DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

In Genf erreicht niemand das absolute Mehr – wird Linksaussen aus der Regierung geworfen?



Bei den Wahlen für die Genfer Stadtregierung droht Rémy Pagani von den alternativen Linken seine Wiederwahl zu verpassen. Bei den Wahlen am Sonntag verpassten jedoch alle Kandidaten in der Stadt Genf das absolute Mehr. Der jahrelange Vormarsch des rechtspopulistischen MCG ist ins Stocken geraten.

Bei den Wahlen für die links dominierte Stadtregierung von Genf lag der Bisherige Rémy Pagani von den alternativen Linken abgeschlagen auf dem achten Platz. Gemäss den Zwischenresultaten vom Sonntagabend verpasste er die Wiederwahl mit nur 6'710 Stimmen deutlich.

Sami Kanaan, Maire de la Ville de Geneve, s'exprime lors d'une conference de presse sur le lancement de leur campagne pour le Conseil Administratif de la Ville de Geneve, et ainsi presenter leurs engagements communs pour la prochaine legislature, ce jeudi 26 fevrier 2015, a Geneve. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Für Sami Kanaan sieht es gut aus. Bild: KEYSTONE

Die anderen vier Bisherigen stehen an der Spitze der Zwischenresultate. Das beste Resultat holte SP-Mann Sami Kanaan (14'207 Stimmen), vor CVP-Nationalrat Guillaume Barazzone (14'151), der Grünen Esther Alder (13'527) und der zweiten SP-Vertreterin Sandrine Salerno (13'041).

Neu auf dem fünften Platz lag am Sonntagabend der FDP-Vertreter Pierre Conne (11'848 Stimmen), dicht gefolgt von seinem Parteikollegen Adrien Genecand (11'783).

Weil alle Bisherigen gemäss den letzten Zwischenergebnissen hinter dem absoluten Mehr von 19'966 Stimmen lagen, kommt es am 10. Mai zu einem zweiten Wahlgang. Der im ersten Wahlgang allein angetretene Rémy Pagani erhofft sich im zweiten Wahlgang eine Allianz von SP, Grünen und Linksaussen.

Stauffer droht Abwahl

Vor einer herben Schlappe steht MCG-Gründer Eric Stauffer, dem die Abwahl aus der Exekutive der Stadt Onex droht. Im Rennen für die Wiederwahl für die dreiköpfige Stadtregierung landete er nur auf dem vierten Platz, wenn auch nur mit 219 Stimmen Rückstand auf den dritten Platz.

Eric Stauffer, candidat MCG au conseil administratif de la ville de Onex, arrive a Uni Mail lieu de depouillement centralise des bulletins de vote du canton de Geneve, ce dimanche 19 avril 2015 a Geneve. A Geneve, 107'704 votes pour les elections municipales ont ete enregistres lors du decompte samedi a minuit, ce qui correspond a un taux de participation de 34,72%. Au final, ce taux devrait grimper a 39-40%, selon le departement presidentiel. Ce chiffre est similaire au taux de participation pour les municipales de 2011. Dans le canton de Geneve, seuls 5% des electeurs se rendent a l'urne le dimanche matin, tandis que 75% optent pour le vote par correspondance et 20% pour le vote electronique propose dans 29 communes pour ces elections. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Eric Stauffer, Gründer der MCG. Bild: KEYSTONE

Er bezeichnete seine Chancen für den zweiten Wahlgang als «fast bei null». Das MCG, welche keine Allianzen mit anderen Parteien eingehe, sei abgestraft worden, sagte Stauffer am Sonntag als Erklärung für die Wahlschlappe.

Stauffers Sitz in der Stadtregierung von Onex war das einzige Exekutiv-Mandat des MCG, das sich vor den Wahlen den Gewinn von weiteren Exekutiv-Sitzen zum Ziel genommen hatte. Einzig Nationalrat Roger Golay könnte es in Lancy schaffen, wo er auf dem 3. Platz landete. Auch er verpasste aber das absolute Mehr und muss in die Stichwahl.

Nach Jahren des rasanten Aufstiegs scheint das MCG in Genf nun sein Potenzial ausgereizt zu haben. Die erneut aggressive Wahlkampagne gegen die «frontaliers» (Grenzgänger aus Frankreich) führte nicht mehr zu Sitzgewinnen.

Genfer Parlament bleibt bürgerlich

In der Stadt Genf konnten die bürgerlichen Parteien ihre Mehrheit im Parlament weiter ausbauen. Sie gewannen zwei Sitze hinzu und verfügen neu über 43 der 80 Parlamentssitze. Die CVP ging mit vier Sitzgewinnen und neu elf Mandaten als Siegerin hervor.

Les deux conseillers nationaux PDC valaisans Christophe Darbellay, centre, president du PDC suisse, et Yannick Buttet, droite, marchent accompagne par Jean-Francois Duchosal, gauche, ancien commandant du SSA de l'aeroport de Geneve, en direction de Lourdes, ce lundi 23 septembre 2013 a Soral pres de Geneve. Les deux conseillers nationaux PDC valaisans Christophe Darbellay et Yannick Buttet sont partir lundi a pied pour Lourdes afin d'honorer leur pari. Comme ils s'y etaient engages si le peuple genevois elisait deux conseillers dEtat de leur parti le 10 novembre dernier. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Die beiden Walliser Nationalraete Christoph Darbellay und Yannick Buttet loesen ein Wahlversprechen ein und pilgern zu Fuss nach Lourdes. Sie haben dem Genfer Volk anlaesslich der vergangenen Wahlen vom 10. November das Versprechen gegeben haben, zu Fuss nach Lourdes zu pilgern, wenn im Kanton Genf zwei CVP-Staatsraete gewaehlt wuerden - was passiert war. Die beiden Politiker beginnen mit ihrer Reise am 23. Dezember beim Schloss Compesieres in Genf. Doch die knapp 900 Kilometer werden nicht am Stueck gelaufen. Die Walliser wollen die Strecke auf 35 Tage aufteilen und im Zeitraum von zwei Jahren absolvieren. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Die CVP, mit ihrem Präsident Christophe Darbellay, kann jubeln. Bild: KEYSTONE

Die SP gewann 3 und verfügt neu über 19 Sitze. Während die FDP (15 Sitze) und das MCG (11) ihre Sitze halten konnten, verloren die Grünen drei Sitze und haben noch acht Mandate. Je zwei Sitze mussten die Alternative Linke (10 Sitze) sowie die SVP (6) abgeben.

Auch bei den Gesamtzahlen der Parlamentssitze konnten CVP und FDP am stärksten zulegen, während die Grünen und die SVP am stärksten verloren. Die Linksaussen-Parteien, das MCG verloren leicht, die SP blieb weitgehend gleich wie vor vier Jahren.

Die Grünliberalen schafften den Einzug in die Parlamente der beiden Gemeinden Plan-les-Ouates und Satigny, wo sie insgesamt fünf Sitze gewannen. Wie die BDP konnten aber auch die Grünliberalen bisher keinen einzigen Exekutiv-Sitz im Kanton Genf erobern.

Schlussresultat erst am Montag

Die Genfer Behörden standen am Sonntag vor einer Mammutaufgabe, die Wahlzettel für die Parlamente und Exekutiven der 45 Gemeinden und Städte auszuzählen. Das provisorische Schlussresultat lag deshalb erst um 22.30 Uhr vor.

Für die über 1500 Stimmenzähler ist die Arbeit damit aber noch nicht vorbei. Sämtliche Gemeinden und Städte werden zweimal ausgezählt. Das Schlussresultat wird deshalb erst am Montagnachmittag erwartet. (feb/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

St.Galler Websites unter Beschuss – DDoS-Erpresser wollen erneut zuschlagen

Für Donnerstag hat eine Gruppierung, die sich «Fancy Bear» nennt, einen weiteren Server-Überlastungsangriff angekündigt.

Am vergangenen Freitag ist die externe Hostingfirma von Kanton und Stadt St.Gallen von Cyberkriminellen angegriffen worden. Als Folge davon waren die Webseiten offline.

Am Donnerstag könnte die nächste Attacke folgen. Der Kanton hält eine temporäre Seite mit den wichtigsten Telefonnummern bereit.

Als am letzten Freitag die Webseiten von Kanton und Stadt St.Gallen über Stunden nicht mehr abrufbar waren, hiess es zuerst, der Grund seien technische Probleme. Dann folgte die Information, dass es …

Artikel lesen
Link zum Artikel