Schweiz
Datenschutz

Schengener Informationssystem SIS: Daten werden aus Neugier abgefragt

Blick in die Supplementary Information Request at the National Entry (SIRENE), der Einsatzzentrale des Bundesamts fuer Polizei (fedpol), aufgenommen am Montag, 11. August 2008 in Bern. Das SIRENE-Buer ...
Verschiedene Ämter haben Zugriff auf das Schengener Informationssystem SIS. (Symbolbild)Bild: KEYSTONE

Trotz strenger Regeln: Angestellte fragen persönlich Daten ab

Für den Zugriff auf internationale Informationssysteme gelten eigentlich strenge Regeln. Und doch werden sie auch genutzt, um blosse Neugier zu befriedigen.
16.02.2026, 09:4516.02.2026, 09:45

Nicht nur Fingerabdrücke oder DNA-Profile werden in Informationssystemen gespeichert. Auch Bilder, Visa-Anträge, private Angaben, Einreisesperren, Waffen und viele weitere Informationen können beispielsweise über das Schengener Informationssystem SIS oder das Visa-Informationssystem C-VIS abgefragt werden. Zugriff haben nebst der Polizei und der Justiz auch Migrationsbehörden oder Strassenverkehrsämter.

Obwohl es sich um hochsensible Daten handelt und sie nur in wirklich notwendigen Fällen abgefragt werden dürfen, werden sie auch für private Zwecke missbraucht, schreibt der Blick. Die Zürcher Datenschutzbeauftragte Dominika Blonski bestätigt gegenüber dem Portal, dass bei einer Stichprobe festgestellt worden sei, dass Mitarbeitende 2024 aus blosser Neugier Prominente oder Verwandte abgefragt hätten.

Zivile Angestellte werden anders geschult

Beim Grenzwachtkorps kam es im selben Jahr ebenfalls zu Verstössen, wie Kontrolleure des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten feststellten. Der Fall sei intern aufgearbeitet worden, heisst es vonseiten des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit.

Die Fälle zeigen, dass regelmässige Kontrollen wichtig sind. Auch wenn die Verstösse im Gesamten betrachtet Ausnahmen bleiben, sieht die Aargauer Datenschutzbeauftragte besonders bei zivilen Angestellten eine Schwachstelle. «Diese Personen haben nie eine Polizeischule besucht und wurden somit auch nie in der gleichen Art mit dem Schengener Informationssystem vertraut gemacht.» Doch auch Polizistinnen und Polizisten müssten regelmässig sensibilisiert werden, damit solche Abfragen nicht zur Gewohnheit würden. (vro)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Diese 16 Bilder soll(t)en uns zum Nachdenken anregen
1 / 16
Diese 16 Bilder soll(t)en uns zum Nachdenken anregen
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Personalisierte Werbung: Spion-Programme saugen unsere Daten
Video: srf
Das könnte dich auch noch interessieren:
Diese typisch schweizerische Methode bringt die Finanzierung der 13. AHV-Rente voran
Die 13. AHV-Rente muss finanziert werden. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer ist keine perfekte Lösung. Doch sie steht für eine typisch schweizerische Methode, mit der das Land vorankommt: den Konsens, schreibt Kolumnist Ivan Slatkine.
Die Schweiz mag keine Revolutionen. Sie setzt lieber auf Konsens. Das ist zwar weniger spektakulär und manchmal langsamer, doch auf diese Weise kommt unser Land bei den heikelsten Themen seit Jahrzehnten voran.
Zur Story