Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A man types command lines into his laptop, pictured on November 26, 2009, posed picture. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Ein Mann tippt Befehlszeilen in seinen Laptop, aufgenommen am 26. November 2009, gestellte Aufnahme. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Konnten offenbar an Daten einer Bank gelangen: Eine Hackergruppe mit dem Namen «Rex Mundi» droht der Genfer Kantonalbank. Bild: KEYSTONE

Gestohlene Kundendaten

Hacker erpresst Schweizer Bank

Ein Hacker erpresst die Genfer Kantonalbank (BCGE). Die Person oder Gruppe drohte, am Freitag vertrauliche Kundendaten zu veröffentlichen, sollte die Bank nicht 10'000 Euro bezahlen.



Der Erpresser mit dem Twitter-Konto «Rex Mundi» behauptete, in das Computersystem der Bank eingedrungen zu sein und 

mehr als 30'000 Emails von Kunden aus der Schweiz und dem Ausland heruntergeladen

zu haben. Die Bank habe am Dienstag eine Strafanzeige eingereicht, erklärte ein Sprecher der Genfer Justizbehörden. «Eine Untersuchung läuft.» Es sei allerdings schwierig, die Urheber des Angriffs zu finden.

«Daten sind nutzlos»

Am Dienstag hatte eine Sprecherin erklärt, die Bank habe einer Cyberattacke standgehalten. Die Informationen, die von ihrer Internet-Seite abgefangen wurden, seien «in keiner Weise kritisch und nicht von grossem Nutzen oder sogar überholt». Sie bekräftigte am Freitag ihre Aussage, wollte aber keine weiteren Einzelheiten nennen.

Gegenüber der Finanznachrichtenagentur AWP gab sie an, ihr Institut gebe der Erpressung in keiner Weise nach. Die vom Erpresser gesetzte Frist für die Geldauszahlung lief um 18 Uhr aus. Kurz darauf stellte die Gruppe, die sich vor allem über Twitter an die Öffentlichkeit wandte, einen Link zu den Daten auf Internet. Ausserdem würden die Daten am Samstag auf die Website der Gruppe gestellt, hiess es.

Die Wirtschaftsnachrichtenagentur Reuters konnte weder die Identität des Hackers noch die angeblichen Kundendaten überprüfen. Der Hacker nannte bereits die Namen von zwei angeblichen BCGE-Kunden einschliesslich Adressen und Mitteilungen an die Bank.

In den über 60 Twitter-Nachrichten kritisierte der Erpresser die Bank für ihre laxen Sicherheitsvorkehrungen und verspottete Kunden: 

«Wir wünschen allen in den BCGE-Dateien aufgeführten nicht-Schweizer Konto-Inhabern eine frohe Steuerprüfung.»

Mutmasslicher Hacker «Rex Mundi» auf Twitter. 

Die Täter dürften dabei auf Kunden anspielen, die unversteuerte Gelder bei der Schweizer Bank haben. Die Behörden in Frankreich, Deutschland und anderen Ländern haben in den vergangenen Jahren ihre Gangart gegen Steuersünder deutlich verschärft.

So kauften etwa die deutschen Behörden CDs mit gestohlenen Daten von Tausenden von Kunden bei Schweizer Banken. Die CDs lösten eine Welle von Selbstanzeigen aus. (sda/reu/awp/oku)

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Trotz Coronakrise: Investmentbanker der Credit Suisse kassieren hohe Boni

Die alljährliche Diskussion um Boni steht dieses Mal im Zeichen der Coronakrise. In der Credit Suisse hat man die gesellschaftliche Brisanz eigentlich erkannt – dennoch machen Investmentbanker dank des Börsenbooms Kasse.

Bei der Grossbank Credit Suisse hatten die Mitarbeiter ihre Jahresgespräche, die Briefe zu den Lohnzahlungen gingen raus. Einmal mehr zeigt sich: Was die komplizierten Modelle als Boni-Zahlung ausspucken, deckt sich in den seltensten Fällen mit dem allgemeinen Gerechtigkeitsempfinden.

Kaum jemand ist zufrieden. Die Banker in der Schweiz sind unglücklich mit den eigenen Boni. Und dies sind sie umso mehr, wenn sie auf die Kollegen in London oder in New York blicken. Deren Boni bleiben gleich oder …

Artikel lesen
Link zum Artikel