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«Mer spränge dr Raame» – Die Basler-Fasnacht nimmt ihren Gang und Trump erhellt die Gassen



Mit dem Morgenstreich hat am Montag um vier Uhr früh unter dem Motto «Mer spränge dr Raame» die Basler Fasnacht 2017 begonnen. Tausende standen in der verdunkelten Innenstadt und verfolgten das Spektakel von Fasnachtslaternen und Trommel- und Piccolomärschen.

Mit dem Vieruhrschlag gingen in der Innenstadt die Strassenlichter aus, und aus den Larven der Tambourmajore heraus ertönte, worauf Fasnachtsbegeisterte ein Jahr lang gewartet hatten: «Morgestraich - vorwärts marsch!» Darauf zogen die Cliquen im langsamen Schritt der Fasnachtsmärsche hinter ihren Fasnachtslaternen durch die Altstadt.

Nachdem es in der Nacht teils stark geregnet hatte, gönnte Petrus den Fasnächtlern am Morgenstreich bei rund vier Grad zunächst eine Regenpause. Tropfen fielen erst wieder kurz nach 5 Uhr. Viele Zuschauende und erste Cliquen hatten sich dann jedoch bereits in die Restaurants zurückgezogen und stärkten sich mit der traditionellen Mehlsuppe sowie mit Zwiebel- oder Käsewähe.

Aufgrund des unsicheren Wetters schien das Gedränge während des Morgenstreichs etwas weniger dicht zu sein, als in anderen Jahren. Dennoch waren auch in diesem Jahr Tausende mit Bahn, Car, Bus, Tram oder Auto zum ersten Höhepunkt der Fasnacht angereist und beobachteten das bunte Durcheinander.

Unsichere Weltlage als Sujetlieferant

Einen ersten Eindruck gab der Morgenstreich auch zu den Sujets, welche die einzelnen Cliquen ausspielen; auch wenn diese oft erst am Cortège - dem Umzug durch die Innenstadt vom Montag- und Mittwochnachmittag - richtig zur Geltung komme, wenn sie vom ganzen Cliquenzug - mit Laterne, Requisiten, Larven und Kostümen - präsentiert werden.

Zu den Topthemen gehört die weltweite Verunsicherung nach der Wahl des neuen US-Präsidenten. Es dauerte für Zuschauende etwa auf dem Marktplatz denn auch nicht lange, bis sie auf einer Laterne einen aufgemalten Donald Trump erspähen konnten. Bei der Alten Garde der Breo etwa: «Vo Hornlos zu Hirnlos» heisst ihr Sujet.

Bei den Alten Steinlemer prangern auf der rot-weiss-schwarzen Laterne Überwachungskameras und eine Bombe. Gestalterisch gleich «eingepackt» hat die Alte Garde der Seibi ihre Laterne. «LIES» heisst es dort, wo die Verpackung etwas geöffnet ist. Es ist ein Hinweis auf das Sujet «Joo und Amen...».

«Highway to Hell» ist das Sujet der Basler Bebbi. Die spezielle Laterne besteht aus mehreren transparenten Planen und zeigt einen dreidimensionalen Gehörnten. Beim Sujet «Liechterglanz statt Dootedanz» der Gassegötter heisst es in einem Vers auf der Laterne dagegen: «3 Daag lang s Schlimmen injoriere, und d Freud am Läben inszenieren.»

Trump erhellt die Gassen

Eine neue Toleranzzone für Prostituierte im Kleinbasel ist ebenfalls ein gefundenes Fressen für Fasnächtler. «Alli stöhn am Strosserand uff de High Heels umenand» hat der Laternenmaler der Alten Garde der Rhygwäggi in einen Vers geschrieben. Ein Sujetlieferant bildet zudem die Basler Kantonspolizei, die im letzten Jahr mit einigen Affären die Aufmerksamkeit der Basler Bevölkerung auf sich zog.

Im Bereich des Sports werden die erfolgreichen Isländer an der Fussball-Europameisterschaft oft ausgespielt, ebenso das Doping an den Olympischen Spielen. Die Pokémonjagd lassen vor allem Junge Garden aufleben.

«Mer spränge dr Raame» heisst das Motto der Basler Fasnacht 2017, die nun drei Tage lang die Stadt in Beschlag nimmt. Ein Bilderrahmen auf der diesjährigen Plakette spielt auf den neuen Erweiterungsbau des Basler Kunstmuseums an, der 2016 eröffnet wurde.

482 «Fasnacht-Einheiten» haben sich beim Basler Fasnachts-Comité für den Cortège angemeldet: Cliquen, Wagen, Guggenmusiken und andere. Ab Montagabend sind auch die Schnitzelbänkler unterwegs und singen in den Lokalen ihre Verse. (sda)

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