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Bereits existieren Dutzende spektakuläre Aufnahmen des Meteoriten-Flugs. So wie diese.Video: Youtube/simi366

Wer sucht, der findet Überreste des Meteors: 4 Schritte zum Entdecker-Glück

16.03.2015, 12:4817.03.2015, 10:04

Sterngucker sind ganz aus dem Häuschen. Gestern Abend erleuchtete ein Feuerball den klaren Märzhimmel, fünf, sechs Sekunden lang, dann verschwand der Meteor wieder in der Dunkelheit, begleitet von einem Donnerrollen. Noch am selben Abend will ein Aargauer Überreste des Feuerballs in seinem Garten gefunden haben, scharfkantig, glänzend, schwarz. Der 19-Jährige ist sich seines besonderen Fundes sicher, Experte Jonas Schenker von der Sternwarte Oberentfelden hingegen ist skeptisch. Und erklärt, wie man Meteoriten-Überreste findet und erkennt: 

1. Am richtigen Ort suchen

Wer sucht, der könnte tatsächlich finden: «Am Ende seines Fluges ist der Feuerball offenbar geplatzt», sagt Schenker. «Dass kleine Bruchstücke heruntergeregnet sind, ist also durchaus möglich.» Mit Filmaufnahmen würden Experten nun die Flugbahn des Feuerballs rekonstruieren. «So finden wir heraus, wo am ehesten Überreste vom Himmel gefallen sind», so Schenker. Wer nicht auf die Ergebnisse der Profis warten will, muss sich mit Berichten von Ohrenzeugen begnügen. «Am stärksten wurden die Donnergeräusche in der Ostschweiz wahrgenommen», sagt Schenker. 

In der Ostschweiz muss suchen, wer Überreste des Meteoriten finden will.
In der Ostschweiz muss suchen, wer Überreste des Meteoriten finden will.karte: google maps

2. Genau kucken

Wer die Wälder und Gärten der Ostschweiz durchkämmt, muss nach Teilen suchen, die eigentlich aussehen wie hundsnormale Steine, aber mit Sicherheit

  • rundlich (also nicht so kantig wie die Steine des 19-jährigen Aargauer Finders) sind,
  • daumengross, oder ein bisschen grösser (also kleiner als die des vermeintlichen Finders) sind,
  • eine dunkle Farbe haben, womöglich dunkler als normale Steine, 
  • je nach Bestandteil des Meteorits schweflig riechen, 
  • kompakt (also nicht porös wie die des Aargauers) sind.
Leider nein: Die Steine des 20-Minuten-Lesers entsprechen kaum den Charakteristika von Meteoriten-Teilen. Rundlich müssen sie sein, und nicht porös.
Leider nein: Die Steine des 20-Minuten-Lesers entsprechen kaum den Charakteristika von Meteoriten-Teilen. Rundlich müssen sie sein, und nicht porös.bild: screenshot 20 minuten

3. In die Hände von Forschern geben

Wer Kapital aus dem Fund schlagen will, kann den Stein verkaufen. Im Internet gibt's bereits zahlreiche Angebote. Edler und frei von Scharlatanerie ist aber die Abgabe des Steins zu Forschungszwecken. «Wissenschaftler zerschneiden den Stein, schleifen ihn, und schauen sich die Schnittflächen genau an», sagt Schenker. Das machen aber nicht Sternwarten-Profis, sondern beispielsweise das Geologische Institut der Universität Bern.

4. Wieder nach Hause nehmen

«Im Aargau würde ein Fund dem Kanton gehören», sagt Schenker. Der Finder könne aber auf jeden Fall bei den Untersuchungen dabei sein, würde angemessen entschädigt werden und könnte «sicher auch ein Stück behalten», sagt Schenker. Was «angemessen entschädigt» genau bedeutet, kann der Experte nicht sagen. Schenker: «Ein Meteoriten-Fund wäre nicht mit Geld aufzuwiegen. Der hat in erster Linie einen ideologischen Wert». 

Hier die eindrücklichsten Filmaufnahmen des Meteoriten über dem Schweizer Nachthimmel:

In diesem Film ist das Aufglühen zu sehen.video: youtube
Meteorit über Mannheimvideo: youtube/rv112xy
Diese Aufnahme entstand angeblich im süddeutschen Freiburg.video: youtube
Trotz beachtlichem Lichtball: Der Meteor war maximal so gross wie eine Faust.
Trotz beachtlichem Lichtball: Der Meteor war maximal so gross wie eine Faust.Bild: Screenshot Youtube

(dwi)

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