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Mitholz wird zum Geisterdorf: Bundesrat besiegelt Räumung des Munitionslagers



Das ehemalige Munitionslager in Mitholz BE wird definitiv geräumt. Der Bundesrat hat zur Projektierung grünes Licht erteilt. Die Arbeiten starten nach dem Jahr 2030. Dann wird Mitholz für über zehn Jahre zum Geisterdorf.

Die Bevölkerung wurde von Bundesrätin Viola Amherd per Brief und Videobotschaft über den Beschluss vom Freitag informiert, wie der Bundesrat am Montag mitteilte. Wegen der Coronavirus-Pandemie konnte keine Informationsveranstaltung durchgeführt werden.

Amherds Botschaft an die Einwohner von Mitholz:

abspielen

Video: YouTube/VBS DDPS

Die Evakuierungspläne waren der Bevölkerung anfangs Februar erstmals präsentiert worden. Aus Sicherheitsgründen werden die Bewohnerinnen und Bewohner das Dorf für rund zehn Jahre verlassen müssen. Die Räumung der Munitionsrückstände startet nach 2030. Mit ersten baulichen Massnahmen soll bereits 2021/2022 das Risiko reduziert werden.

Kosten bis 900 Millionen Franken

Der Bundesrat beauftragte das Verteidigungsdepartement (VBS), bis im Herbst 2022 eine Botschaft zur Finanzierung der Räumung samt Schutzmassnahmen vorzulegen. Über den Verpflichtungskredit wird das Parlament entscheiden. Aus heutiger Sicht werden die Kosten auf 500 bis 900 Millionen Franken geschätzt.

Bis ein Kredit verabschiedet ist, werden die Projektarbeiten aus dem Budget des VBS finanziert. Dabei fallen Kosten von rund 40 Millionen Franken an. Dieses Geld soll nebst den Sicherungsmassnahmen auch für den Kauf erster Liegenschaften eingesetzt werden.

Im kommenden Jahr erfolgt eine Bewertung der Liegenschaften in Mitholz, «damit gemeinsam mit den betroffenen Bewohnerinnen und Bewohnern konkrete Lösungen für die Zukunft gesucht werden können.» Von der Räumung sind in Mitholz rund 50-60 Haushalte betroffen. Manche Familien leben seit Generationen im Dorf.

Die Explosionskatastrophe von Mitholz

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Explosionskatastrophe von Mitholz
quelle: photopress-archiv / walter studer
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Explosives Erbe

Das riesige unterirdische Munitionslager der Armee war 1947 bei einer Explosion verschüttet worden. Lange Zeit gingen Experten davon aus, dass allfällige weitere Explosionen nur beschränkten Schaden anrichten würden.

Erst 2018 kam das VBS in einer neuen Risikoanalyse zum Schluss, dass vom Lager eine grössere Gefahr ausgeht als bis dahin angenommen. Für die Bevölkerung ist das Risiko gemäss den Behörden nicht tragbar. (sda)

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