Schweiz
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Plusieurs centaines de motards ont participes a la 4eme edition de Toutes en Moto et aux grand defile a travers la ville de Geneve, ce dimanche 10 avril 2016. Pour la 4eme annee consecutive, l'association Toutes en moto donne rendez-vous aux adeptes de deux-roues. Cette journee, dont l'objectif est de celebrer et defendre les droits des femmes, notamment dans le monde motard, se veut avant tout festive et conviviale avec des stands, defile et concert sont au programme. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Statt 60 km/h beschleunigte der Töfffahrer auf 200 km/h. (Symbolbild) Bild: KEYSTONE

Diese Strafe erwartet dich, wenn du mit 2.61 Promille vor der Polizei flüchtest

Ein 57-jähriger Schweizer musste sich wegen einer rasanten Töfffahrt vor dem Bezirksgericht Lenzburg verantworten. Bei dieser war er vor der Polizei geflüchtet und sturzbetrunken gewesen.

Janine Gloor / az Aargauer Zeitung



Es kommt selten vor, dass sich ein Beschuldigter im Gerichtssaal so benimmt. Manche werden vor dem Richter still, andere brausen auf. Dieser Beschuldigte war weder besonders leise noch laut, sondern frech. Die Frage des Gerichtspräsidenten Daniel Aeschbach, ob der Beschuldigte verstanden habe, warum er hier sei, gehört zu jeder Verhandlung. Die Antwort fiel ungewohnt aus: «I ghöre no guet.»

Als erster Teil einer Gerichtsverhandlung werden Beschuldigte zu ihrer Person befragt. Auf die Frage nach seinem Beruf antwortete der 57-jährige Schweizer: «Das geht niemanden etwas an.» Auf die Frage, wie es ihm gesundheitlich gehe: «Ohne euch besser.» Auf die Frage, ob er einen Freundeskreis pflege: «Sie stellen ziemlich blöde Fragen.» Zu seinen Zukunftsplänen: «Da müssen Sie Mike Shiva anrufen.»

58 Menschen auf einem Motorrad?

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Video: srf

Polizei komplett ignoriert

Grund für die Gerichtsverhandlung war unter anderem eine Töfffahrt im Juli 2016. Der Beschuldigte verliess kurz nach neun Uhr ein Restaurant in Hunzenschwil, bestieg seine Suzuki und fuhr in Richtung Suhr. Wegen seines Fahrstils fiel er einer Polizeipatrouille auf. Unsicher sei er gefahren. Die Polizisten versuchten, den Töfffahrer anzuhalten.

Doch es gelang ihnen nicht einmal, ihn auf sich aufmerksam zu machen. In Hunzenschwil kam die Haltekelle zum Einsatz. Der Töfffahrer zeigte keine Reaktion und fuhr auf die T5. Dort schrie ihn ein Polizist durch das offene Fenster an; er solle anhalten. Unbeirrt bretterte der Töfffahrer weiter. Die Verfolgungsjagd führte über die Tellistrasse, wo sich der Beschuldigte mittels Rechtsüberholen zwischen anderen Autos durchschlängelte.

Auf der Bibersteinerstrasse konnten die Polizisten wieder auf die Höhe des Töffs aufschliessen. Dieses Mal versuchten die Polizisten via Lautsprecher, den Mann zum Stoppen zu bringen. Der Töfffahrer fuhr unbeeindruckt weiter nach Küttigen. Dort schien das Ende der Verfolgung absehbar. Ein Auto der Stadtpolizei kam dem Töfffahrer entgegen.

Als er dies bemerkte, machte er eine Vollbremsung und riss den Töff herum. Das Polizeiauto hinter ihm stand quer auf der Strasse, doch dem Mann gelang es, sich zwischen dem Auto und einer Gartenmauer durchzuzwängen und seine Fahrt im Quartier fortzusetzen.

Mit ungefähr 50 Stundenkilometern raste er durch die Tempo-30-Zone und hielt unvermittelt vor einem Mehrfamilienhaus in Aarau – dem Haus seiner Exfrau – , wo ihn die Polizisten schliesslich überwältigen konnten. Sie brachten ihn zurück an seinen Wohnort, wo der Beschuldigte am gleichen Abend noch einen Lieferwagen klaute. Dieser wurde Tage später mit DNA-Spuren des Mannes in Aarau gefunden.

Wär hätte nicht gern ein fliegendes Motorrad?

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Video: watson

Töfffahrer war sturzbetrunken

Bei der Beantwortung der Fragen zur Verfolgungsjagd zeigte sich der Beschuldigte kooperativer. An die Kelle könne er sich noch erinnern. Daran, dass er eine Strassensperre durchbrochen hatte, nicht.

«Ich wundere mich, dass ich die Maschine überhaupt starten konnte», sagte er. Auch das Gesamtgericht zeigte sich verwundert. Wie der Drogentest ergab, hatte er rückgerechnet zwischen 1.92 und 2.61 Promille Alkohol im Blut, sowie die Rückstände eines Medikamentes, das bewusstseinsstörend wirken kann. Den Fahrausweis hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr.

Die Liste der Straftaten, die dem Mann vorgeworfen wurden, beinhaltet zudem Diebstahl von Fahrzeugen, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Gewalt gegen die Behörden. Und dies scheint keine neue Entwicklung im Leben des Mannes zu sein. Ein als Zeuge anwesender Polizist gab an, den Namen des Mannes schon gekannt zu haben, bevor er ihn zum ersten Mal antraf.

Der Beschuldigte wurde zu 12 Monaten Gefängnis unbedingt verurteilt, zusammen mit einer Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 10 Franken und einer Busse von 1500 Franken. Der Töffraser, der aktuell auch gerade eine Freiheitsstrafe verbüsst, gab an, dass er das Urteil nicht weiterziehen werde. «So kann ich das Zimmer gleich behalten.» (aargauerzeitung.ch)

Aktuelle Polizeibilder

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • andrew1 03.07.2018 09:59
    Highlight Highlight "Da kann ich das zimmer gerade behalten". Sehr pragmatisch gedacht. Spass bei seite wenn ich mit dem motorrad unterwegs bin trinke ich nicht einmal ein einziges bier denn das führen einer solchen maschine ist sehr anspruchsvoll und stellt hohe ansprüche an den gleichgewichtssinn.
    43 0 Melden
    • caproth 03.07.2018 11:34
      Highlight Highlight Ja und mit zwei Promille könnte ich wohl nicht mal mehr gerade laufen.
      16 1 Melden
    • ThomasHiller 03.07.2018 12:38
      Highlight Highlight Immerhin wundert er sich noch, wie er so sturzbetrunken die Maschine überhaupt starten konnte ...

      Aber ja, Alkohol und Motorrad geht nicht zusammen, meinetwegen können sie da auch strikt 0,00 Promille einführen.
      4 2 Melden
  • Hardy18 03.07.2018 09:18
    Highlight Highlight ...dann kann ich das Zimmer gleich behalten. 😂
    21 0 Melden
  • Staatsgebeutelter 03.07.2018 08:53
    Highlight Highlight Ein weiteres illustres Beispiel dass eben hohe oder noch höhereStrafandrohungen keine Lösung sind, wie kürzlich ein Basler Staatsanwalt in einer mentalen Glanzstunde anmerkte. Menschen wollen halt nicht nur verwaltet, massgeregelt, bestraft oder besteuert werden, sie erwarten intuitiv etwas mehr vom Leben....
    10 27 Melden
    • Bivio 03.07.2018 10:39
      Highlight Highlight Was für ein Stuss. Was soll daran "mehr Leben" sein? Ist das Leben nicht so toll, wenn man nicht betrunken Töff fahren kann oder in waghalsigen Manöver vor der Polizei flieht. Autos klaut und in Häuser einsteigt? Was wäre denn Ihr Vorschlag zu seiner Bestrafung?
      25 1 Melden
    • aglio e olio 03.07.2018 11:05
      Highlight Highlight Anderer Menschen Leben gefährden sollte m.M.n. nicht dazugehören.
      24 0 Melden
    • Fruchtzwerg 03.07.2018 12:05
      Highlight Highlight @Staatsgebeutelter: Ja, echt. In was für einer Welt leben wir, wo man nicht mal mehr straffrei mit 2.5 Promille auf dem Motorrad heimfahren kann... Die Schweiz ist echt das Letzte! *Ironieoff*
      22 1 Melden
  • Fruchtzwerg 03.07.2018 08:52
    Highlight Highlight Meine ganz ehrliche Bewunderung: Ich denke ich fände mit 2.5 Promille nicht mal mehr zu Fuss den Weg nach Hause. Der Typ fährt Motorrad inkl. Verfolgungsjagd und baut nicht mal einen Unfall...
    Und ich denke anhand seiner Antworten vor Gericht, wäre nach der Verbüssung der Strafe auch noch eine Karriere als Stand-Up-Comedian drin...
    29 7 Melden
  • He nu.. 03.07.2018 08:01
    Highlight Highlight ...so soll es sein. Das "Büebli het deheime nie müesse folge", vielleicht lernt er es auch jetzt noch nicht.
    5 7 Melden
  • Ruggedman 03.07.2018 07:18
    Highlight Highlight Immerhin zieht er das Urteil nicht weiter aber der Rest ist einfach ohne Worte.🤦‍♂️
    6 1 Melden
  • Ökonometriker 03.07.2018 07:08
    Highlight Highlight Finde gut, dass er eine Unbedingte erhalten hat. Der Mann hat offensichtlich Alkoholprobleme - was man am Konsum und am Verhalten sieht. Das könnte ihm (und anderen) das Leben retten und helfen, von der Flasche weg zu kommen.
    10 2 Melden
    • Joe Smith 03.07.2018 11:26
      Highlight Highlight Im Gegenteil: Wer mit über 2 Promille noch unfallfrei töfffahren kann, der hat ofensichtlich kein Problem mit Alkohol. Spass beiseite: Alkoholsucht, überhaupt jede Sucht, kann man nicht im Knast behandeln. Auch ein trockengelegter Alkoholiker bleibt ein Leben lang ein Alkoholiker. Er muss also lernen, die Sucht zu beherrschen, aber das lernt man ganz sicher nicht im Knast.
      10 0 Melden
    • Ökonometriker 03.07.2018 18:54
      Highlight Highlight @Joe: Ein erster Schritt ist mal, trocken zu werden und einen geregelten Tagesablauf zu kriegen. So merkt man überhaupt einmal, dass es auch ohne Alk ginge. Dann kann man überhaupt den Willen enteickeln, die Sucht zu besiegen. Aber klar, wenn der Typ weiter lernresistent ist, kann man ihm auch nicht langfristig helfen - dann wird er die AHV wohl nicht lange belasten...
      0 0 Melden
  • sichernit 03.07.2018 07:03
    Highlight Highlight ….so kann ich das Zimmer gleich behalten...

    kein Kind von Traurigkeit.
    12 0 Melden
  • abishot 03.07.2018 06:35
    Highlight Highlight wow, einfach nur wow... was für ein schlauch
    107 4 Melden
    • Diagnose: Aluhut 03.07.2018 08:04
      Highlight Highlight wobei das „sch“ dabei gespart werden kann. „lauch“ trifft es besser.
      10 2 Melden
    • aglio e olio 03.07.2018 11:06
      Highlight Highlight Naja, hohl sind beide.
      8 1 Melden

«Angriff auf den Rechtsstaat!» – «Lügenkampagne!»: Das grosse Streitgespräch zur SBI

Am 25. November stimmen wir über die Selbstbestimmungs-Initiative (SBI) der SVP ab. Auf der watson-Redaktion trafen sich Initiativ-Gegnerin Laura Zimmermann von der Operation Libero und Jung-SVP-Präsident Benjamin Fischer zum hitzigen Schlagabtausch – und schenkten sich nichts.

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