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ARCHIVE --- VOR 20 JAHREN, AM 1. JANUAR 1994, ERFOLGTE DER BEITRITT DES BEZIRKS LAUFENTAL ZUM KANTON BASEL-LANDSCHAFT. NACH EINEM LANGEN WEG MIT INITIATIVEN, ABSTIMMUNGEN, GERICHTSENTSCHEIDEN UND SCHLIESSLICH DER ZUSTIMMUNG DES EIDGENOESSISCHEN SOUVERAENS WAR DER KANTONSWECHSEL DES LAUFENTALS VOM KANTON BERN ZUM KANTON BASEL-LANDSCHAFT ENDLICH TATSACHE --- Als der Jura ein selbstaendiger Kanton wird, erhaelt das vom Kanton Bern isolierte und zu einer Exklave gewordene Laufental die Moeglichkeit, sich einem benachbarten Kanton anzuschliessen oder bei Bern zu bleiben. Schliesslich wechselt der Bezirk Laufen per ersten Januar 1994 definitiv seine Kantonszugehoerigkeit von Bern zum Kanton Basel-Landschaft. Am 22. Januar 1994 beginnt fuer 8500 Fahrzeughalter der Umtausch der Fahrzeugkontrollschilder auf dem Posten der Kantonspolizei Laufen. Buerger und Buergerinnen von Laufental halten alte Berner und neue basellandschafliche Nummernschilder hoch. (KEYSTONE/Michael Wuertenberg)

Jedem Kanton sein eigenes Nummernschild. Ist das bald Vergangenheit?   Bild: KEYSTONE

Kantönligeist adieu!

Die kantonalen Autonummern sollen verschwinden

Aus Basel kommt der Vorschlag, die Kontrollschilder «überregional» anzuschreiben.  



Ein Artikel von Schweiz am Sonntag

Patrik müller

Autokennzeichen sind bisweilen hochpolitisch. In der EU wurde das Euro-Kennzeichen eingeführt, um die Zusammengehörigkeit der EU-Staaten zu zeigen. In der Schweiz aber herrsche auf den Autos der Kantönligeist, kritisiert die «Regio Basiliensis», eine Organisation, die gemäss Selbstdeklaration «Impulse und Beiträge für die Prosperität und Lebensqualität» in der Region Basel gibt. Deren Geschäftsführer Manuel Friesecke sagt darum: «Die kantonalen Nummernschilder widersprechen der Realität im Lebensalltag. Sie sollten durch Kontrollschilder mit überregionaler Kennzeichnung ersetzt werden.» 

Friesecke machte seinen Vorschlag kürzlich an der Föderalismuskonferenz in Solothurn, wo Politiker, darunter Justizministerin Simonetta Sommaruga, unter anderem über «funktionale Räume» diskutierten. Dabei handelt es sich um Gebiete, die wirtschaftlich oder gesellschaftlich eng verknüpft sind; ihre Grenzen entsprechen immer weniger den Gemeinde-, Bezirks- oder Kantonsgrenzen. Auf Anfrage begründet Friesecke seine Autoschilder-Forderung so: «Wir müssen das Denken in grossen Räumen fördern, viele Bürger sind sich zu wenig bewusst, dass die politischen Grenzen oft gar nicht mehr entscheidend sind.» Die Kantönligeist-Autoschilder seien ein Symbol für dieses überholte Denken. 

Friesecke schweben schweizweit fünf Autokennzeichen vor. Für seine Region sieht er ein Nordwestschweiz-Nummernschild vor, mit dem Kürzel NWCH, das sowohl in den beiden Basel, in Solothurn und im Aargau gelten würde. Friesecke erkennt auch im öffentlichen Verkehr Handlungsbedarf. Die Zürcher S-Bahn fahre ja, beispielsweise, nicht nur in Zürich. Interessant: Präsidentin der «Regio Basiliensis» ist Kathrin Amacker, die Kommunikationschefin der SBB. Im Vorstand sitzen ferner Andreas Burckhardt, Verwaltungsratspräsident der Baloise Group, und Franz A. Saladin, Direktor der Handelskammer beider Basel. 

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