Schweiz
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Ursachen der Entgleisungen in Luzern und Basel geklärt



Zugentgleisung Bahnhof Luzern

Die unglückliche Verkettung von verschiedenen Faktoren führte zu den zwei folgenschweren Entgleisungen im Jahr 2017 in den Bahnhöfen Luzern und Basel. Das schreibt die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle SUST in ihrem Schlussbericht.

Beide Unfälle ereigneten sich nämlich auf dem gleichen Weichentyp, einer sogenannten «versteilten Doppelkreuzungsweiche», wie die Sust am Donnerstag mitteilte. Und bei beiden Fällen habe «das Zusammenwirken von verschiedenen Faktoren» dazu geführt, dass der äussere Teil des Bahnwagenrades, der sogenannte Spurkranz, der das Rad in Position hält, auf die Schiene auflief und danach entgleiste.

Zu diesen Faktoren gehörten ein abgenütztes Rad des Wagens, der als erster entgleiste, ein fehlender Fettfilm auf dessen Spurkranz, ein Defekt an der Querfederung des Drehgestells des erstentgleisten Wagens und ein zu grosser Abstand zwischen dem beweglichen Teil der Weiche - der sogenannten Weichenzunge - und der fixen, durchlaufenden Schiene, Stockschiene genannt.

Gemäss der Sust lagen jedoch alle diese Faktoren innerhalb der anerkannten Toleranzwerte oder sie hätten - wie bei der defekten Federung - überhaupt erst bei der nächsten Revision erkannt werden können.

Trotzdem empfiehlt die Sust dem BAV, Massnahmen zu prüfen, um sicherzustellen, dass der Abstand zwischen Stockschiene und Weichenzunge so klein bleibt, dass die Gefahr eines Entgleisens nicht besteht. Ausserdem soll das BAV Massnahmen prüfen, damit auch bei komplizierten Gleiskonstellationen «jederzeit die Schmierung der Schienenflanke sichergestellt ist».

Drei Wagen des ICE 75 waren am Mittwoch um 16.59 Uhr bei der Einfahrt in den Bahnhof Basel SBB aus den Schienen gesprungen. Die 500 Passagiere, die sich an Bord des aus Hamburg kommenden Zugs befanden, konnten diesen geordnet verlassen. Nach dem Unfall stand der ganze Bahnhof Basel SBB wegen eines Stromunterbruchs für zwei Stunden komplett still.

In Luzern waren am 22. März 2017 bei der Ausfahrt auf dem Bahnhof zwei Zwischenwagen eines Eurocity-Zuges entgleist. Einer der entgleisten Wagen kippte auf die Seite an einen Fahrleitungsmast. Sieben Zugpassagiere wurden leicht verletzt. Für die Reparaturarbeiten an der Infrastruktur musste der Bahnhof während vier Tagen für sämtlichen Zugverkehr gesperrt werden.

Der entgleiste ICE blockierte zeitweise zwei Geleise zwischen dem Badischen Bahnhof und dem Bahnhof SBB in Basel.

Entgleisung in Basel Bild: KEYSTONE

In Basel wurde bei der Entgleisung eines ICE-Zuges mit ungefähr 500 Passagieren am 29. November niemand verletzt. Der Sachschaden an der Infrastruktur und an den Fahrzeugen war jedoch beträchtlich.

Drei Wagen waren bei der Einfahrt in den Bahnhof Basel SBB aus den Schienen gesprungen. Nach dem Unfall stand der ganze Bahnhof Basel SBB wegen eines Stromunterbruchs für zwei Stunden komplett still. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Meyer Andrej 20.09.2019 12:37
    Highlight Highlight Interessant dieser Bericht, beim Befahren mit dem Spitzenfahrzeug merkt man, wie man in die Weichenzunge „reinsticht“, dass dies ein derartiges Abliegen der Weichenzunge provoziert erstaunt mich sehr, die Weichenverschlüsse sind ja sehr nahe am Ende der Weichenzunge. Durch den Druck entsteht ein Spalt, worauf der Spurkranz aufklettert, ist verständlich. Es gibt sowieso Weichenverbindungen 40 Km/h, die fraglich sind, ob das auf Dauer gut gehen kann, die Radien insbesondere in Basel sind sehr, sehr eng.
  • Trasher2 19.09.2019 23:26
    Highlight Highlight Kurz gesagt, wurde der Unterhalt überall auf ein Minimum reduziert damit die Zahlen gut sind. Dann kann halt sowas passieren.
    • P. Meier 20.09.2019 08:44
      Highlight Highlight Ich empfehle die Originalberichte zu konsultieren, bevor eine derartig gewagte "Erkenntnis" verbreitet wird.
    • maylander 20.09.2019 12:08
      Highlight Highlight Beidesmal waren Hochgeschwindigkeitszüge in engen Weichenstrassen betroffen. Die Hochgeschwindigkeitszüge haben beide relativ lange Wagen und sind auf guten Fahrverhalten bei hohen Geschwindigkeit und entsprechend grossen Radien optimiert. Bei den betroffenen Weichenstrassen sind die Radien am unteren Limit und bei der Planung dieser gab es entsprechendes Rollmaterial noch gar nicht.
      Also einmal die Toleranzen nach unten und einmal nach oben ausgenützt und schon passt es nicht mehr wenn noch eine Kleinigkeit dazukommt..
  • P. Meier 19.09.2019 17:19
    Highlight Highlight Eine recht gute Zusammenfassung der Vorfälle. Nur würde ich behaupten, dass der Spurkranz auf der Innenseite des Rades ist (Seite Gleismitte). Und wer bei der Zusammenfassung die Übersicht verloren hat oder es genauer wissen will, kann die Berichte unter www.sust.admin.ch detailliert nachlesen.
    • Ueli der Knecht 21.09.2019 00:38
      Highlight Highlight "dass der Spurkranz auf der Innenseite des Rades ist (Seite Gleismitte)"

      Vielleicht ist das so betrachtet, dass Innen im Rad die Achse ist, und der Spurkranz demzufolge aussen, und zwar auf der zur Mitte des Gleises gerichteten Seite.

      Alles eine Frage des Blickwinkels.

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