Munitionsbestandteile aus Armeebeständen in Schweizer Seen versenkt, wie das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am Dienstag schrieb. So wurde es weltweit gehandhabt. Das Schadstoffpotenzial sei dadurch hoch, so das VBS.

Dennoch entschieden der Bund und die betroffenen Kantone, die versenkte Munition zu lassen, wo sie ist. Der Zustand der Munition und der Gewässer wird aber mit regelmässigen Messungen überwacht. Zuletzt wurde die Wasserqualität in den Jahren 2024 und 2025 an verschiedenen Stellen in den drei Seen untersucht.

Erhöhte Zinkwerte im Thunersee

Die Konzentrationen fast aller untersuchten Stoffe waren sehr tief, meist nahe der Bestimmungsgrenze, wie es im Bericht zur Untersuchung hiess. Untersucht wurden die Konzentrationen von Sprengstoffen, Perchlorat und Schwermetallen. Eine Überschreitung gab es aber: Im Oktober 2024 wurden im Thunersee erhöhte Zinkwerte festgestellt.

Es handelte sich laut dem Bericht um einen einmaligen Befund. Die erhöhte Konzentration von Zink habe keinen Zusammenhang mit der auf dem Seegrund liegenden Munition. Eine Kontamination – zum Beispiel mit Staub – bei Entnehmen der Probe könne nicht ausgeschlossen werden.

Die Überwachung geht weiter

Die Munitionsüberreste in den beiden Berner Oberländer Seen und im Vierwaldstättersee werden weiterhin überwacht. Alle fünf Jahre wird das Wasser beprobt und alle zehn Jahre die Ablagerung von Material am Grund der Seen. (sda)

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24 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Arthurius
07.04.2026 14:41registriert Januar 2026
Diese Studie wird wahrscheinlich nur erstellt, um die versenkte Munition nicht herausholen zu müssen.
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Nordkantonler
07.04.2026 14:44registriert September 2020
Und über 60 Jahre lang war auch die Munition in Mitholz gar keine Belastung. Bis sie es dann doch war.
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Villicht sött mer me Rede mitenand
07.04.2026 13:55registriert Juni 2025
"Die Konzentrationen fast aller untersuchten Stoffe waren sehr tief, meist nahe der Bestimmungsgrenze"

Es sollte wenigstens ein Plan erstellt,wie man das Zeug Bergen kann und auch wo genau solche Munitionsabfälle in den Seeen liegen.
Fals es dann mal doch ganz schnell gehen müsste.
Eigentlich gehört das diskussionslos raus geholt.
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