Trotz strenger Regeln: Angestellte fragen persönlich Daten ab
Nicht nur Fingerabdrücke oder DNA-Profile werden in Informationssystemen gespeichert. Auch Bilder, Visa-Anträge, private Angaben, Einreisesperren, Waffen und viele weitere Informationen können beispielsweise über das Schengener Informationssystem SIS oder das Visa-Informationssystem C-VIS abgefragt werden. Zugriff haben nebst der Polizei und der Justiz auch Migrationsbehörden oder Strassenverkehrsämter.
Obwohl es sich um hochsensible Daten handelt und sie nur in wirklich notwendigen Fällen abgefragt werden dürfen, werden sie auch für private Zwecke missbraucht, schreibt der Blick. Die Zürcher Datenschutzbeauftragte Dominika Blonski bestätigt gegenüber dem Portal, dass bei einer Stichprobe festgestellt worden sei, dass Mitarbeitende 2024 aus blosser Neugier Prominente oder Verwandte abgefragt hätten.
Zivile Angestellte werden anders geschult
Beim Grenzwachtkorps kam es im selben Jahr ebenfalls zu Verstössen, wie Kontrolleure des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten feststellten. Der Fall sei intern aufgearbeitet worden, heisst es vonseiten des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit.
Die Fälle zeigen, dass regelmässige Kontrollen wichtig sind. Auch wenn die Verstösse im Gesamten betrachtet Ausnahmen bleiben, sieht die Aargauer Datenschutzbeauftragte besonders bei zivilen Angestellten eine Schwachstelle. «Diese Personen haben nie eine Polizeischule besucht und wurden somit auch nie in der gleichen Art mit dem Schengener Informationssystem vertraut gemacht.» Doch auch Polizistinnen und Polizisten müssten regelmässig sensibilisiert werden, damit solche Abfragen nicht zur Gewohnheit würden. (vro)
