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Der Bahnhof in Bern musste am 25. November wegen einer Bombendrohung abgesperrt werden.<br data-editable="remove">
Der Bahnhof in Bern musste am 25. November wegen einer Bombendrohung abgesperrt werden.
Bild: KEYSTONE

Terrorhysterie bei der Berner Polizei? Nach dem Bombenalarm wurde die Wohnung des Kunstschülers durchsucht

Auslöser des Bombenalarms in Bern war ein Stahlfigürchen. Ein Kunstschüler hatte es dort platziert und sich nach dem Polizei-Einsatz selbst gemeldet. Dennoch wurde seine Wohnung durchsucht – rund eine Woche nach der Sprengung. Das Vorgehen der Polizei löst Kopfschütteln aus, es hagelt Kritik. 
17.12.2015, 15:1017.12.2015, 15:26

Was ist passiert?

Vor rund drei Wochen, am 25. November, sperrte die Kantonspolizei Bern den Bahnhof der Hauptstadt weiträumig ab. Grund dafür war ein verdächtiger Gegenstand, der zunächst nicht identifiziert werden konnte. Spezialisten nahmen eine Sprengung des Objektes vor, gaben Entwarnung und öffneten den Bahnhof wieder. 

Gut eine Woche später wurde bekannt, dass es sich beim corpus delicti um das Stahlfigürchen eines Schülers gehandelt hatte. Im Rahmen des Projektes «Kunst in der Öffentlichkeit» platzierte er den gebastelten Gegenstand am Berner Bahnhof. Nach der Sprengung erklärte die Berner Kantonspolizei, das Figürchen sei harmlos gewesen. 

Trotzdem fand Tage nach dem Zwischenfall bei dem Schüler eine Hausdurchsuchung statt. Die Eltern wurden verhört, Computer und Handy des jungen Mannes beschlagnahmt. Dies schreibt Der Bund heute Donnerstag. 

Was sind die Reaktionen?

Die Hausdurchsuchung der Berner Kantonspolizei stösst auf wenig Verständnis. Vor allem der Zeitpunkt der Aktion wird kritisiert: Warum dauerte es eine Woche, bis die Polizei der Wohnung des Schülers einen Besuch abstattete? Bei einem konkreten Verdacht hätte die Durchsuchung viel eher stattfinden müssen.

Was sagt die Kapo Bern

Christoph Gnägi, Mediensprecher der Kantonspolizei Bern, will die Kritik nicht kommentieren. «Es gilt die Unschuldsvermutung, zum laufenden Verfahren können wir nichts sagen», so Gnägi gegenüber watson. «Ganz allgemein gilt es jedoch festzuhalten, dass Hausdurchsuchungen auch durchgeführt werden können, um Personen zu entlasten, nicht nur um Personen zu belasten.»

Um sich ein ganzheitliches Bild der Situation zu machen, hätten die Ermittler entschieden, eine Hausdurchsuchung zu machen. «Ein Geständnis alleine reicht nicht aus, um den Fall vollständig abzuschliessen», so Gnägi.  Ob die Eltern des Schülers tatsächlich verhört, Handys und Computer beschlagnahmt wurden, wollte Gnägi ebenfalls nicht kommentieren. 

Angesprochen darauf, weshalb es so lange gedauert habe, bis die Durchsuchungen stattgefunden hätten, meint Gnägi: «Der Zeitpunkt von Hausdurchsuchungen ist immer von mehreren Faktoren abhängig und kann variieren.»  

Der Ball liegt nun bei der Staatsanwaltschaft, Gnägi geht davon aus, dass das Verfahren bald eingestellt werden dürfte. Bis jetzt wurde beim Schüler und seinen Eltern nichts Verdächtiges festgestellt. (cma)

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