DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Schweizer Banker gibt vor US-Gericht zu, bei «Steuervermeidung» mitgeholfen zu haben

01.04.2015, 05:4901.04.2015, 08:24

Ein Schweizer Vermögensverwalter hat sich schuldig bekannt, US-Kunden bei der Steuervermeidung in Millionenhöhe geholfen zu haben. Der 53-Jährige deponierte sein Schuldgeständnis am Dienstag beim zuständigen Gericht in Manhattan.

Sein Verteidiger reichte den Antrag ein, das Plädoyer von nicht schuldig auf schuldig zu ändern. Das Gericht nahm den Antrag an, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht, die der Nachrichtenagentur SDA vorliegen. Dem Schweizer drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis. Das Urteil wird am 1. Juli erwartet.

Der Schweizer legte sein Geständnis in New York ab.
Der Schweizer legte sein Geständnis in New York ab.
Bild: Getty Images North America

«Ich habe einigen meiner US-Kunden dabei geholfen, ihre Steuerverpflichtungen zu umgehen», wurde der Mann von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert. Er bekenne sich schuldig, weil er schuldig sei.

Laut der Anklageschrift war der Geständige bis 2006 Kundenberater bei einer Zürcher Bank. Danach arbeitete er für eine Anlageberatung. Keiner seiner Arbeitgeber wurde in den Gerichtsunterlagen namentlich erwähnt. Und weder die Staatsanwaltschaft noch der Anwalt des Angeklagten äusserten sich dahingehend.

Laut Anklage war der Schweizer seit 1998 an der Betreuung undeklarierter US-Konten beteiligt, damals war er mit einem Anwalt in Zürich tätig, der sich bereits 2013 schuldig bekannt hatte und in der Folge mit den US-Behörden zusammenarbeitete.

Der geständige Banker soll Konten für US-Kunden in mindestens fünf Schweizer Geldhäusern eröffnet haben, darunter bei der Bank Wegelin & Co. Auch soll er dabei geholfen haben, Scheingesellschaften mit Sitz in Liechtenstein einzurichten.

Am Montag hatte sich mit der Tessiner Privatbank BSI die erste Schweizer Bank der Kategorie 2 im Steuerstreit mit den US-Behörden geeinigt. Sie zahlte eine Busse von 211 Millionen Dollar und verpflichtete sich, mit den US-Behörden zusammenzuarbeiten.

Das US-Justizministerium macht seit Jahren Jagd auf Schweizer Banker und Institute, weil US-Bürger auf ihren Konten Milliarden am Fiskus vorbeischleusten. (sda/reu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen

Daniel Kalt, UBS-Chefökonom

«Die Schweiz droht, ihr Image als stabiler, berechenbarer Wirtschaftsstandort zu verlieren»

Der Frankenschock werde unsere Wirtschaft an den Rand einer Rezession bringen. So lautet die Prognose der UBS. Chefökonom Daniel Kalt sagt, warum wir trotzdem auf hohem Niveau jammern, und weshalb dies politisch zu einer skurrilen Situation führen könnte.

Sie rechnen wegen der Aufgabe des Mindestkurses mit 1,3 Prozent weniger Wachstum im laufenden Jahr. Ein happiger Einbruch.Daniel Kalt: Wir gehen immerhin noch davon aus, dass die Schweizer Wirtschaft weiter wachsen wird. Andere sind da pessimistischer. Die Konjunkturforschungsstelle der ETH beispielsweise geht von einer Rezession aus. 

Trotzdem: Grosse Sprünge wird die Schweizer Wirtschaft nicht machen, wenn Sie Recht haben sollten.Wir werden uns am Rand einer Rezession bewegen, …

Artikel lesen
Link zum Artikel