Schweiz

Na super! Parlament ist gegen Senkung von Roaminggebühren

Na super! Parlament ist gegen Senkung von Roaminggebühren

01.04.2016, 17:1204.04.2016, 16:34

Der Bundesrat will den hohen Roaminggebühren für Schweizer Telekom-Kunden im Ausland einen Riegel schieben. Seine Vorschläge dazu dürften im Parlament allerdings einen schweren Stand haben: Alle grossen Parteien sind dagegen.

Hohe Roaminggebühren haben ihre Berechtigung, finden die grossen Parteien.
Hohe Roaminggebühren haben ihre Berechtigung, finden die grossen Parteien.
Bild: KEYSTONE

Das Ende von hohen Roaminggebühren ist das Hauptziel der Teilrevision des Fernmeldegesetzes. Die Vernehmlassung zum Vorentwurf ging am Donnerstag zu Ende. Geht es nach dem Willen des Bundesrats, sollen Schweizer Kundinnen und Kunden künftig «von tieferen Preisen, besseren Konditionen und mehr Wahlmöglichkeiten profitieren können».

Investitionen gehen vor

Die grossen Parteien lehnen den bundesrätlichen Entwurf alle ab. Sie befürchten einen Rückgang von dringenden Investitionen, etwa in den Netzausbau. Die SVP spricht von «unnötigen Markteingriffen» und «staatlichem Dirigismus». Oberstes Ziel der Liberalisierung des Fernmeldemarktes dürften nicht nur günstige Preise sein, sondern vor allem auch Investitionen in die Erschliessung des Landes mit zuverlässigen breitbandigen Netzen.

Ähnlich argumentiert die CVP. Eine Überregulierung hemme Investitionen, etwa in den Netzausbau und die Breitbandentwicklung, warnt die Mittepartei. Sie verlangt aber von den Schweizer Anbietern eine Verbesserung der Verträge mit den ausländischen Partnern, um die Roaminggebühren für Schweizer Konsumenten im Ausland «drastisch zu senken». Preisobergrenzen lehnt die CVP ab.

Auch die FDP will nichts von Preisobergrenzen wissen. Sie bemängelt die zu hohe Regulierungsdichte des Entwurfs. Das Gesetzesprojekt sei zudem ein «Sammelsurium von diversen Anliegen» und zeige keine klaren Linien auf. Sogar die SP befürchtet langfristig eine Beeinträchtigung des freien Wettbewerbs und der nötigen Investitionen, wie sie in ihrer Stellungnahme schreibt.

Anbieter verweist auf Alternativen

Der Vorentwurf ist die erste von zwei Revisions-Etappen des Fernmeldegesetzes. Der Bundesrat will darin unter anderem die Schweizer Anbieter in der Schweiz verpflichten, Kunden im Ausland die Nutzung von Roamingdienstleistungen von Drittanbietern zu ermöglichen. Er hält zudem auch die Festlegung von Preisobergrenzen «im Rahmen internationaler Abkommen grundsätzlich» für möglich.

Die Swisscom hält eine Regulierung der Roamingpreise - wenig überraschend - für unnötig. Die Preise würden seit Jahren sinken und es gebe eine wachsende Konkurrenz durch alternative Angebote, wie etwa die Kommunikations-App iO oder WhatsApp, argumentiert der Telekomanbieter. Eingriffe in den Markt würden zudem den Wettbewerb einschränken.

(sda)

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21 Kommentare
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Herbert Anneler
01.04.2016 19:52registriert August 2015
Ein weiteres mieses Spiel der bürgerlichen Parteien! Die Roaminggebühren der Swisscom sollen nicht gedeckelt werden, damit sie lukrativer privatisiert werden kann! Die Pfeffersäcke reissen sich ein weiteres Filetstück unter die Nägel, während das Fussvolk wieder in die Röhre schaut.
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SUP_2
01.04.2016 19:32registriert März 2016
Das ist eben die so genannt saubere Schweizer Politik. Die wirtschaftliche Verbandelung unserer Politiker nennt man in anderen Ländern Korruption, bei uns heisst es Lobbying........und wer bezahlt es? Das Volch!
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Saul_Goodman
01.04.2016 19:26registriert Dezember 2015
wtf... die telecom industrie scheint verdammt gute lobbyisten zu haben.
ich meine es gibt wohl kaum einen einfacheren weg als sich beim volk beliebt zu machen als tiefere roaming preise zu verlangen...
milliardengewinne schreiben die ja bereits jetzt jährlich
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