Schweiz
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Mit dieser Anleitung kommt auch bei den Home-Office-Rekruten Militär-Feeling auf



Rund 40 Prozent der RekrutInnen der Winter-RS müssen wegen Corona im Home-Office bleiben. Damit müssen sich rund 4800 Personen in Eigenverantwortung vorbereiten. Ob das funktioniert? Wer weiss. Wir hätten da aber zumindest schon einmal ein paar Tipps, wie sich die RekrutInnen auf ihr neues, militärisches Alltagsleben vorbereiten könnten.

Also, lieber Home-Office-Rekrut, liebe Home-Office-Rekrutin:

Als Erstes gilt es natürlich, das Namensschild an deiner Türklingel anzupassen.

Rekrutenschule im Home-Office.

Bild: watson

Schon besser. (Schliesslich willst du ja, dass Fresspäkli ankommen).

Rekrutenschule im Home-Office.

Bild: watson

Als Nächstes müssen wir deine Weckzeiten etwas justieren. Keine Angst: Zwar musst du in der RS unter der Woche früh raus, aber auch das Militär hat ein Herz: Am Samstag dürfen auch RekrutInnen ausschlafen. Schliesslich weiss auch die Armee: Das Wochenende soll man geniessen.

Rekrutenschule im Home-Office.

Bild: watson

Und wenn wir jetzt schon bei Smartphones sind: Die beste Armee der Welt ist nicht verschwenderisch. Zwar bekommt unsere Armee regelmässig neue Ausrüstung, diese steht aber lieber gut geschützt in Hangaren und Lagerhallen – nicht, dass sie noch kaputtgeht.

In der Schweizer Armee verwenden wir Ausrüstung so lange wie möglich. Daher wird dein Smartphone ab sofort durch ein topmodernes Handy ersetzt: Das Sony Ericsson 810i. Dieses erschien erst im Jahr 2006 und ist damit sogar jünger als das Sturmgewehr 90.

Sony Ericsson W810i

Sogar mit Farbdisplay! Bild: Sony Ericsson

Damit kommen wir gleich zum Militärjargon. Gerätschaften bekommen im Militär meist eigene, mehr oder weniger eingängige Namen. Diese werden dann wiederum gerne abgekürzt, damit man sich diese noch einfacher merken kann.

Ein Beispiel: Znüni und Zvieri werden zu Zwischenverpflegung zusammengefasst. Und das wiederum wird mit Zwipf abgekürzt. Klar, oder? Zwischenverpflegung. Die «kugelsichere Weste» heisst eigentlich Splitterschutzweste oder kurz SpliSchu. Am besten beginnst du also, deinen Hausrat nach diesem Muster umzubenennen.

Ein einfaches Beispiel anhand des Wortes Handy:

Rekrutenschule im Home-Office

Bild: watson

Weitere Möglichkeiten:

Rekrutenschule im Home-Office.

Bild: watson

Du siehst, du kannst deiner Kreativität mehr oder weniger freien Lauf lassen. Okay, kommen wir nun zum Dreipunktebefehl, etwas, womit du in der RS tagtäglich konfrontiert wirst.

Um das zu trainieren, werden deine Einkaufszettel in Zukunft so aussehen:

Rekrutenschule im Home-Office

Bild: watson

Was wir im Home-Office nicht nachstellen können, ist das Schiessen. Ist sicher auch besser so. Wobei: In einem weitaus harmloseren Massstab können wir da schon für einen Ersatz sorgen. Alles, was du dazu brauchst, sind folgende Dinge:

Falls du dich jetzt fragst, ob es wichtig ist, dass die Pinnadel gelb ist oder das Gummiband braun: Ja, ist es! Weshalb? Nicht wichtig. Auch das gehört zu deiner RS: Dinge befolgen, die nicht unbedingt sinnvoll oder effizient erscheinen, ohne zu wissen, weshalb. Aber das nur am Rande. Bauen wir nun also unseren Sturmgewehrersatz:

Klebe die Wäscheklammer an den Bleistift.

Rekrutenschule im Home-Office.

Bild: wikihow

Die Pinnadel auf der gegenüberliegenden Seite hineinstecken.

Rekrutenschule im Home-Office.

Bild: wikihow

Gewehr laden.

Rekrutenschule im Home-Office.

Bild: wikihow

Zielen und feuern. (Vorsicht, vor dem Rückstoss).

Rekrutenschule im Home-Office.

Und immer daran denken: Nicht auf etwas zielen, das du nicht treffen willst! Bild: wikihow

Wichtig beim Schiessen ist ausserdem, dass du dir immer bewusst bist, wie viel Munition du noch auf dir trägst. Überhaupt musst du den Bestand deiner Ausrüstung IMMER kennen. Es muss zu einem Automatismus werden, dass du immer kontrollierst, ob deine Ausrüstung komplett ist. Nur so kannst du den imaginären Feind bekämpfen.

Wie könnte man das also besser trainieren, als mit etwas aus deinem Haushalt, das ebenfalls lebensnotwendig ist: WC-Papier. Ab sofort lieferst du nach jedem WC-Gang einen WC-Papierreport ab!

Dieser sieht dann so aus:

Rekrutenschule im Home-Office.

Bild: watson

Selbstverständlich füllst du dieses Formular bei jedem WC-Besuch gewissenhaft aus. Und wenn sich eine Differenz im Bestand ergeben sollte, wie in obigem Beispiel, heisst es: SBG – suchen, bis gefunden!

Hier die leere Vorlage für deine nächste Mission:

Vorlage Home-Office-RS

Bild: watson

Gut, kommen wir nun zum Thema Uniform. Hier müssen wir vermutlich etwas improvisieren, da du höchstwahrscheinlich noch keinen Camouflage-Zweiteiler besitzt. Das wäre im Home-Office aber auch ziemlich unnütz, immerhin wirst du ja wohl kaum in einem Wald wohnen.

Eigentlich kommst du der militärischen Kleidungspflicht schon sehr nahe, wenn du einfach dreimal das gleiche Outfit kaufst. Die jeweilige «Uniform» wäschst du dann erst, wenn sie anfängt, vor lauter Schmutz steif zu werden.

Selbst sowas geht für den Anfang – solange du drei Stück davon hast:

Bild

Bild: Imgur

Natürlich müssen wir auch die nächtliche Atmosphäre in den Massenschlafsälen nachstellen. Glücklicherweise ist das ganz einfach: Du lässt einfach jede Nacht unsere extra dafür kreierte Soundkulisse laufen, die du über alle gängigen Musik-Streaming-Dienste abspielen kannst.

So wird jede Nacht zu einem authentischen RS-Erlebnis.

Rekrutenschule im Home-Office

Bild: watson

Befolge diese einfachen Tipps und du wirst perfekt vorbereitet in die RS einrücken, sobald die Home-Office-Pflicht vorbei ist.

Falls jemand doch noch einen nützlichen Tipp ergänzen möchte: Ab damit, in die Kommentarspalte!

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