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F/A-18-Absturz: Das Radar-System der Schweizer Armee stammt noch aus dem Kalten Krieg

A Swiss Army Airforce helicopter take off next to the tower at the military airport in Meiringen, Switzerland August 30, 2016. REUTERS/Ruben Sprich
Kontrollturm in Meiringen. Hat veraltete Technik den F/A-18-Absturz mitverursacht?Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

F/A-18-Absturz: Das Radar-System der Schweizer Armee stammt noch aus dem Kalten Krieg

Das Flugzeug-Ortungssystem am Militärflugplatz Meiringen stammt aus den 1970er-Jahren und müsste dringend ersetzt werden. Führten falsche Höhenangaben zum Jet-Absturz im Berner Oberland?
04.09.2016, 10:0404.09.2016, 10:40
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Das Radarsystem des Militärflugplatzes Meiringen, von wo aus der am Montag verunglückte F/A-18-Pilot gestartet war, stammt aus der Zeit des Kalten Krieges. Es sei fehleranfällig, Ersatzteile seien auf dem Markt gar nicht mehr erhältlich, schreibt die SonntagsZeitung.

Bei starkem Regen oder Gewitter komme es vor, dass Flugverkehrsleiter die Flieger darauf kaum mehr erkennen. Ausserdem sei die Flughöhe für die Lotsen auf dem veralteten System nicht auf Anhieb ersichtlich. Die Flugplätze Payerne VD und Emmen LU seien deshalb bereits umgerüstet worden. Meiringen ist im kommenden Jahr an der Reihe. 

Ob das in die Jahre gekommene Radarsystem zum Absturz geführt hat, ist unklar. Ein Sprecher der Militärjustiz wollte sich gegenüber der «SonntagsZeitung» nicht dazu äussern. 

Die Ermittlungen rund um den Absturz würden sich nun auf den Flugsicherungsbetrieb Skyguide konzentrieren, schreibt auch der SonntagsBlick. Der Lotse habe versucht, die falsche Höhenangabe zu korrigieren. Die Korrektur kam jedoch zu spät. Die F/A-18 zerschellte am Hinter Tierberg auf 3400 Meter über Meer.

Letztes Jahr brevetiert

Verteidigungsminister Guy Parmelin spricht in der Zeitung erneut sein Bedauern aus. «Der Tod des jungen Piloten beschäftigt mich sehr», so der SVP-Bundesrat. Er werde den Angehörigen einen Brief schreiben und sein Mitgefühl bekunden», so Parmelin.

Jetzt auf

Der verunglückte Pilot hatte 2009 seine Ausbildung als Militärpilot begonnen und wurde gemäss «SonntagsZeitung» im vergangenen Jahr brevetiert. In Meiringen absolvierte er einen Umschulungskurs vom Propellerflugzeug auf den Kampfjet.

(aargauerzeitung.ch)

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14 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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N.G.
04.09.2016 12:27registriert März 2016
Niemand will Geld ausgeben. Doch sobald es einen Unfall gibt, sind alle empört...
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Alnothur
04.09.2016 11:56registriert April 2014
Als jemand, der selbst im Militär mit "veralteten" Radarsystemen arbeitet kann ich sagen: das ist Quatsch. Auch unsere kleinen Flab-Radare von 75 tun ihren Job noch ganz hervorragend. Regen, Schnee, Nebel, Unwetter? Kein Problem. Zur Not gibt es Kompensationsschalter.
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Lowend
04.09.2016 12:40registriert Februar 2014
Das zeugt von sehr wenig politischer Führung, wenn trotz riesiger Kreditresten im VBS, immer noch lebenswichtige Radarsysteme aus den 70ern in Betrieb sind, die ihre Aufgabe nicht erfüllen, während z.B. Duros für sündhaft teures Geld aufgemotzt werden.
Gibt es im Militär so etwas wie eine Prioritätenliste, oder verpulvern die ihr Geld einfach Handgelenk mal Pi?
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