Schweiz
Basel

Bundesgericht bestätigt Massnahme für Hammer-Angreifer von Basel

Bundesgericht bestätigt Massnahme für Hammer-Angreifer von Basel

28.11.2025, 13:0128.11.2025, 13:01

Das Bundesgericht hat die angeordnete stationäre Massnahme für einen Mann bestätigt, der 2022 in Basel den französischen Zentralbankchef François Villeroy de Galhau angegriffen hatte. Er hatte ihn mit Hammerschlägen am Kopf schwer verletzt.

Governor of the Bank of France Francois Villeroy de Galhau walks to the G20 meeting during the World Bank/IMF Annual Meetings in Washington, Thursday, Oct. 24, 2024. (AP Photo/Jose Luis Magana)
Franco ...
François Villeroy de Galhau wurde 2022 in Basel angegriffen.Bild: keystone

Das Bundesgericht wies eine Rekurs des Beschuldigten zurück, wie aus einem am Freitag veröffentlichten Urteil hervorgeht. Dieser hatte eine Aufhebung des Urteils sowie die Freilassung beantragt. Dabei machte er angebliche Verfahrensfehler geltend.

Das Basler Appellationsgericht hatte im Dezember 2024 festgestellt, dass der Tatbestand der versuchten vorsätzlichen Tötung erfüllt ist. Die zweite Instanz verhängte aber keine strafrechtlichen Sanktionen, da der Täter im Zustand der Unzurechnungsfähigkeit gehandelt hatte. Stattdessen ordnete das Gericht eine stationäre therapeutische Massnahme.

Das Bundesgericht in Lausanne stellte fest, dass zunächst tatsächlich von Körperverletzung und nicht von versuchter vorsätzlichen Tötung die Rede war. Die Ermittler hätten aber dem Beschuldigten genau erklärt, was ihm angelastet wurde.

Paranoide Schizophrenie diagnostiziert

Auch die Beanstandung des Täters zum psychiatrischen Gutachten, welches die therapeutischen Massnahmen empfiehlt, liess das Bundesgericht nicht gelten. Ein Experte schreibt im Bericht, dass der Betroffene im Jahr 2014 eine Wahn-Anfall erlitten hatte und die Diagnose einer paranoiden Schizophrenie bereits zu jenem Zeitpunkt gerechtfertigt gewesen war.

Der Beschwerdeführer hatte zudem der Basler Justiz vorgeworfen, nicht auf seine Version eingegangen zu sein. Er sagte, er habe den Zentralbankchef nicht angegriffen. Ein Unbekannter habe Villeroy de Galhau zu Boden geworfen. Dabei sei das Opfer auf einen Hammer gefallen, den der Unbekannte liegen gelassen habe.

Das Bundesgericht betonte jedoch, dass die Untersuchungen zeigten, dass der Beschwerdeführer den Zentralbankchef absichtlich angegriffen hatte. Die Frage, ob er wusste, wen er da attackierte, bleibt offen. Auch wenn er zwei Stunden vor der Tat die Website der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich konsultierte, könne nicht ausgeschlossen werden, dass er zufällig jemanden auswählte, hielt das Gericht weiter fest. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Prominente Tote: Sie alle haben uns 2025 bereits verlassen
1 / 67
Prominente Tote: Sie alle haben uns 2025 verlassen

2025 wird uns als Jahr, in dem Papst Franziskus starb, in Erinnerung bleiben. Hier schauen wir auf ihn und viele andere zurück: An die einzigartige Hollywood-Legende Robert Redford, den allzu früh verstorbenen portugiesischen Fussballer Diogo Jota, an die britische Sixties-Ikone Marianne Faithfull, an den französischen Superstar Brigitte Bardot, an den Schweizer Schriftsteller Peter Bichsel, den intergalaktisch grossen Regisseur David Lynch oder die so verdienstvolle Primatenforscherin Jane Goodall.

... Mehr lesen
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Viele unterschätzen uns wegen unserem Alter»: So leidenschaftlich ist die Gen Z
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Gedenkstätte wird verlegt +++ Crans-Montanas Gemeindepräsident tritt aus OK der Ski-WM aus
Im Walliser Wintersportort Crans-Montana kam es in der Nacht auf Neujahr zu einem verheerenden Brand in einer Bar, bei dem 40 Menschen ums Leben kamen, 116 wurden verletzt. Die aktuellsten Entwicklungen im Live-Ticker.
Zur Story