Schweiz
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Frau übergibt 50'000 Franken: Falsche Polizisten treiben wieder ihr Unwesen

Nach einem vorübergehenden Rückgang kam es zu weiteren Fällen von falschen Polizisten. Gestern Freitag meldeten sich rund ein Dutzend Personen beim Notruf der Kantonspolizei Basel-Stadt, weil sie von «Kriminalpolizisten» bzw. «Polizeibeamten» aufgefordert wurden, ihnen aus Gründen der Sicherheit Geld und Wertsachen auszuhändigen.



Ein Aktenkoffer gefuellt Tausendernoten und Zweihundert-Franken-Noten fotografiert in einem Safe einer Bank in Lugano am Mittwoch, 30 November 2016. (KEYSTONE/TI-PRESS/Gabriele Putzu)

A briefcase filled with 1000-franc and 200-franc banknotes photographed in a safe of a bank in Lugano, Switzerland, on Wednesday, November 30, 2016. (KEYSTONE/TI-PRESS/Gabriele Putzu)

In einem der jüngsten Betrugsfälle übergab eine Frau einem falschen «Kriminalbeamten» rund 50'000 Franken. Bild: KEYSTONE

In mindestens einem Fall waren die Täter erfolgreich. Eine 59-jährige Frau wurde am Abend des 12. Oktober 2018 von einem Hochdeutsch, mit ostdeutschem Dialekt, sprechenden Mann telefonisch kontaktiert, welcher sich als Kriminalpolizist ausgab. Er teilte der Frau mit, dass eine bewaffnete Einbrecherbande im Quartier unterwegs sei und es auch auf sie abgesehen habe.

In einem längeren Telefongespräch insistierte der Mann, dass sie unbedingt und sofort ihre Wertsachen in Sicherheit bringen solle. Zu diesem Zweck werde ein «Kriminalbeamter» vorbeikommen. Kurze Zeit später erschien dann der angekündigte «Kriminalbeamte» und die Frau übergab ihm eine Tasche mit rund 50'000 Franken. 

Die Kantonspolizei Basel-Stadt sucht in diesem Zusammenhang einen unbekannten Mann, 38 bis 42 Jahre alt, ca. 170 cm gross, oval-rundliches Gesicht, blaue Augen, schütteres Haar, auffällig dicke Wangen, Dreitagebart. Der Mann war dunkel gekleidet, trug eine Lederjacke und sprach Hochdeutsch.

Allgemeines Vorgehen der Täter

Die Täter, ein Mann bzw. eine Frau, welche oft Hochdeutsch sprechen, nehmen über einegefälschte Rufnummer (siehe nachfolgende Box) auch Text eine Verbindung mit den potentiellen Opfern auf. Auf dem Telefondisplay erscheint eine offizielle Amtsnummer, so z.B. die einer Polizeiwache oder einer Behörde.

«Call ID-Spoofing»

Es handelt sich dabei um einen «Diebstahl» einer fremden Telefonnummer. Dabei sendet der Anrufer – meist über die Internettelefonie (Voice Over IP) – nebst dem Telefonsignal auch noch die falsche Telefonnummer mit. Dadurch wird die wahre Identität des Anrufers beim Angerufenen verschleiert. Die meisten Anrufe stammen aus dem Ausland.

In der Folge teilen die Betrüger mit, dass die auf Banken deponierten Vermögen nicht mehr sicher seien und man deshalb das Geld abheben und zu sich nach Hause nehmen soll. Anschliessend werden Polizeibeamte bzw. Kriminalpolizisten am Wohnort vorbeikommen und das Bargeld, Schmuck sowie weitere Wertsachen in Verwahrung nehmen und sicher deponieren.

Die Täter kontaktieren ihre potentiellen Opfer auch in anderen Kantonen mit der Aufforderung, das Geld aus Gründen der Sicherheit persönlich nach Basel zu bringen und dort einem «Polizisten» zu übergeben. Auch werden Personen in Basel angewiesen, in eine andere Stadt zu fahren, um dort das Geld auszuhändigen.

Zudem werden neu auch Personen von falschen Polizisten in Angst und Schrecken versetzt, weil angeblich bewaffnete Einbrecher unterwegs seien, um das zuhause aufbewahrte Geld zu stehlen.

Hinweise der Staatsanwaltschaft:

Empfehlungen der Staatsanwaltschaft:

(basellandschaftlichezeitung.ch)

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • mike2s 13.10.2018 18:07
    Highlight Highlight Für solche Fälle ist es gut solche wertvolle Kunstwerke "Rostiger Motorblock" oder "Migrossack gefühlt mit rostigen Nägeln" im Keller zu haben, die man dem Polizisten übergeben kann.
    • Captainlvs 13.10.2018 19:44
      Highlight Highlight was diese Migrosäcke heutzutage alles fühlen können🤔😅
    • mike2s 13.10.2018 20:05
      Highlight Highlight @Captainlvs
      Ist Kunst. Das musst Du nicht verstehen. ;-)
  • Magnum44 13.10.2018 17:49
    Highlight Highlight Danke liebe Staatsanwaltschaft für die Tipps, ich lebe wohl in einer Parallelgesellschaft, wo das alles völlig klar ist?
  • Garp 13.10.2018 17:14
    Highlight Highlight Ich wundere mich wie man mit 59 an sowas glauben kann und warum man so viel Geld zu Hause hat und noch nie etwas von dieser Masche gehört hat. Bei einer 85-jährigen, ohne Internet, die die Zeitung nicht mehr lesen kann, kann ich ja noch nachvollziehen, dass sie keine Ahnung von solchen Betrügereien hat.
    • Hierundjetzt 13.10.2018 20:12
      Highlight Highlight Es gibt auch 25 jährige die bei Pyramidensystemen wie AWD / Swiss Life (Krankenkasse) oder bei Betterhomes (Immobilien) mitmachen und dort „arbeiten“ und aufs schnelle Geld aus sind. Opfer zu sein liegt nicht am Alter sondern an der Professionalität des Anrufers.
    • Garp 13.10.2018 20:59
      Highlight Highlight Klar wer sich schnell bereichern will, kann in jedem Alter Opfer werden, der Fall hier geht aber nicht um Bereicherung der Opfer. Und es wurde wirklich viel in den Medien darüber geschrieben.
    • Lichtblau550 14.10.2018 14:56
      Highlight Highlight Ich wundere mich auch. Die heute 60jährigen sind oft voll berufstätig, tanzen bei Partys auf den Tischen und heissen in der Regel nicht Erna oder Theophil (die Opfer werden ja auch nach altmodischen Vornamen selektioniert). Die reingelegte 59-Jährige muss also eine krasse Ausnahme darstellen. Fragt sich nur, woher die Betrüger das wussten?
  • derEchteElch 13.10.2018 16:43
    Highlight Highlight Auf der Webseite Telefonbetrug.ch hat die Kapo ZH eine sehr effektive Kampagne gestartet. Leider sind die Basler nicht auf diesen Zug aufgesprungen und das kommt halt dabei heraus. Wenn Zürich nicht mehr funktioniert, dann versucht man es in Basel oder Bern..
    • Garp 13.10.2018 18:22
      Highlight Highlight Die, die es trifft haben ja meistens kein Internet. Es sind vorwiegend ältere Leute. Da wird die Internerseite nicht wirklich einen grossen Beitrag leisten.

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